Wochenlang bewegte sich am Flughafen Tegel fast nichts, dafür gerieten Fluggäste in Wallung, weil sie um ihr Geld fürchten. Foto: imago images/Friedrich Bungert

Zu Abertausenden mussten Reisende wegen Corona auf ihren  Urlaub verzichten, weil die Flüge nicht stattfanden. Dafür gibt es verschiedene Regelungen für Pauschal- und Individualreisende.  

Wer eine Pauschalreise gebucht hat, bekommt vom Veranstalter häufig Gutscheine statt einer Rückerstattung des Gelds angeboten, obwohl sie vorgeschrieben ist. Die Verbraucherzentrale rät dennoch zu prüfen, ob ein Gutschein für einen infrage kommt. Denn auch viele Veranstalter sind in Geldnot. Außerdem sind Gutscheine für Reisen, die vor dem 8. März gebucht worden waren, durch eine Versicherung abgesichert. Reichen deren Mittel nicht aus, springt der Staat ein.

Wer das Geld aber braucht, sollte es zurückfordern und eine Frist von 14 Tagen setzen. Dafür bietet die Verbraucherzentrale einen Musterbrief an. Sollte er nicht fruchten, kann man ein Mahnverfahren betreiben.

Für einen Flug, den man nicht als Teil einer Pauschalreise gebucht hat, sollte man das Geld zurückfordern und eine Frist von sieben Tagen setzen. Auch hier gibt es einen Musterbrief. Aber auch im Fall einer Individualreise besteht die Möglichkeit, einen Gutschein zu akzeptieren. Wer das Risiko einer Pleite der Fluggesellschaft nicht eingehen will, sollte auf einem gegen Insolvenz abgesicherten Gutschein bestehen.

Für den Fall, dass die Fluggesellschaft nicht reagiert, gibt es eine Schlichtungsstelle (Söp). Im Netz gibt es eine Liste, in der alle Unternehmen aufgeführt sind, die sich der Söp angeschlossen haben. Bleibt die Schlichtung erfolglos, bleibt wieder der Weg des Mahnverfahrens.

Ist eine Fluggesellschaft nicht Mitglied der Schlichtungsstelle, wendet man sich ans Bundesamt für Justiz (BfJ). Es  schlichtet nur bei Streitigkeiten um Ansprüche bis 5000 Euro aus Privatreisen, und nicht, wenn man seine Ansprüche bereits bei einer anderen Stelle oder Gericht geltend gemacht hat. Voraussetzung für eine Schlichtung ist, dass der verhinderte Fluggast die Airline kontaktiert hat, zwei Monate lang keine Reaktion bekam oder an ein Kontaktformular verwiesen wurden. Auch wenn die Airline die Ansprüche ablehnt, kann man sich ans BfJ wenden.