Rührei oder Spiegelei? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Foto: Imago/Panthermedia, Imago/Shotshop

Zu einem zünftigen Sonntags-Frühstück gehören frische Brötchen, leckerer Kaffee oder Tee, ein Fruchtsaft und natürlich ein Ei. Doch über die Zubereitungsart scheiden sich die Geister. Während sich die meisten auf die klassische gekochte Variante in der Schale einigen können, gibt es bei Rühr- und Spiegelei zwei Fraktionen. Der große Eier-Krieg beim KURIER.

Pro Spiegelei: Der unverfälschte Frühstücksgenuss!

Wenn das Ei nicht in der Schale auf den Tisch kommt, gibt es eigentlich nur eine ernstzunehmende Erscheinungsform: das Spiegelei! Alles andere ist nur überkandidelter Schnickschnack! Es gibt doch nichts schöneres, als das pure Ei: Außen weiß, innen gelb, unten kross, oben weich. Ein Spiegelei vereint alle Konsistenzen, die ein Ei annehmen kann – und letztendlich fließt doch nichts so schön wie halbgestocktes Eigelb.

Bei Rührei gibt es dagegen nichts zu bestaunen. Oft kommt es als unübersichtlicher Wust an Ei-Schnipseln daher, die gerne auch mal zu einem unverkennbaren Granulat zusammengebraten werden. Ohnehin geht es der Rühreifraktion ja offenbar nur darum, so wenig Ei wie möglich zu schmecken, oder warum wird der vermeintliche Star des Gerichts oft mit Milch, diversen Gemüsen und Unmengen an Speck gestreckt? Gemischte Paprika-Schinken-Pfanne mit Ei? Klar! Aber Rühr-EI? Niemals.

Das Spiegelei hingegen ist hervorragend sortiert. Und das hilft beim Würzen und beim Essen. Denn während Eiklar durchaus eine ordentliche Portion Pfeffer vertragen kann, schmeckt Eigelb nur mit Salz am besten. Und: Es ist auch in der Handhabung einfacher: Rühr(ei)-Krümel fallen ständig von der Gabel oder vom Brot. Ein Spiegelei lässt sich mit Messer oder sogar der Gabel schneiden und liegt auf einer Scheibe Brot, als wäre es dafür gemacht worden. Rührei hingegen kommt, nachdem es vom Brot auf den Boden gefallen ist, dorthin, wo das Rezept hingehört: In den Mülleimer.

Und die Zubereitung ist so einfach: Ei aufschlagen, in die Pfanne, die auf mittlere Temperatur gebracht wurde, hineingleiten lassen und braten lassen. Nach einer Minute mit einem Pfannenwender vom Boden lösen, den Herd abschalten und in der noch heißen Pfanne durchziehen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Fertig. Übrigens nicht umdrehen: Das hätte dann schon wieder zu viel von einem Rührei. (dma)


Pro Rührei: Spiegelei gehört auf keinen Frühstückstisch!

Beim gemütlichen Sonntagsfrühstück tafeln viele gern so richtig auf – frische Brötchen, Käse, Wurst, Marmelade… es gibt allerdings Dinge, die selbst am Sonntag auf keinen Frühstückstisch gehören. Zum Beispiel: Spiegelei. Ernsthaft: Wer mag es schon, so einen riesigen Fladen auf dem Teller zu haben? Schon diese Optik! Die eine Hälfte weiß, die Ränder angekokelt, in der Mitte ein Dotter-Sack, der einen anguckt wie ein riesiges Auge. Und der dann ausläuft wie ein eitriges Geschwür, wenn man mit dem Messer hineinsticht. Dann verteilte sich der orangefarbene Schmodder über den ganzen Teller. Ihr Spiegelei-Fans, WAS IST LOS MIT EUCH?

Nicht umsonst servieren die meisten Hotels auf ihren Frühstücksbuffets kein gespiegeltes, sondern gerührtes Ei. Beweisführung abgeschlossen! Die zarte Textur, die goldene Farbe, die Möglichkeit, das Ei nach Herzenslust mit Zutaten aufzumotzen – all diese Argumente machen Rührei zum einzig wahren Frühstück. Vor allem die Tatsache, dass sich das Ei auf jeden anpassen lässt. Du liebst Schinken? Rührei! Du bist ein Kräuter-Fan? Rührei! Du magst abgefahrene Dinge wie Shrimps? Pack' sie ins Rührei. Du liebst weiße Glibber-Platten mit gelber Schmiere? Alles klar, hier hast du dein Spiegelei. Guten Hunger.

Aber zurück zum Rührei: Das ist wirklich simpel zu machen. Eier nach Bedarf aufschlagen und mit einem Schuss Milch verquirlen. Profis schwören zudem auf etwas Mineralwasser, die Kohlensäure macht das Ei fluffiger. Außerdem Salz, Pfeffer, vielleicht etwas Rosenpaprika – mehr braucht es nicht. Eine Pfanne kommt auf den Herd, etwas Butter wird erhitzt.

Wer Extra-Überraschungen wie Schinken, Pilze oder Gemüse im Ei haben will, brät diese zuerst an, kippt dann die Eier-Masse drauf. Dann wird das Rührei, während es stockt, mit dem Holzspatel hin- und hergeschoben. Fertig ist das Frühstücksei, wenn die gestockte Masse noch feucht glänzt, denn die Masse gart aufgrund der eigenen Wärme noch etwas nach, bis es auf dem Tisch steht. Auch ohne Zugaben bleibt Rührei übrigens famos: Nur die Eier, die Milch, Gewürze und frische Schnittlauchröllchen – Spiegelei, go home! (fth)