Schnittblumen für die Vase: Die Blumenstengel sollte man schräg anschneiden und den Strauß dann schnell in lauwarmes Wasser stellen.
Schnittblumen für die Vase: Die Blumenstengel sollte man schräg anschneiden und den Strauß dann schnell in lauwarmes Wasser stellen. Christin Klose/dpa-tmn

Gerade standen in den Blumenläden und Supermärkten noch die Amaryllis in voller Pracht, sind die blühenden Winterpflanzen nun den ersten Frühlingsboten gewichen. Überall findet man Tulpen in den schönsten Farben. Nicht umsonst gehören die Blumen neben den Rosen zu den beliebtesten Schnittblumen. Doch kaum hat man einen bunten Strauß gekauft, lassen die Tulpen ihre Köpfe hängen. Was Sie dagegen tun können und noch mehr Experten-Tipps vom Profi-Gärtner ...

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Tipp 1: Schlaffen Tulpenstrauß nach Einkauf aufrichten

Kaum gekauft, schon schlapp? Der Tulpenstrauß ist deswegen nicht kaputt, er braucht nur eine Notversorgung. Ist ein Tulpenstrauß auf dem Weg nach Hause vom Einkauf schlaff geworden, gehört er direkt in eine Vase. Und zwar für eine Stunde noch im Papier oder in der Folie. Die Tulpen saugen sich dann voll Wasser und richten sich dadurch wieder auf, raten die Experten von Tulip Promotion Netherlands, ein Zusammenschluss von mehr als 500 Züchtern und Produzenten von Tulpen aus den Niederlanden.

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Tulpen haben die Fähigkeit, sogar abgeschnitten und in der Vase stehend, noch weiterzuwachsen. Das liegt daran, dass die Tulpenstiele nicht wie der Mensch durch Zellteilung wachsen, sondern die Pflanzen pumpen ihre vorhandenen Zellen mit Wasser auf.

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Es gibt schon wieder Tulpen zu kaufen: der Frühling naht.
Es gibt schon wieder Tulpen zu kaufen: der Frühling naht. Sabine Gudath

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Tipp 2: Verwenden Sie die richtige Vase

Tulpen haben die Fähigkeit, sogar abgeschnitten und in der Vase stehend, noch weiterzuwachsen. Das liegt daran, dass die Tulpenstiele nicht wie der Mensch durch Zellteilung wachsen, sondern die Pflanzen pumpen ihre vorhandenen Zellen mit Wasser auf. Daher sollte man für Tulpen immer auch eine Vase wählen, die hoch genug ist für ein paar zusätzliche Zentimeter Wachstum. Und da Tulpen viel Wasser aufnehmen, brauchen sie auch regelmäßig Nachschub.

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Tipp 3: So überleben Tulpen mit Narzissen

In einer Vase kann eine Narzisse oder eine Hyazinthe die Tulpe schneller welken lassen. Es gibt aber eine Therapiemöglichkeit. Auch wenn sie beide die klassischen Frühlingsblüher sind, Narzissen und Tulpen vertragen sich eigentlich nicht in einer Vase. Auch mit Hyazinthen ist es schwierig.

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Denn Narzissen und Hyazinthen geben ein Sekret ins Wasser der Vase ab, das die Leitungsbahnen in den Stängeln anderer Pflanzen verstopft. Sie welken dann schneller. Der Tipp von den Profi-Gärtnern: Die tödlichen Vasen-Partner erst mal ein paar Stunden alleine in eine Vase stellen und ausbluten lassen. Danach die Stiele gut abwaschen und ohne diese erneut anzuschneiden mit den anderen Frühlingsblühern in ein Gefäß geben.

Narzissen sollten immer erst mal alleine in eine Vase kommen - und erst nach ein paar Stunden mit anderen Pflanzen kombiniert werden. Sonst lassen sie diese welken.
Narzissen sollten immer erst mal alleine in eine Vase kommen - und erst nach ein paar Stunden mit anderen Pflanzen kombiniert werden. Sonst lassen sie diese welken. Andrea Warnecke/dpa-tmn

Tipp 4: Tulpen beim Kauf reiben und quietschen lassen

Sieben bis zehn Tage lang hält sich ein frisch geschnittener Strauß in der Vase, sagen die Experten. Ob Sie wirklich frische Ware im Handel kaufen, erkennen Sie unter anderem an den Blättern und Stielen. Reiben Sie diese ganz leicht aneinander und achten Sie darauf, ob sie leise quietschen.

