Ein Fruchtjoghurt oder Toast mit einem Aufstrich ist für viele ein ganz normales Frühstück. Doch genau hier liegt das Problem. Eine Studie der Harvard University zeigt nun: Wer viele verarbeitete Lebensmittel isst, hat ein deutlich höheres Risiko für Demenz.
Höheres Demenzrisiko
Stark verarbeitete Lebensmittel stehen schon länger in der Kritik: Sie werden mit Übergewicht, Diabetes und Herzproblemen in Verbindung gebracht. Jetzt rückt auch das Gehirn in den Fokus. Laut Berliner Morgenpost zeigt eine Auswertung der Harvard University: Ein hoher Konsum an ultraverarbeiteten Lebensmitteln erhöht das Risiko für Demenz deutlich.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen typische Alltagsprodukte wie Softdrinks, Süßigkeiten, Fertiggerichte und verarbeitetes Fleisch. Aber auch Klassiker vom Frühstückstisch wie etwa Fruchtjoghurt oder süße Aufstriche gehören häufig dazu.
Je mehr Fertigkost, desto höher das Risiko
Für die Studie wurden 5370 Menschen ab 50 Jahren über mehrere Jahre begleitet. Zu Beginn hatten alle keine bekannten Gedächtnisprobleme. Die Forscher erfassten die Ernährung der Teilnehmer, verfolgten deren geistige Entwicklung über rund neun Jahre und überprüften alle zwei Jahre die kognitive Leistung. Faktoren wie Alter, Lebensstil oder Vorerkrankungen wurden berücksichtigt.
Die Zahlen sind deutlich: 58 Prozent haben ein höheres Demenzrisiko und 46 Prozent haben mehr leichte Gedächtnisprobleme bei hohem Konsum verarbeiteter Lebensmittel. Besonders auffällig: Bei Personen, die viel verarbeitetes Fleisch essen, war das Risiko mehr als doppelt so hoch. Umgekehrt gilt: Wer häufig frische, unverarbeitete Lebensmittel wie Obst und Gemüse isst, hat ein um 41 Prozent geringeres Risiko.

Die Studie zeigt auch einen Trend: Je größer der Anteil stark verarbeiteter Lebensmittel im Alltag, desto höher das Risiko. Das betrifft viele Menschen direkt, denn genau solche Produkte sind im Alltag besonders verbreitet.
Kein eindeutiger Beweis, aber ein Hinweis
Die Forscher selbst weisen auf Einschränkungen hin: Die Ernährung wurde nur einmal erfasst und die Studie zeigt Zusammenhänge, keine eindeutige Ursache, denn Demenz wurde über Tests, nicht klinisch, diagnostiziert. Trotzdem passen die Ergebnisse zu anderen Studien, die bereits ähnliche Risiken beim Konsum von Fertigprodukten festgestellt haben.
Klar ist: Die Forschung liefert kein Verbot, aber einen deutlichen Hinweis. Wer häufiger zu frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln greift, könnte langfristig sein Risiko senken und länger fit bleiben. Angesichts steigender Demenzzahlen weltweit könnte genau das für viele Menschen eine wichtige Rolle spielen.


