Die Schnupfen-Welle rollt - das richtige Verhalten ist in der Erkältungszeit das A und O. Foto: imago/Thomas Trutschel/photothek.de

Der Herbst ist da, das Wetter kühler und regnerischer als in den vergangenen Monaten – und damit rollt auch die Erkältungswelle. Bedingt durch die Corona-Krise wird’s in diesem Jahr dramatisch, denn die Unsicherheit ist groß. Viele, die nur ein Kratzen im Hals spüren, werden sich sofort Sorgen machen. Umso wichtiger ist es, vorzubeugen. Christiane Cott, Fachärztin für Innere Medizin am Sana Gesundheitszentrum Friedrichshain, gibt wichtige Tipps.

Dr. Christiane Cott ist Fachärztin für Innere Medizin am Sana Gesundheitszentrum Friedrichshain. Berliner KURIER / Andreas Klug

Bedingt durch die Corona-Pandemie werde die Verunsicherung in diesem Jahr groß sein, sagt Christiane Cott dem KURIER. Dabei muss sich wegen einem leichten Kratzen im Hals oder einem Schnupfen noch niemand Sorgen machen. „Erst Husten oder Fieber sind Symptome, bei denen die Betroffenen auf jeden Fall zu Hause bleiben sollten“, sagt sie. „Halten die Symptome länger als drei Tage an oder kommt Luftnot hinzu, muss ein Arzt aufgesucht werden.“ Noch immer gilt allerdings: Vorher in der Hausarztpraxis anrufen und telefonische Beratung einholen. Alternativ kann die Hotline des Senats angerufen werden (Tel. 030 90 28 28 28).

Es muss nicht gleich Corona sein – aber auch eine Erkältung kann nerven. Hier kommen fünf Tipps, wie Sie jetzt noch für die Erkältungszeit vorbeugen können.

Ausreichend Schlaf. Oft unterschätzt, aber dennoch enorm wichtig für die Gesundheit: der Schlaf. „Wie viel Schlaf ideal ist, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich“, sagt Cott. „In jedem Fall muss es so sein, dass man sich am nächsten Morgen ausgeschlafen fühlt – und das ist meist bei sechs bis acht Stunden der Fall.“ Schlaf ist wichtig, weil sich das Immunsystem in dieser Zeit regeneriert. Wer Probleme mit dem Einschlafen hat, sollte am Abend beruhigende Dinge tun. „Einen warmen Tee trinken, ein Buch zur Hand nehmen und etwas lesen“, sagt Cott.

Bewegung. Auch körperliche Betätigung ist wichtig für die Gesundheit. „Dabei werden verschiedene Stoffe freigesetzt, die zur Erhaltung der Gesundheit beitragen“, sagt Cott. Etwa Stoffe, die antidepressiv wirken, zum Erhalt der Herz-Kreislauf-Funktion und zur Reduktion des Blutdruckes beitragen. „Wichtig ist, dass man die Bewegungseinheiten gut in den Alltag einbauen kann“, sagt die Medizinerin. „Wer jung ist, kann joggen gehen, ältere Menschen gehen vielleicht im Park spazieren. Wer keine Zeit für separate Sport-Einheiten hat, kann im Alltag auch ganz einfach auf das Auto oder die öffentlichen Verkehrsmittel verzichten, mal das Fahrrad nehmen oder zu Fuß gehen.“

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Gesunde Ernährung. Auch das sollte jeder wissen – und dennoch kann man es nicht oft genug sagen. Cott rät zu einer pflanzenbasierten, ballaststoffreichen Ernährung, „denn damit wird der Körper mit allen wichtigen Vitaminen und Spurenelementen versorgt, die wir benötigen“, sagt sie. Viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, der Genuss tierischer Fette sollte hingegen eingeschränkt werden. „Denn sie enthalten Stoffe, die eher entzündungsfördernd sind.“

Impfen. An diesem Thema scheiden sich die Geister – Cott gibt eine klare Empfehlung für das Impfen. „Vor allem chronisch Kranke sollten darauf auf keinen Fall verzichten“, sagt sie. „Denn sie sind anfälliger für Grippe- und Erkältungsviren – und haben oft auch schwere Verläufe.“ Einzig und allein junge, wirklich gesunde Menschen hätten eine Ausrede, auf die Grippeschutzimpfung zu verzichten. „Denn sie haben unter Umständen gute Abwehrkräfte.“

Hygiene. Die derzeit wichtigste Regel, um sich nicht anzustecken: Immer auf die Hygiene achten. Wer öffentlich unterwegs ist, sollte eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, sich an die Husten- und Nies-Etikette halten und sich ggf. die Hände desinfizieren. „Wer zu Hause ist, muss das nicht tun – hier reicht es, sich regelmäßig die Hände zu waschen“, sagt Cott. In jedem Fall bleibt abzuwarten, ob die Erkältungs- und Grippewelle in diesem Jahr etwas schwächer ausfallen wird. „Denn die neuen Corona-Regeln und das Tragen von Masken können dafür sorgen, dass sich auch diese Erkrankungen schwerer verbreiten.“