Auch in Berlin ist es kalt: Spaziergänger auf dem Tempelhofer Feld. Foto: Imago/A. Friedrichs

Eine Kältewelle, wie wir sie seit Jahren nicht gesehen haben, liegt über Deutschland. Bis zu minus 20 Grad geht das Thermometer in den Keller. Der KURIER beantwortet Fragen, die sich jetzt viele stellen.

Können Hände, Füße und Nase erfrieren?

Bei strenger Kälte konzentriert der Körper als Schutzmaßnahme die Wärme auf die wichtigsten Regionen um die lebenswichtigen Organe. Deshalb werden Blutgefäße in weniger wichtigen Körperteilen wie zum Beispiel an Händen und Füßen zusammengezogen, um weniger Energie zu verbrauchen. Diese Bereiche schmerzen bei zu großer Kälteeinwirkung zunächst. Fast jeder kennt das Gefühl wie Nadelstiche. Hört der Schmerz auf und werden die Hautbereich blass und gefühllos, wird es kritisch. Dann liegen bereits Erfrierungen ersten Grades vor. Kommt man wieder ins Warme, entsteht nach kurzer Zeit eine juckende Rötung, die bald wieder abklingt.

Wirklich gefährlich wird es bei Erfrierungen zweiten und dritten Grades. Vorbeugend sollten Sie draußen immer in Bewegung bleiben. Bei der Nase hilft es, wenn Sie regelmäßig durch Reiben die Durchblutung anregen.

Die Nase gehört zu den gefährdeten Körperzonen, wenn es um Erfrierungen geht. Foto: dpa/Anthony Souffle/Star Tribune/AP

Machen nasse Haare draußen wirklich krank?  

Erkältung kommt von Viren, nicht von einem kalten Kopf. Richtig ist aber, dass unser Immunsystem deutlich schlechter arbeiten kann, wenn wir auskühlen. Über den Kopf verlieren wir am meisten Wärme. Sind die Haare nass, wird es dort noch schneller kalt und wir machen es den Viren deshalb leichter. 

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Frieren Dicke wirklich weniger? 

Da das Frieren eine subjektive Empfindung ist, gibt es keine eindeutige Antwort auf diese Frage. Ob Dicke oder Dünne schneller auskühlen, ist auch nicht klar zu sagen. Der schützenden Fettschicht steht die größere Körperoberfläche entgegen, über die wir mehr Wärme verlieren können. Diese Gefahr erhöht sich durch Schwitzen. Ideal ist es, viele Muskeln am Körper zu haben. Die erwärmen uns nämlich.

Schlanken Menschen wird nicht schneller kalt als dicken. Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

... aber Frauen frieren eher als Männer, oder?

Das stimmt wirklich. Das liegt daran, dass Frauen im Regelfall weniger Muskelmasse haben als Männer. Und: Frauen haben tatsächlich eine dünnere Haut als Männer.

Frauen frieren wirklich schneller als Männer. Foto: dpa/Christin Klose

Wärmt Alkohol bei Kälte? 

Im ersten Moment ja, weil die Gefäße sich durch den Alkohol weiten. Deshalb ist dieser Trugschluss so weit verbreitet. Dann aber verliert man durch eben diese geweiteten Gefäße die Wärme sogar deutlich schneller aus dem Körper. Genau genommen sorgt der Alkohol also dafür, dass uns kalt wird.    

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Verursacht das Tragen einer Mütze Haarausfall? 

Das ist Blödsinn. Wenn eine Mütze ständig auf der gleichen Stelle der Haare aufliegt, könnte es durch Überbelastung vielleicht mal zu Haarbruch kommen. Schon das ist aber unwahrscheinlich. Haarausfall hat ganz andere Ursachen – meist genetische. 

Joggen ist auch bei Minusgraden unbedenklich. Foto: Ole Spata

Ist Sport treiben bei diesen Temperaturen ungesund? 

Ungemütlich ja, ungesund nein. Wichtig ist, den Körper schon bei milderen Temperaturen an das Training zu gewöhnen. Wenn Sie jetzt plötzlich draußen starten, könnten Sie vor allem die Lungen überfordern. Ansonsten sehen Sportmediziner eine kritische Grenze erst bei minus 20 Grad. Natürlich gilt wie so oft: Nicht übertreiben!