Wäre er ein Mensch, man würde ihn als faul bezeichnen: Hat der Weihnachtskaktus einmal Knospen und Blüten angesetzt, will er nicht mehr bewegt werden. Sonst wirft er sie ab. Andrea Warnecke/dpa-tmn

Er wächst nicht in der Wüste, besitzt keine Stacheln, mag keine pralle Sonne und ist doch ein echter Kaktus: Der Weihnachtskaktus entspricht gar nicht dem üblichen Bild einer Kaktee. Die Pflanzen mit immergrünen Blättern und Blüten oder Früchten in fröhlichen Rot- oder Weißtönen gehören so selbstverständlich zu Weihnachten wie Kerzenschein, Tannenzweige und Plätzchen, die nach Zimt und Vanille duften. Der Weihnachtskaktus, eine vertraute Zimmerpflanze, passt genau in dieses Schema: Mitten im Winter schmückt er sich über und über mit reizenden roten Blüten.

Die Blütenform des Weihnachtskaktus ist angepasst an sein ursprüngliches Umfeld: Er stammt aus Brasilien, wo er auf Bäumen wächst. Kolibris bestäuben ihn hier - im Schwirrflug vor der Blüte stehend. Doch wie pflegt man einen Weihnachtskaktus richtig? Wir verraten es Ihnen - mit tollen Tipps von Experten...

Tipp 1: Wo ist der perfekte Standort für den Weihnachtskaktus?

Die Pflanze steht am besten an einem hellen Standort ohne Mittagssonne. Strahlen am Morgen und Abend verträgt sie gut. Geeignet ist durchlässige humose Erde. Im Sommer ist auch ein Standort im Garten möglich, allerdings sollte der Weihnachtskaktus bei Temperaturen unter zehn Grad ins Warme geholt werden.

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Die Schlumbergera in Rot ist ein Blickfang in den eigenen vier Wänden. obs/Blumenbüro/Pflanzenfreude.de

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Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius sind für die Gliederkakteen ideal. Den Blühimpuls lösen im Herbst kurzfristig kühlere Temperaturen aus - zehn bis 15 Grad Celsius. Pünktlich zum Fest öffnet der Weihnachtskaktus seine schlanken, weißen, rosa, lebhaft roten oder purpurnen Blüten. Kurz danach entwickelt sich in der Regel ein zweiter, ähnlicher reicher Blütenflor. Der Osterkaktus, Rhipsalidopsis, eifert ihm wenige Monate später nach.

Tipp 2: So oft sollten Sie den Weihnachtskaktus gießen

Ursprünglich stammt der Weihnachtskaktus aus Brasilien. Er lebt dort auf Bäumen - es herrscht lichter Schatten, tropische Regengüsse durchfeuchten den Humus, der sich auf Ästen und in Astgabeln gesammelt hat, überschüssige Nässe tropft sofort herunter. Ähnlich möchte es auch der Weihnachtskaktus auf der Fensterbank haben. Er liebt einen hellen, aber nicht sonnigen Platz und einen gleichmäßig feuchten Wurzelballen. Nur im Nassen dürfen die Wurzeln nicht stehen. Denn dann schrumpeln die Blattglieder oder sie fallen ab, warnen die Experten des Zentralverbands Gartenbau (ZVG) in Bonn.

Schlumbergera reagiert sehr empfindlich auf Kalk im Gießwasser. Idealerweise wässert man den Weihnachtskaktus mit Regenwasser. Wer hartes Leitungswasser hat, kann drei Dinge tun: nur abgestandenes Wasser verwenden, das Wasser filtern oder abkochen. Verwenden Sie auch für die Sprühflasche nur kalkarmes Wasser. Die Tropenwaldbewohner freuen sich über regelmäßige Sprühduschen.

Besonders schön ist auch ein Weihnachtskaktus mit weißen Blüten. Imago Images

Auch in der Wohnung verlangen sie daher ein humusreiches Substrat, das immer etwas feucht sein sollte. Staunässe aber vertragen sie nicht, da auch von den Bäumen überschüssiges Wasser sofort herabfließt. Damit alle Knospen erblühen, sollte jede zweite Woche ein wenig Flüssigdünger ins Gießwasser gegeben werden.

Tipp 3: So regen Sie den Weihnachtskaktus zum Blühen an

Der Weihnachtskaktus (Schlumbergera truncata) blüht nur vier bis sieben Tage lang. Aber da sich seine Blüten erst nach und nach öffnen, hat man rund drei Wochen etwas davon. Bei entsprechender Pflege erblüht die Pflanze um die Weihnachtszeit herum - weshalb der Kaktus auch seinen Namen trägt. Bei guter Pflege kann er aber sogar zwei- oder dreimal im Jahr blühen, teilt die Deutsche Kakteen-Gesellschaft in Adelsdorf (Bayern) mit.

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Voraussetzung ist allerdings, dass die knospigen Töpfe beim Hereinholen und bei jedem Hin- und Herrücken wieder so ins Licht gestellt werden, wie sie ursprünglich gestanden haben. Dreht man sie, werden die meisten Knospen abgeworfen. Am besten markiert man die richtige Seite mit einem Stift, empfehlen die Experten des Zentralverband Gartenbau (ZVG) in Bonn.

Beim Weihnachts- wie auch beim Osterkaktus wirken die Blattglieder nach der Blüte oft runzelig, so als hätte die Pflanze zu wenig Wasser bekommen. Wer jetzt häufiger zur Gießkanne greift, läuft Gefahr, die robusten Blüher umzubringen. Denn der Weihnachtskaktus und seine Verwandten legen nach der Blüte eine Ruhepause ein. In dieser Zeit brauchen sie nicht mehr, sondern weniger Wasser. Nach rund vier Wochen zeigt vermehrtes Triebwachstum das Ende der Ruhezeit an.