Wie lange sollten wir wirklich schlafen? Eine neue Studie verrät es. Foto: Imago/Westend61

Fühlen Sie sich auch oft schlapp und müde? Das kann an ihrem Schlaf liegen, genauer an der Zeit, die Sie sich für Ihre Ruhe gönnen. Nicht nur zu wenig Schlaf kann der Gesundheit schaden. Auch wer zu lange im Bett liegt, riskiert sein Wohlbefinden.

Ein Forscherteam aus den USA hat jetzt alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Schlafdauer zusammengetragen. Daraus leiten die Experten eine Empfehlung ab: Wie viel Schlaf brauchen wir wirklich in welcher Altersgruppe? 

Auch zu viel Schlaf kann schädlich sein

Viele Menschen glauben, je mehr man schläft, desto besser. Das stimmt aber nicht. Tatsächlich hängt die optimale Schlafdauer nämlich davon ab, wie alt Sie sind. Die National Health Foundation hat dafür im „Sleep Journal“ neue Richtlinien veröffentlicht und erklärt, wie viele Stunden Schlaf gut für Körper und Gesundheit sind – und welche Stundenzahl an Schlaf sogar schädlich sein kann.

In der Studie heißt es wörtlich: „Die Anforderungen an eine ausreichende Schlafdauer variieren über die gesamte Lebensspanne und von Mensch zu Mensch. Die hier angegebenen Empfehlungen stellen Richtlinien für gesunde Personen und solche, die nicht an einer Schlafstörung leiden, dar. (...) Personen, die gewohnheitsmäßig außerhalb des Normalbereichs schlafen, weisen möglicherweise Anzeichen oder Symptome ernsthafter Gesundheitsprobleme auf oder gefährden, wenn sie dies freiwillig tun, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden.“

Schlafen wir zu wenig, macht uns das beispielsweise deutlich empfindlicher für Erkältungskrankheiten, wie die hkk-Krankenkasse herausgefunden hat. Zu viel Schlaf kann dagegen laut kanadischen Wissenschaftlern einen negativen Einfluss auf eine Bluthochdruck-Erkrankung haben.

Das sind die Empfehlungen der der amerikanischen „National Health Foundation“ (NHF): 

Neugeborene (null bis drei Monate)

Babys im Alter von bis zu drei Monaten brauchen am meisten Schlaf. Als ideal gelten zwischen 14 und 17 Stunden, sagen die Schlaf-Forscher der NHF. Elf bis 13 Stunden sind das untere Limit, 18 bis 19 Stunden die obere Grenze.

Säuglinge (vier bis elf Monate)

Im Alter zwischen vier und elf Monaten beträgt die ideale Schlafdauer zwölf bis 15 Stunden. Etwas weniger (zehn bis elf Stunden) sind aber auch in Ordnung. Gleiches gilt, wenn die Kleinen etwas mehr schlummern: 16 bis 18 Stunden.

Als Säugling ist unser Schlafbedürfnis am größten. Foto: Imago/Westend61

Kleinkinder (zwölf Monate bis zwei Jahre)

Das Minimum für Kinder zwischen einem und zwei Jahren sind neun oder zehn Stunden. Als ideale Schlafdauer gelten elf bis 14 Stunden. Noch im Rahmen sind laut NHF bis zu 16 Stunden.

Vorschulkinder (drei bis fünf Jahre)

Zwischen drei und fünf Jahren nimmt das Schlafbedürfnis bereits deutlich ab. Kinder in diesem Alter brauchen in der Regel noch zehn bis 13 Stunden Schlaf. Die untere Grenze von acht Stunden sollte aber nicht unterschritten werden,  14 Stunden sind das obere Limit.

Schulkinder (sechs bis 13 Jahre)

Das durchschnittliche Schlafbedürfnis für Kinder zwischen dem sechsten und 13. Lebensjahr beträgt neun bis elf Stunden. Sinkt die Schlafdauer auf acht oder sieben Stunden, gilt das als zu wenig. Zwölf Stunden Schlaf sind in dieser Phase (zu) viel.

Teenager (14 bis 17 Jahre)

In der Pubertät werden die Träume wilder und der Schlaf leichter. Teenies zwischen 14 und 17 Jahren kommen nach Meinung der Forscher mit acht bis zehn Stunden Schlaf gut aus. Sieben Stunden am unteren Ende der Schlafskala sind auch in Ordnung. Die obere Grenze von elf Stunden wird wohl meist am Wochenende und in den Ferien erreicht.

Twens (18 bis 25 Jahre)

Junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren kommen locker mit sieben bis neun Stunden Schlaf aus. Die untere Grenze der Schlafdauer liegt nach den Vorgaben der NHF bei sechs Stunden. Mancher Twen braucht aber auch bis zu elf Stunden.

Erwachsene (26 bis 65 Jahre)

Zwischen dem 26. und 65. Lebensjahr pendelt sich das Schlafbedürfnis dann auf ein gleichmäßiges Level ein: Sieben bis neun Stunden gelten als ideal, sechs Stunden sollten es aber mindestens sein.

Senioren (65 Jahre und älter)

Ab dem Rentenalter nimmt das Schlafbedürfnis dann noch einmal etwas ab. Im Mittel brauchen Menschen ab 65 Jahren in der Regel nur noch rund acht Stunden Schlaf. Manche Senioren kommen auch mit nur fünf bis sechs Stunden gut aus, während andere gern bis zu neun Stunden schlummern.