Hübscher Vintagelook, aber ein Energieverschwender: An Wasserhähnen mit zwei Rädern für Kalt- und Warmwasser läuft tendenziell mehr warmes Wasser ungebraucht den Abfluss hinunter als bei sogenannten Einhebelmischern. Foto: Britta Pedersen/dpa

Der größte Gasfresser, die Heizung bleibt in diesem Tagen sowieso aus. Deswegen können Sie an diesem Hebel nicht drehen. Dennoch gibt es in jedem Haushalt Potential zum Gas-Sparen. Der KURIER gibt  Tipps, damit die Gasspeicher in Deutschland für den Winter  besser gefüllt werden können. Warmes Wasser zum Duschen, Baden oder zum Abwaschen kann ordentlich zu Buche schlagen. Hier lohnt es sich, den Verbrauch zu reduzieren. 

1. Duschen statt Baden

Denn ein Vollbad reicht im Schnitt dreimal zum Duschen. Hier spart man nicht nur Gas sondern auch Wasser. Zusätzlich lässt sich an dieser Stelle Gas sparen, wenn Sie auf einen Sparduschkopf umrüsten. Beim Duschen gilt außerdem: Während des Einseifens das Wasser abstellen!

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2. Kürzer Duschen

Senken Sie die Duschzeit täglich um drei Minuten, können Sie in einem 3-Personen-Haushalt pro Jahr die Energiekosten um etwa 150 Euro senken.

Kälter Duschen

Der nahe liegende Energiespartipp lautet: Gerade an heißen Sommertagen einfach mal nicht ganz so heiß duschen. Auch wenn das kühle Nass am Morgen nicht jedem liegt, können Sie sparen: Wer die Grundtemperatur seines Warmwassers, die über einen elektronischen Durchlauferhitzer oder Untertischspeicher gesteuert wird, auf 60 Grad herunterregelt, gibt rund zehn Prozent Energiekosten im Jahr weniger aus. Wer einen Garten hat, kann eine Solardusche aufstellen.

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Händewaschen mit kaltem Wasser

Viele kleine Vorgänge wie das Händewaschen oder Rasieren, oder das Waschen von Gemüse klappen auch mit kaltem Wasser. Handflächen werden mit Seife und einer entsprechenden Waschdauer ebenso sauber. Seife killt 99,9% aller Keime und Bakterien, egal bei welcher Wassertemperatur.  Auch Zähneputzen und Gesicht waschen gehen mit kaltem Wasser. Erfrischt.

Gas sparen beim Kochen

Fast  jeder zehnte deutsche Haushalt nutzt Gas auch zum Kochen. Hier ist es wichtig, einen passenden Topf mit Deckel auszuwählen. Und wer etwa Kartoffeln kocht, sollte so wenig Wasser wie möglich verwenden. Denn mehr Wasser braucht länger, bis es kocht. Einen Gasofen brauchen Sie nicht vorheizen.

Boden mit kaltem Wasser wischen

Zum Boden Wischen reicht kaltes Wasser. Mittlerweile weiß man, dass es sogar besser ist als heißes, denn Warmwasser hinterlässt oft Streifen, weil es sich nicht mit der chemischen Zusammensetzung der Putzmittel verträgt.

Wasserkocher nutzen anstelle des Herds

Immer nur so viel Wasser erhitzen wie man wirklich braucht. Für Tee und Kaffee ist der Wasserkocher immer die bessere Wahl.

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Kalte Küche und Stecker-raus-Tag

Nie ist es einfacher als im Sommer, den Herd ausgeschaltet zu lassen. Salate, Snacks und Obst und Gemüse schmecken ungekocht am besten. Machen Sie eine Challenge draus: schaffen Sie einen Tag in der Woche mit ganz wenig Energie auszukommen? Nicht kochen, nicht duschen, nicht streamen sondern lesen, Kerze auf dem Balkon statt Lampe, kein Handy laden. Bahn fahren und im See baden.

Haben Sie noch mehr Tipps, wie man im Alltag Gas, Strom oder Wasser sparen kann - schreiben Sie uns gern.

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Übrigens: Wirtschaftsminister  Robert Habeck geht mit gutem Beispiel voran: Im Wirtschaftsministerium springen Klimaanlagen künftig erst bei 26 Grad an, die Heizung bleibt bis einschließlich August aus, und die Gebäude des Ministeriums werden nachts nicht mehr angestrahlt. Dass Verbraucher mit ihrem Verhalten die ganz große Gaswende nicht hinbekommen ist klar. Auch in Industrie und Wirtschaft müssen Sparpläne her.

Habeck will die Spar-Kampagne ausdrücklich nicht als Ersatz für Regierungshandeln verstanden wissen. Klimaschutzpolitik dürfe man nicht privatisieren, sagt er. Dennoch antwortete der Minister auf die Frage, wer denn mit der Kampagne vor allem gemeint sei – Verbraucher, kleinere Unternehmen oder größere? „Die Antwort kann ja nur sein: alle. Und jede und jeder an ihrem Platz.“