Betrüger nutzen Fake-Shops, um im Netz Verbraucher über den Tisch zu ziehen. Foto: Imago-Images/Christian Ohde

Das neue iPhone für wenige Hundert Euro, die Marken-Uhr zum Schnäppchenpreis oder die Designer-Handtasche noch günstiger als im letzten Sale. All das klingt verlockend, kann den Verbraucher aber teuer zu stehen kommen. Denn meist sind diese Angebote wirklich zu schön, um wahr zu sein.

Die Gefahr beim Online-Einkauf Opfer von Fake-Shops zu werden sei in der aktuellen Corona-Krise besonders hoch, warnt die Verbraucherzentrale Berlin. In Zeiten, in denen ohnehin mehr Käufe über das Netz getätigt werden, zieht das natürlich auch Kriminelle an, die das ausnutzen wollen. Daher raten die Verbraucherschützer zu erhöhter Vorsicht.

Oft seien Fake-Shops gute Kopien real existierender Websites, die mit besonders günstigen Preisen locken. „Sie wirken auf den ersten Blick seriös und lassen daher beim Käufer selten Zweifel an ihrer Echtheit aufkommen“, heißt es auf der Webseite der Verbraucherzentrale. Die angegebenen Kontaktdaten und das Impressum seien, wenn überhaupt vorhanden, aber meist falsch. In einigen Fällen werden dafür auch andernorts gestohlene Daten von Nutzern missbraucht. Die Ware, wenn sie denn überhaupt existiert, sei allenfalls minderwertig.

Doch Fake-Shops lassen sich auch erkennen, wie die Verbraucherschützer schreiben. Zunächst solle jeder bei erstaunlich günstigen Preisen erstmal mit einer gewissen Skepsis an die Sache herangehen. Weitere Hinweise könne man bekommen, wenn man sich die Seite einmal genau anschaut: Ist die Internetadresse des eigentlich bekannten Online-Shops plötzlich anders? Oder endet sie ungewöhnlicher weise auf „.de.com“? Übrigens bedeute ein „https“ zu Beginn der Internetadresse mit einem grünen Schloss nicht automatisch, dass man sich auf einer sichereren Seite bewegt, warnt die Verbraucherzentrale. Auch Betrüger können Sicherheitszertifikate nutzen. Fehlt das aber komplett, sollte man den Shop nicht weiter nutzen.

Rein positive Bewertungen sind unrealistisch

Stutzig machen sollte laut Verbraucherzentrale auch, wenn Bewertungen auf der Seite angezeigt sind - und diese ausschließlich positiv sind. Sollten Gütesiegel auf der Seite zu sehen sein, sollten Netz-Kunden zudem überprüfen, ob diese eine Verlinkung zum Siegelbetreiber aufweisen, oder ob diese nur auf die Fake-Shop-Seite kopiert wurden. Ein letzter Hinweis auf Fake-Shops ist oftmals eine unsichere Zahlungsweise. Sollte ein Shop auf Vorkasse bestehen, kann das ein Zeichen für eine Betrugsmasche sein, denn ist das Geld erstmal überwiesen, haben Betrüger, was sie wollen und müssen gar mehr überhaupt Ware versenden.

Wer auf das Angebot eines Fake-Shops hereingefallen ist, sollte sich umgehend an seine Bank wenden, raten die Verbraucherschützer. Überweisungen könnten noch Stunden nach der Bestellung zurückgezogen werden, beim Lastschriftverfahren gebe es die Möglichkeit der Zurückziehung bis zu acht Wochen. Opfer sollten auch Belege für den Betrug, etwa die Online-Bestellung, Auftragsbestätigung und Mail-Verkehr sammeln und von der Verbraucherzentrale prüfen lassen.