Viele Energieversorger informieren ihre Kunden derzeit über steigende Tarife.
Viele Energieversorger informieren ihre Kunden derzeit über steigende Tarife. Christin Klose/dpa

Die Preise steigen. Fast jede und jeder kann das im Alltag spüren. Besonders stark sind die Anstiege bei Strom und Gas. Gerade jetzt vor Weihnachten treibt manche die Post vom Energieversorger um. Wenn sich Abschläge verdoppeln oder verdreifachen, beginnt das Grübeln. Soll ich wechseln, was kann man tun?

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Egal ob Grundversorgung oder Sondertarif: Die Preise schnellen fast ausnahmslos in die Höhe. Doch einfach so hinnehmen müssen Verbrauchrinnen und Verbraucher das nicht.

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Preiserhöhung kommt mit Sonderkündigungsrecht

Denn wer mit einer Preissteigerung bei seinem Strom- oder Gastarif konfrontiert ist, hat in der Regel ein Sonderkündigungsrecht. „Der Vertrag kann dann zu dem Zeitpunkt beendet werden, an dem die Preiserhöhung in Kraft tritt“, sagt Udo Sieverding, Bereichsleiter Energie bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

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Steigen die Preise also etwa zum 1. Januar, können Betroffene bis zum 31. Dezember kündigen. Bis zu diesem Zeitpunkt muss die Kündigung dann aber beim Versorger eingegangen sein. Über Preissteigerungen müssen Versorger mindestens einen Monat vor Eintritt der Erhöhung informieren. Voreilig kündigen ist aber keine gute Option.

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Preise für Strom und Gas vergleichen

Nur was ist dann die Alternative? Womöglich ein anderer Versorger. Preisvergleiche können dabei helfen, günstigere Wettbewerber zu identifizieren – etwa bei gängigen Vergleichsportalen im Netz. Aber Achtung: Der Grundversorgungstarif ist dort nicht immer zu finden, im Zweifel muss man diesen separat herausfinden.

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Der Wind dreht sich: Lange Zeit galt die Grundversorgung als teure Alternative zu Sondertarifen. Mancherorts ist das nicht mehr der Fall.
Der Wind dreht sich: Lange Zeit galt die Grundversorgung als teure Alternative zu Sondertarifen. Mancherorts ist das nicht mehr der Fall. Federico Gambarini/dpa

In Regionen, in denen die Grundversorgung günstiger ist als die Sondertarife, sollten Strom- und Gaskunden erwägen, sich in die Grundversorgung fallen zu lassen, rät Verbraucherschützer Sieverding. Allerdings: Der Fachmann schätzt, dass die Preise in der Grundversorgung über kurz oder lang weiter anziehen und sich dem Niveau der Sonderverträge angleichen. „In einigen Tarifgebieten wird das bereits zum Jahreswechsel Realität.“

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Energieversorger wollen überzogene Preise durchsetzen

Die Ursache dafür sieht Sieverding nicht nur in gestiegenen Beschaffungskosten. „Der Verdacht liegt nahe, dass einige Energieversorgungsunternehmen die Preisbremsen – und damit verbundene Wettbewerbshemmung – ab Januar nutzen, um überzogene Preiserhöhungen durchzusetzen“, sagt der Verbraucherschützer. Seiner Einschätzung nach gönnten sich einige Grundversorger eine größere Risikomarge, während andere die Preise nur moderat erhöhten.

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Das Problem: Ob die Arbeitspreise, die Endverbraucher zahlen sollen, angemessen sind oder nicht, können sie selbst nicht feststellen. Das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundeskartellamt haben solche Missbräuche mit überzogenen Risikomargen laut Sieverding im Visier und wollen diese begrenzen, wenn nötig auch rückwirkend.

Höhepunkt der Preisspirale zum Jahreswechsel

In Fällen, in denen Endkunden tatsächlich überhöhte Energiepreise gezahlt haben sollten, würden zu viel berechnete Kosten automatisch erstattet. Davon geht jedenfalls Sieverding aus. Er empfiehlt Verbraucherinnen und Verbrauchern daher, zunächst einmal abzuwarten. Er hält wenig von der Empfehlung, als Betroffener Widerspruch einzulegen und Zahlungen unter Vorbehalt zu leisten. „Diese Bürokratie sollten wir den Kunden und Versorgern ersparen.“

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Sieverding geht davon aus, dass mit den teils drastischen Preiserhöhungen zum Jahreswechsel der Höhepunkt erreicht ist. Fraglich sei vielmehr, wie lange die Tarife auf diesem hohen Niveau bleiben. „Das könnte zwei Jahre so bleiben, aber wenn das Wetter, die Weltpolitik und der Wettbewerb mitspielen, kann es auch im nächsten Sommer wieder runter gehen.“

Das rät die Verbraucherzentrale

Die Ersparnis beim Anbieterwechsel ist in vielen Städten gering bis gar nicht vorhanden, oft ist sogar die Grundversorgung am günstigsten, heißt es bei der Verbraucherzentrale. Vergleichsportale beziehen die Grundversorgungstarife aber oftmals nicht in ihr Suchergebnis ein. Man muss dann bei den örtlichen Anbietern selber schauen. Neben dem Preis sind bei Gas- und Stromtarifen die Laufzeit und eine Preisgarantie wichtig. Vergleichsportale sind aktuell nur eingeschränkt nutzbar. Zu Bonus-Tarifen, Ökostrom und Online-Tarifen sollten Sie sich vorab genau informieren.

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Sie haben eine deutliche Preiserhöhung bekommen und suchen einen neuen Tarif? Dann erkundigen Sie sich beim Grundversorger vor Ort nach günstigen Tarifen, rät die Verbraucherzentrale. Als Übergangslösung sollten Sie den Grundversorgungstarif mit in Ihre Recherche einbeziehen.

Wenn man partout nur teurere Tarife findet, sollte man darauf achten, dass die Laufzeit nicht zu lange ist. Schließen Sie einen Tarif ab, den Sie monatlich oder quartalsweise kündigen können, so die Verbraucherzentale. Dann hilft nur, in regelmäßigen Abständen neu zu suchen.