Als Schattenriss ist im Gegenlicht der Mittagssonne ein Mann zu sehen. Am wärmsten ist es an heißen Tagen aber nicht mittags. dpa / Patrick  Pleul

An heißen Tagen brutzelt die Sonne von früh bis spät. Im Süden macht man deswegen in den Mittagsstunden Siesta. Viele Läden haben geschlossen, man verzieht sich in die kühlen Innenräume. Klar, dass es in den Mittgasstunden, wo die Sonne hoch am Himmel steht auch am wärmsten sein muss.  Denkste.

Die heißeste Zeit des Tages ist im Sommer nämlich gar nicht mittags, sondern erst nachmittags. Das gilt in Mitteleuropa, denn der Sonnenhöchststand findet hier überhaupt erst gegen frühen Nachmittag statt. Schuld daran ist die Zeitumstellung, die dafür sorgt, dass wir in Deutschland erst um 13.30 Uhr den Sonnenhöchststand erreicht haben.

So richtig warm wird es erst nachmittags

Die Temperatur erreicht ihren Höhepunkt erst mit Verzögerung, nicht zugleich mit dem Höchststand der Sonne. Die größte Hitze kommt also an einem heißen Tag erst zwischen 17:00 und 18:00 Uhr.

„Die Luft erwärmt sich immer vom Boden aus“, erklärt Jörg Kachelmann.  „Die von der Sonne kommende kurzwellige Strahlung trifft auf den Erdboden (oder den menschlichen Körper) und wird dort in langwellige Wärmestrahlung umgewandelt und zurückgestrahlt. Erst muss sich also der Boden erwärmen, bevor die Luft darüber warm wird.“

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Bis 17 Uhr haben sich Häuser und Boden ordentlich aufgeheizt und geben weiter Wärme ab. Erst wenn Luft und Boden ordentlich warm sind, steigt die Temperatur deutlich. Am Meer ist es kühler, weil das Wasser eine niedrigere Temperatur hat.

Ab 18 Uhr wird es wieder kühler

Nach 18 Uhr nimmt die Sonneneinstrahlung aufgrund des Einfallswinkels, also des Sonnenstandes, wieder ab. Der Juli übrigens gilt als der wärmste Monat auf der Welt.  Der  Juli 2021 hat sich selbst übertroffen und ist als heißester Juli und Monat, der je gemessen wurde in die Geschichte eingegangen. Im Juli steht die Sonne am höchsten. Auch wenn mit dem 21. Juni, dem Tag der Sommersonnenwende die Umkehr eingeläutet wird und die Tage langsam wieder kürzer werden.

17 Stunden Sonne am 21. Juni

Sonnenanbeter werden nach dem kommenden Dienstag womöglich lechzen - so denn der Himmel klar bleibt. Denn auf der gesamten Nordhalbkugel ist es am 21. Juni am längsten hell. „Hierbei handelt es sich um ein astronomisches Phänomen. So hat die Sonne an diesem Tag die größte Mittagshöhe über dem Horizont“, erklärte Frank Kaspar, Leiter des Referats Nationale Klimaüberwachung des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Wenn keine Wolken am Himmel stehen, wäre es theoretisch der längste Sonnentag.

Am 21. Juni geht die Sonne an einem der nördlichsten Punkte Deutschlands, auf der Nordsee-Insel Sylt, ungefähr um 4.47 Uhr auf. Der Untergang wird gegen 22.08 Uhr erwartet. Auf Garmisch-Partenkirchen im tiefen Süden der Republik scheint die Sonne bei wolkenlosem Himmel etwa zwischen 5.18 Uhr und 21.16 Uhr.

Dem DWD zufolge scheint die Sonne an jenem Tag in Hamburg und Berlin rund 17 Stunden, in Düsseldorf knapp 16 Stunden und 30 Minuten und in München bis zu 16 Stunden. Die wirkliche Sonnenscheindauer sei jedoch auch von vielen anderen Faktoren abhängig, meint Kaspar. So könne sich etwa Luftverschmutzung negativ auswirken.

Aus astronomischer Sicht markiert die Sonnenwende den Sommeranfang, für Meteorologen war der hingegen bereits am 1. Juni.