Wenn ein Kredit abgelehnt wird, kann das auch an negativen Schufa-Einträgen liegen. imago/McPHOTO

Sind Sie kreditwürdig? Das fragen sich häufig Vermieter, Banken und Anbieter von Mobilfunkverträgen. Ohne eine sogenannte Bonitätsauskunft kommt man dann in der Regel nicht mehr weit. Meist gibt es die von der Schufa, der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung.

Damit man keine bösen Überraschungen erlebt, sollte man Einträge bei der Schufa rechtzeitig kontrollieren und gegebenenfalls Einspruch dagegen einlegen.

Deutschlands größte Auskunftei im Bereich Privatkunden ist die Schufa. Nach eigenen Angaben hat sie Daten von mehr als 68 Millionen Privatkunden und 6,25 Millionen Unternehmen gesammelt, die sie an ihre rund 10.000 Vertragspartner herausgeben kann.

Was speichert die Schufa?

„Gespeichert werden Daten über Bankkonten, Mobilfunkkonten, Kreditkarten, Leasingverträge, Ratenzahlungsgeschäfte und über Kredite und Bürgschaften“, sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen. „Gespeichert werden auch Zahlungsstörungen oder Kündigungen.“ Im Laufe der Zeit könne sich der Scorewert verändern, der aus den Daten ermittelt wird.

Wie erfahre ich von negativen Einträgen?

„Sie erfahren das nicht von selber“, sagt Birgit Vorberg von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Verbraucher müssten dafür bei der Schufa – oder jeder anderen Auskunftei – eine Datenkopie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) beantragen. Diese ist kostenlos.

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Sabine Bernstein, Pressesprecherin der Schufa, empfiehlt, die Datenkopie regelmäßig einzuholen, „zumindest immer dann, bevor man einen Kredit oder einen neuen Mietvertrag abschließen will“. Dann bestehe die Möglichkeit, dass die Menschen fehlerhafte Einträge erkennen und korrigieren lassen können.

Was kann ich gegen negative Schufa-Einträge tun?

Negative Einträge sind häufig auf unbezahlte Rechnungen oder Kreditraten sowie gekündigte Girokonten mit unbezahlten Dispokrediten zurückzuführen. Darum gilt es, die Datenkopie genau zu kontrollieren.

„Eventuell steht eine Rechnung als unbezahlt drin, die man längst beglichen hat“, sagt Verbraucherschützerin Vorberg. Möglich sei auch, dass der Name verwechselt und Daten deswegen falsch eingetragen wurden.

Wichtig ist: Eine unbezahlte Rechnung darf nur vermerkt werden, wenn zweimal gemahnt wurde. Das müsse das Unternehmen, das die Mahnung ausgestellt hat, nachweisen können, sagt Schufa-Sprecherin Bernstein.

Halten Verbraucher einen Eintrag für falsch, können sie bei der Schufa anrufen. Diese halte dann Rücksprache mit dem Unternehmen, das den Eintrag veranlasst hat, so Bernstein. Handelt es sich tatsächlich um einen Fehler, werde der Vermerk korrigiert. In Streitfällen hätten Privatpersonen die Möglichkeit, einen Ombudsmann einzuschalten.

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Alternativ könnten sich Betroffene auch direkt an das Unternehmen wenden, das den falschen Eintrag veranlasst hat. Lehne die Firma es ab, den Eintrag zu widerrufen, könnten sich Verbraucher auch an einen Anwalt wenden.

Werden negative Einträge jemals gelöscht?

Ja, werden sie. Dazu gibt es festgelegte Fristen. „Wird eine offene Rechnung letztendlich bezahlt, wird der Schufa-Eintrag taggenau nach drei Jahren gelöscht“, erklärt Schufa-Sprecherin Bernstein. Der Vermerk über eine Privatinsolvenz wird nach Abschluss des Verfahrens aktuell ebenfalls noch drei Jahre gespeichert.