Berliner kuscheln auch in Quarantäne, weiß Paula Lambert. Foto: Sixx/Koch

Die Corona-Krise zwingt die Berliner, viel Zeit daheim zu verbringen. Das gibt ihnen jetzt die Chance, sich mehr dem liebsten Menschen auf der Welt zu widmen – dem eigenen Partner. Die Sex- und Beziehungsexpertin Paula Lambert (45) vom TV-Sender Sixx erklärt im KURIER, wie der Hausarrest unser Liebesleben verändert.

Alle Liebenden befinden sich jetzt in einem Auf und Ab der Gefühle. Da ist sich die Moderatorin („Paula kommt“) sicher. Miteinander auf engstem Raum eingesperrt zu sein, könne eine Belastungsprobe für die Beziehung sein. Für Paare, die relativ frisch zusammengekommen sind, sei Sex am Anfang der Krise eine gute Ablenkung gewesen. Es gebe in Quarantäne-Zeiten ja nicht viel anderes zu tun.

In Quarantäne mit der Familie

Aber wo Kinder im Haus sind, die wegen Corona keine Schule haben, sei das mit der Liebe nicht so leicht. „Man macht sich abends einen Plan mit all dem, was man am nächsten Tag vorhat“, sagt Paula, die selbst Mutter ist. Morgens stehe man auf, sorge für das Essen, motiviere die Kinder zu den Hausaufgaben – und schon sei es wieder Abend. Da bleibe nicht viel Kraft für ausgefüllte Sexualität.

Paula hat aber einen Tipp für alle, die ihr Liebesleben in der Quarantäne ankurbeln wollen. „Jetzt ist natürlich die ideale Zeit für Rollenspiele“, sagt die Beziehungsexpertin. Wichtiger sei es jedoch, die erzwungene Zweisamkeit für eine bleibende Liebes-Lektion zu nutzen – „wirkliche Intimität zulassen, sich völlig hingeben, zu vertrauen“. Das werde für viele Paare ein Kitt sein, der weit über die Krisenzeit hinaus hält.  

Online-Flirts für Singles

Eine Chance sieht Paula Lambert auch für Singles. Man könne jetzt zwar nicht mehr ausgehen, um jemanden im Nachtleben kennenzulernen. Aber dafür gebe es ja Dating-Plattformen im Netz. „Singles haben jetzt massenweise Zeit, mögliche Kandidaten per Facetime genauer kennenzulernen“, so die Sex-Expertin. Die Gelegenheit sei günstig, einen Partner mit Substanz zu finden. Singles sollten sich bei Online-Flirts fragen: Ist der Andere kreativ? Gibt er sich Mühe – oder müht man sich nur selbst ab?

Ernster betrachten als die Liebesgelüste von Paaren oder Singles in Quarantäne-Nöten muss man natürlich richtigen Beziehungsstress. Lambert empfiehlt: „Sehen Sie sich die Merkwürdigkeiten des Partners an, als hätte er ein skurriles Hobby.“ Im Streitfall helfe es, sich mit praktischen Arbeiten abzulenken oder den Partner dazu zu bewegen: „Alles, was Richtung freiwillig ausmisten, putzen, sortieren geht, sollte unbedingt gefördert werden – praktischer geht es kaum.“

Unterm Strich: Gegen die Quarantäne-Langeweile helfe – außer Sex – alles, was Menschen verbindet.