Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen blühen bunte Stiefmütterchen auf Balkonen und in Gärten. obs/Blumenbüro

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen blühen bunte Stiefmütterchen auf Balkonen und in Gärten. Bereits im März kann man die Samen oder die jungen Pflanzen in die Erde setzen. Aber auch später eingepflanzt, blühen Stiefmütterchen noch bis in den Oktober. Die zarten Blüten gibt es in einer Vielzahl von Farben - von gelb, weiß, blau-violett bis zu rot und orange.

Schon seit über 300 Jahren gehören sie zu den beliebtesten Frühlingsboten: Die Gartenstiefmütterchen (Viola x wittrockiana) blühen in fast allen Farben. Das typische schwarze Auge und die „Schnurrhaare“ am Blütengrund wurden lange weggezüchtet. Bei neuen Sorten sind diese hübschen Details durchaus wieder zu sehen. Um die Blütenpracht zu verlängern, empfiehlt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG), verwelkte Blüten sofort abzuknipsen. So hält die Farbpracht bis in den Sommer hinein.

Stiefmütterchen gelten als pflegeleicht

Besonders wohl fühlen sich die Pflanzen an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Auf keinen Fall sollte die Pflanze Zugluft bekommen. Die pflegeleichten Stiefmütterchen muss man im Beet in der Regel nicht oft gießen, da ihr Wasserverbrauch sehr gering ist. Im Blumenkasten sollte die Erde gleichmäßig feucht bleiben, ohne dass Staunässe entsteht.

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Auch wenn Stiefmütterchen als robust gelten, kann zu viel Feuchtigkeit zu unschönen Blattkrankheiten führen. Mit Blumenerde, einer Drainageschicht aus Tonscherben, Perlite oder Kies und einem guten Wasserablauf lässt sich die ärgerliche Staunässe auch auf dem Balkon verhindern.

Stiefmütterchen blühen in einem Gewächshaus. Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Für eine üppige Blüte kann man die Stiefmütterchen alle zwei Wochen mit Flüssigdünger gießen.

Das Garten-Stiefmütterchen wächst eigentlich überall – im Beet, im Kübel oder im Balkonkasten. Der BDG rät, es regelmäßig zu gießen. Denn die Blumen fühlen sich in leicht feuchter Erde am wohlsten. Alle zwei Wochen freuen sie sich über etwas Dünger. Ansonsten sind die farbenfrohen Blümchen recht genügsam. Selbst Frost kann den meisten Sorten nichts anhaben.

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Übrigens: Das Wilde Stiefmütterchen (Viola tricolor), aus dem unsere Gartenverwandte gezüchtet wurde, ist nicht nur schön. Es wird in der Naturmedizin auch heute noch als Heilpflanze bei Hauterkrankungen, Halsentzündungen und Rheuma eingesetzt.

So züchten Sie Stiefmütterchen selber

Stiefmütterchen (Viola) blühen bei zeitiger Aussaat bereits im Herbst, ihre Hauptblüte bleibt aber im darauffolgenden Frühjahr. Der Zentralverband Gartenbau rät, deren Samen aufzurauen, beispielsweise in scharfkörnigem Sand. Das beschleunigt die Keimung. Das Substrat wird hier in zwei- bis dreifacher Samenstärke über diese gelegt und das Ganze gut feucht gehalten. Das beste Keimergebnis erzielt der Gärtner bei rund 15 Grad Lufttemperatur.

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Das Stiefmütterchen ist gesellig und teilt sich den Topf auch gerne mit anderen Frühblühern. Ein idealer Duettpartner ist das Gänseblümchen. Neben der klassischen Art mit schneeweißen Blättern und gelbem Blüten hat das Gänseblümchen weitere Verwandte mit voluminösen rosafarbenen oder dunkelroten Blättern. Diese niedlichen Korbblüten des Maßliebchens setzen spielerische Farbakzente, lockern großflächige Veilchenkulturen auf und sind eine optische Bereicherung für jedes Frühlingsbeet.

Woher kommt der Name Stiefmütterchen?

Stiefmütterchen: Der Ursprung seines Namens ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Er soll von der Verteilung der Blütenblätter kommen: Das unterste Blütenblatt – die Stiefmutter – verdeckt die beiden seitlichen Töchter, die wiederum die beiden obersten Blütenblätter – die Stieftöchter – verdecken. Eine weitere Erklärung beruht auf der Pflegeleichtigkeit: Das Stiefmütterchen ist eine sehr anspruchslose Pflanze, die es verträgt, stiefmütterlich behandelt zu werden. Aufgrund der Blütenform und -musterung wird es im Volksmund auch als „Blume mit Gesicht“ bezeichnet.