Außerdem sollte sich der Bund knackig und fest anfühlen, und die Enden der Stiele dürfen nicht weiß und trocken sein. Die Experten raten, geschlossene Blütenköpfe zu wählen, die aber bereits ihre Farbe zeigen. Komplett grüne Knospen sind noch sehr unreif, hier bestehe die Gefahr, dass sie sich zu Hause nicht richtig entwickeln.

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Tipp 5: Tulpen nicht mit der Schere kürzen

Der Tipp, die Stielenden etwas zu kürzen, bevor man Schnittblumen in die Vase gibt, ist allgemein bekannt. Aber was nehmen Sie dafür? Die Schere sollte es auf keinen Fall sein. Denn die quetscht beim Schnitt den Stängel und behindert so die Aufnahme von Wasser. Besser ist ein scharfes Messer - damit die Stielenden um ein bis zwei Zentimeter kürzen. Dies ist erneut nötig, wenn die Schnittflächen braun werden. Außerdem sollte man überflüssige Blätter entfernen, so dass am besten nur ein bis zwei am Stiel bleiben.

Tipp 6: Tulpen in kaltes Wasser stellen

Lauwarmes Wasser mögen die meisten Schnittblumen. Tulpen aber nicht. Stellt man sie in zu warmes oder gar heißes Wasser, weichen die Stiele auf. Das schwächt die Pflanzen. Daher Tulpen immer in kaltes Wasser stellen, raten die Tulpenzüchter und -anbauer. Und die Frühlingsblüher brauchen täglich frisches Leitungswasser in Zimmertemperatur. Geben Sie nicht zu viel Wasser auf einmal, ein Drittel der Vase reicht. Bei Bedarf einfach nachgießen.

Es ist von Vorteil für die Haltbarkeit, wenn die Tulpen in einem Glasgefäß stehen. Denn dann fällt es auf, wenn sich das Wasser eintrübt - ein Zeichen dafür, dass es Zeit ist, es auszutauschen. Schnittblumennahrung benötigen die Tulpen laut den Experten nicht, aber sie helfe, die mögliche Ausbreitung von Bakterien einzudämmen.

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Tipp 7: So stoppt man Tulpen vorm Weiterwachsen

Tulpen können weiterwachsen, auch wenn sie schon in der Vase stehen.
Tulpen können weiterwachsen, auch wenn sie schon in der Vase stehen. Andrea Warnecke/dpa-tmn

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass Tulpen weiterwachsen, auch wenn sie abgeschnitten wurden und in der Vase stehen? Das bringt einen eng gebundenen Strauß aus seiner Form. So stoppt man die Blumen.

Die einen finden gerade das an diesen Blumen schön, die anderen stört es: Tulpen wachsen, obwohl abgeschnitten von Zwiebel und Wurzeln, in der Vase noch weiter in die Höhe. Man kann sie aber aufhalten. Und zwar indem man eine Nadel durch den Stiel sticht, direkt unterhalb der Knospe. Darauf weist iBulb hin, ein Zusammenschluss von Betrieben der Zwiebelblumenbranche.

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Das Wachstum geht auf eine Fähigkeit der Tulpen zurück, die sich Zelldehnung nennt. Statt wie wir Menschen durch Zellteilung zu wachsen und dabei weitere Zellen zu bilden, pumpen Tulpen ihre vorhandenen Zellen mit Wasser auf. Innerhalb von wenigen Tagen können die Blütenstiele dadurch einige Zentimeter länger werden. Das Wachstumshormon Auxin macht die Zellen so flexibel und dehnbar. Diese Fähigkeit besitzen auch andere Pflanzen, unter anderem Gladiolen, Narzissen und die Amaryllis.

Tipp 8: Der richtige Platz

Obst verströmt das Reifegas Ethylen. In der Nähe stehende Vasen mit Schnittblumen welken dadurch schneller. Das gilt auch für offene Feuerstellen im Haus, die das Reifegas ebenfalls verbreiten.