Ein Guglhupf kommt unspektakulär daher, doch dieses Rezept ist außergewöhnlich gut. Imago

Vergessen Sie alles, was Sie bisher an Schokoladenkuchen gebacken haben. Dieser schokoladige Guglhupf ist eine Offenbarung. Im Jahr 2013 taucht die Geschichte zum Knaller-Rezept in der Süddeutschen Zeitung auf. Das Rezept ist schon über 150 Jahre alt und stammt von einer Wienerin.

Lesen Sie auch: Mit Pesto und Speck: Der beste Burger der Welt – der Tomaten-Trick macht dieses Rezept so besonders! >>

Dass wir heute diesen saftigen Kuchen backen können, kam so: Im Münchner Café Arzmiller stand 1994 eine Dame vor dem Tresen und bot an, hier ihre eigenen Kuchen zu verkaufen. Der Inhaber versuchte den mitgebrachten Schokoladenguglhupf und war begeistert. Der Hupf kam auf die Karte und innerhalb von zwei Wochen steigerte sich der Umsatz um 15 Prozent,  die Dame – Beatrice Ludwig  – lieferte fortan täglich acht Kuchen, sie buk bei sich zu Hause.

Lesen Sie auch: Omas Rhabarber-Käsekuchen mit Streuseln – dieses Rezept ist der Hammer!

Als sie mit dem Backen aufhören wollte, musste der Besitzer des Cafés 20.000 Mark auf den Tisch legen, um dann lediglich die Zutatenliste für das Meisterwerk zu erhalten. Die Mischung musste er selber herausfinden. 

„Zwei Monate lang scheiterte Arzmiller daran, Nüsse, Eier, Butter und Zucker so zu verrühren, dass der Kuchen weder zusammenfällt noch in der Form kleben bleibt oder krümelig wird“, heißt es in dem Zeitungs-Bericht von damals. 

Das Geheimnis des Kuchens liegt in der Langsamkeit. Ein 150 Jahre altes Rezept braucht Ruhe und bedächtige Hände, nicht das hektische Jaulen einer Küchenmaschine. Wer den Zutaten außerdem ein par Stunden Zeit gibt, auf Zimmertemperatur zu kommen, ist auf einem guten Weg zu einem sensationellen Kuchen. 

Zutaten für Schokoladen-Guglhupf ohne Mehl 

·   200g Butter

·   200g Zucker

·   10 Bio-Eier

·   200g Schokolade, gern die gute dunkle

·   200g gemahlene Nüsse (z. B. Walnüsse oder Mandeln)

·   etwas abgeriebene Zitronenschale

·   1 EL Vanillezucker

·   1 Prise Salz

·   etwas Butter und Kakaopulver

Und so geht's

Legen Sie Walzermusik auf und entspannen Sie sich. Die Guglhupfform nun mit Butter ausstreichen und mit Kakaopulver pudern.  Einen Backofen auf 160°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Nun mit viel Gefühl und am besten zum Takt der Walzermusik Butter, Salz und Zucker schaumig schlagen. Die Eier  – bitte Bio -  eines nach dem anderen in die Masse gleiten lassen.

Lesen Sie auch: Genialer Dip zum Grillen am Wochenende: Das beste Tsatsiki der Welt! Mit diesem Rezept machen Sie die Joghurt-Creme selbst>>

Brechen Sie die Schokolade in kleine Stückchen und lassen Sie sie in einem Schälchen im Wasserbad schmelzen. 

Nun langsam und genussvoll in die Butter-Eimasse fließen lassen, geriebene Mandeln oder Nüsse, Zitronenschale und Vanille unterrühren.

Der Kuchen darf nun für ganze zwei Stunden in den Ofen. Die erste halbe Stunde bei Ober-/Unterhitze, dann die Oberhitze ausschalten und nur mit Unterhitze fertig backen.

Lesen Sie auch: Thüringer Rostbrätel nach Original-DDR-Rezept – jetzt werfen wir den Grill an!>>

Der Kuchen gewinnt, wenn er über Nacht in der Form auskühlen darf. Wer noch nicht genug Schokolade hat, gibt noch mehr von der geschmolzenen Schokolade über den Guglhupf und lässt sie etwas abkühlen.

Ganz nach Belieben kann er dann mit gehackten Nüssen, Smarties oder Gummibären dekoriert werden. 

Selbst nach zwei Tagen schmeckt der Kuchen saftig und sagenhaft schokoladig, doch es ist eher unwahrscheinlich, dass es so lange durchhält und nicht sofort aufgegessen wird.

Was bedeutet Guglhupf eigentlich?

Wussten Sie schon, dass der Gugelhupf  besonders in Österreich und den Nachfolgestaaten der österreichisch-ungarischen Monarchie, dem Elsass, in Süddeutschland, in der Schweiz und in Polen populär ist? Früher wurde der Kuchen mit der charakteristischen Form in einem runden kleinen Napf zubereitet. Die Form mit dem kleinen Kamin in der Mitte die heute verwendet wird, lässt den Teig gleichmäßig garen.

Der GUglhupf ist schon früh gebacken worden. In Noricum und Carnuntum  wurden Bronzebackformen  gefunden, die Guglhupfformen ähneln, schon die Römer wussten also was gut ist. Der Name Gugelhupf wird abgeleitet von gugel(e) , was Kapuze bedeutet (aus mittellateinisch cuculla, lateinisch cucullus) und „hopf“  für Hefe.  In Österreich bezeichnete man als Gugel auch ein im Nacken gebundenes Kopftuch der Bäuerinnen.