Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir schlafend. Imago Images/Panthermedia

Ein ausreichender und erholsamer Schlaf ist besonders wichtig für die Gesundheit. Wer mal eine Nacht nicht gut geschlafen hat, merkt dies meist sofort. Doch was passiert eigentlich, wenn man über einen längeren Zeitraum zu wenig Schlaf bekommt.

Schlaf dient der körperlichen Erholung. Ein ausreichender und erholsamer Schlaf ist daher besonders wichtig für die Gesundheit. Durchschnittlich schlafen die Deutschen pro Nacht sieben Stunden oder weniger [4]. Schlafforschende empfehlen jedoch mindestens sieben bis neun Stunden, damit der ganze Körper wieder Energie tanken kann. Zwar hat jeder Mensch ein anderes Schlafbedürfnis, jedoch scheinen die Deutschen im Durchschnitt zu wenig Schlaf abzubekommen.

Schlafmangel kann zum Teufelskreis werden

Oftmals haben Schlafstörungen (Insomnie) ihren Ursprung in hohem Alltagsstress, Anspannung oder einem unregelmäßigen Schlafrhythmus. Das Grübeln über negative Alltagssituationen oder die nicht abfallende Anspannung verhindern dann oft, dass das Gehirn und der Körper zur Ruhe kommen. Der fehlende Schlaf wirkt sich am nächsten Tag deutlich auf unser Gemüt aus.

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Man ist schneller reizbar z.B. durch Umweltgeräusche, ist ungeschickter, reagiert langsamer und trifft tendenziell eher falsche Entscheidungen, wie Forschungen zeigen. Das wiederum kann zu erhöhter Nervosität und weiterer Anspannung führen, die weitere Einschlafprobleme verursachen. Auf Dauer kann sich dieser Teufelskreis aus Schlafproblemen, Nervosität und Anspannung auf unsere Psyche auswirken und somit das Risiko erhöhen an mentalen Beschwerden, wie einer Depression, einer Angsterkrankungen oder einer Psychose zu erkranken.

Guter und tiefer Schlag ist wichtig für die Gesundheit. imago images/YAY Images

Schlafmangel erhöht außerdem die Gefahr für diverse Krankheiten. Bei zu wenig Schlaf steigt der Puls und die Körpertemperatur sinkt. Das schwächt nicht nur das Immunsystem, auch das Risiko für Herz-Kreislauf- Erkrankungen, , wie z.B. Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzinsuffizienz, oder einen erhöhten Blutdruck steigt.

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Wenig Schlaf lässt außerdem nicht nur die Haut schneller altern, sondern kann auch zu Gewichtszunahme führen. Denn während des Schlafs schüttert der Körper Sättigungshormone aus. Wer wenig schläft, bekommt also schneller Appetit. Weil sie am schnellsten den Hunger stillen, wird bei Schlafmangel dann zumeist auf fett- und kohlenhydratreiche Lebensmittel zurückgegriffen.

Das passiert bei Schlafmangel

Für die Teilnehmer eines Experiments des US-Schlafforschers Allan Rechtschaffen ging es 1983 um Leben und Tod: Sie saßen auf einem Drehteller über einem Wasserbecken, und Sensoren zeichneten auf, ob sie noch wach waren. Sobald sie begannen einzuschlafen, setzte sich der Teller in Bewegung - und die Probanden mussten rennen, um nicht ins Wasser zu fallen.

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Nach anderthalb Wochen Schlafmangel aßen sie immer mehr und nahmen doch an Gewicht ab, während sie gleichzeitig ihre Körpertemperatur nicht mehr halten konnten. Darüber hinaus entwickelten sie Tumore und Infektionskrankheiten, ihre Hormonwerte verschoben sich dramatisch. Innerhalb weniger Wochen waren alle tot, vermutlich aufgrund einer Überlastung des Stoffwechsels, eines Zusammenbruchs des Immunsystems und völliger Erschöpfung.

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Natürlich handelte es sich bei den Probanden nicht um Menschen, sondern um Ratten. Dennoch gehört die Studie von Rechtschaffen bis heute zu den meist zitierten Arbeiten, wenn es um die negativen Folgen von Schlafentzug geht.