Pfeffer soll einen Schleifeffekt gegen Grauschleier entwickeln, Salz Seifenrückstände von Fasern abhalten. Aber stimmt das? imago images/imagebroker

Dieser Tipp feiert gerade Furore: Buntwäsche verliert mit jedem Waschgang an Farbpracht, Weißwäsche bekommt mit der Zeit einen Grauschleier oder wird gelbstichig. Dagegen soll ein sehr gängiges Küchengewürz helfen: nämlich Pfeffer! So empfiehlt die Zeitschrift Freundin: Jedem Waschgang solle ein Teelöffel gemahlener Pfeffer beigefügt werden – direkt in die Trommel. Die Wäsche solle bei niedriger Temperatur gewaschen werden.

Der Pfeffer, so das Versprechen, wirke wie ein Schleifmittel, das Seifenrückstände aus den Kleiderfasern entferne – der Grund, warum Farben ausbleichen. 

RTL dreht die Gewürzmühle noch eine Umdrehung weiter: In einem Beitrag des TV-Senders heißt es, neben Pfeffer gehöre auch Salz in die Trommel. Das hindere Seifenrückstände daran, sich an die Fasern zu heften, zum anderen spare man sich so den Weichspüler.

Experte hält Lifehack für „groben Unfug“ – und nennt diese Gründe

Das Portal myhomebook.de hat dazu einen Experten befragt, Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V. (IKW). Glassl hat eine deutliche Meinung zum angeblichen Pfeffer-Lifehack. „Grober Unfug“ sei das. Dafür nennt der Experte folgende Gründe:

- Seife werde in handelsüblichen Waschmitteln so gut wie nicht eingesetzt.

- Übliche Waschmittel, korrekt dosiert, seien in der Lage, etwa einen Grauschleier zu entfernen, denn der bestehe aus Schmutz sowie möglicherweise Kalk oder Kalkseife, wogegen die im Waschmittel enthaltenen Inhaltsstoffe wirken.

- Selbst wenn Pfeffer Schmutzpartikel binden könnten, bräuchte es dafür laut Glassel erhebliche Mengen, und die Körner müssten viel feiner gemahlen sein als Küchenpfeffer.

- Um einen Schleifeffekt zu entwickeln, ist der Pfeffer viel zu weich.

- Würde es dennoch unter Einsatz größerer Mengen klappen, würde das Pfeffer-Schleifmittel auch die Kleidungsfasern in Mitleidenschaft ziehen. Der Effekt wäre: ein Grauschleier, also das, was der Pfeffer ja eigentlich bekämpfen soll.

- Es besteht die Gefahr, dass eine größere Dosis Pfeffer eine Verstopfung verursacht.

- Würde man 10 Gramm Pfeffer einsetzen, rechnet Glassl vor, könnten sich die Kosten für den Waschgang verdoppeln, das sei finanziell nicht zu rechtfertigen.

- Aber wie steht es dann um den Tipp mit dem Salz? Auch davon rät der Experte ab. Also: die Gewürze in der Küche lassen, stattdessen die Dosieranleitung der Waschmittel genau befolgen. Gegen Verfärbungen beim Waschgang helfen übrigens auch spezielle Entfärber-Tücher. Sie sind vor allem sinnvoll, wenn etwa der Weißwäsche auch helle Textilen beigemischt sind, oder bunte Textilien leicht ausbluten. Wenn das nicht reicht, müssen die Kleidungsstücke separat gewaschen werden.