Beim Backen von einem Erdbeerkuchen kann man auf das Vorheizen verzichten. Imago/Kirchner-Media

Egal ob man Tiefkühlpizza kauft, abgepackte Brötchen zum Aufbacken oder ein Fertiggericht: Die Zubereitungshinweise auf der Verpackung empfehlen immer, den Backofen vorzuheizen. Auch Backrezepte kommen selten ohne den Hinweis „Vorheizen“ aus. Doch ist das wirklich sinnvoll? Teuer ist es auf jeden Fall. Denn das Vorheizen jagt die Energiekosten um 20 Prozent hoch.

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Eigentlich gibt es nur einen Grund, warum Hersteller von Fertigprodukten das Vorheizen empfehlen: Backöfen brauchen je nach Hersteller, Art und Umgebung unterschiedlich lang, um eine bestimmte Temperatur zu erreichen. Nur so können sie dann exakt und minutengenau sagen, wie lang etwa die Pizza XY braucht, um bei einer bestimmten Temperatur fertig zu werden. Doch wer Augen hat, kann sehen: Öfter in den Ofen schauen (ohne ihn zu öffnen), dann erkennt man selbst, wann die Pizza fertig ist. Die Zubereitungszeiten auf den Verpackungen stimmen dann ohne Vorheizen natürlich nicht mehr.

Wann das Vorheizen überflüssig ist

» Beim Zubereiten von Tiefkühlware

» Beim Backen von Kuchen und selbst zubereitetem Brot (auch Hefeteig)

» Beim Aufwärmen von Brötchen oder Essensresten

» Beim Zubereiten von Aufläufen und Braten

Beim Erwärmen einer Tiefkühlpizza ist das Vorheizen überflüssig Imago/Shotshop

Wann das Vorheizen sinnvoll ist

Aber es gibt Ausnahmen. Bei einigen Gerichten macht das Vorheizen Sinn. Bei Gerichten, die in kurzer Zeit hohe Temperaturen benötigen, um zubereitet zu werden.

» Beim Backen von empfindlichen Teigen, von Brandteig, Biskuitteig, Blätterteig oder Soufflés

» Beim Zubereiten von zartem Fleisch (Filet) oder Fisch

Was beim Vorheizen zu beachten ist

Nur das Blech oder den Rost im Ofen lassen, der später für die Zubereitung benötigt wird. Denn auch das Erwärmen eines nicht benötigten Backblechs kostet unnötig Energie.

Backen und braten Sie möglichst mit Heiß- oder Umluft. Hier können Sie im Vergleich zur Ober-/Unterhitze um 20 bis 30 Grad niedrigere Gartemperaturen wählen. Mit Umluft und Heißluft können Sie auch gleichzeitig auf mehreren Ebenen backen.

Was auch bei der energiesparenden Nutzung des Backofens wichtig ist

Moderne Backöfen haben oft eine Pyrolysefunktion. Eine Art der Selbstreinigung, bei der sich der Backofen auf mehr als 500 Grad aufheizt, Verschmutzungen zerfallen und bleiben als Asche zurück. Die Verbraucherzentrale rät aber von dieser Art der Schnellreinigung ab. Denn diese ist sehr energieintensiv und kann Stromkosten pro Reinigung von bis zu 1,30 Euro verursachen.

Sinnvoller sind die Energiesparprogramme von modernen Backöfen. Bei diesen wird während des Backvorgangs die Hitzezufuhr ab und zu unterbrochen. Laut Stiftung Warentest liegt die Stromersparnis hier zwischen zwei und fünf Prozent.

Gucken, aber nicht aufklappen: Unnötiges Öffnen des Backofens verschwendet Energie. Imago/Westend 61

Schalten Sie den Ofen aus, bevor das Gericht komplett fertig ist. denn auch die Restwärme des Backofens kann man zum Fertiggaren nutzen. Das ist bis zu 15 Minuten lang möglich, nachdem Sie den Ofen schon ausgeschaltet haben.

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Wenn Sie wissen wollen, ob das Gericht fertig ist, schauen sie durch die Glasscheibe und öffnen nicht die Backofentür. So halten Sie die Temperatur konstant und der Ofen braucht keine Energie zum Nachheizen.