Kater „Yoshi“ spielt in einem Garten mit seiner Besitzerin. dpa/Christoph Schmidt

Katzen schlecken gerne Milch, und man kann sie ihnen bedenkenlos geben. Stimmt das? Einige Miezen-Fakten zum Weltkatzentag am 8. August im Check:

Behauptung: Kuhmilch ist gut für Katzen.

Bewertung: Stimmt nicht.

Fakten: Milch enthält Laktose. Diesen Milchzucker vertragen viele erwachsene Katzen nicht, weil ihr Körper das Enzym Laktase nicht mehr produziert, das für die Verwertung dieses Zuckers zuständig ist. Verdauungsprobleme wie Durchfall können die Folge sein. Außerdem ist Kuhmilch für Katzen zu fetthaltig. Wenn die eigene Mieze jedoch mit Wasser verdünnte (laktosefreie) Milch verträgt, kann man ihr minimale Mengen davon geben – als Leckerli, nicht als Getränk.

Behauptung: Katzen landen immer auf den Pfoten.

Bewertung: Stimmt teilweise.

Fakten: Katzen haben einen besonderen Reflex, der dafür sorgt, dass sie ihren Körper im freien Fall um die eigene Achse drehen können – zuerst den vorderen Teil, dann den Hinterleib. So schafft es das Tier, sich in weniger als einer halben Sekunde aus der Rückenlage zu drehen. Der Schwanz steuert gegen und stabilisiert die Position. Anschließend streckt die Katze die Pfoten von sich und vergrößert damit ihre Körperfläche, was für einen größeren Luftwiderstand sorgt. So gleitet sie dem Boden entgegen. Allerdings reicht die Höhe oft nicht für die Drehung und Landung auf den Pfoten aus. Bei Stürzen aus zwei bis drei Metern können sich Katzen schwer verletzen.

Dass sich Hunde und Katzen hassen, stimmt nur bedingt. Diese beiden hier verstehen sich offenbar sehr gut. Imago/Jean-Michel Labat

Behauptung: Katzen und Hunde hassen sich.

Bewertung: Stimmt nicht allgemein.

Fakten: Hunde und Katzen haben eine unterschiedliche Körpersprache. Das kann zu Missverständnissen bei der Kommunikation führen. Wedelt der Hund mit dem Schwanz, drückt er damit Freude aus. Schlägt die Katze mit ihrem Schwanz schnell hin und her, ist das eher ein Zeichen für Angst oder Aggressivität. Am besten lernen die Tiere die Sprache des anderen, wenn sie miteinander aufwachsen. Ob es zwischen Katze und Hund funktioniert, hängt auch davon ab, wie gut die beiden charakterlich harmonieren.

Behauptung: Katzen können im Dunkeln sehen.

Bewertung: Stimmt mehr oder weniger.

Fakten: In der Netzhaut des Auges sind bestimmte Sinneszellen für die Wahrnehmung von Helligkeit zuständig: die Stäbchen. Diese werden erregt, wenn Licht durch die Pupille ins Auge fällt. Eine Katze hat wesentlich mehr Stäbchen als der Mensch, sie ist aufs Hell-Dunkel-Sehen spezialisiert. So benötigt sie nur etwa ein Sechstel der Lichtmenge des menschlichen Auges, um noch etwas zu sehen.

Außerdem verfügen Katzenaugen über ein weiteres Merkmal, das für die optimale Ausnutzung von Licht in der Dämmerung sorgt: das Tapetum lucidum (deutsch: leuchtender Teppich). Dies ist eine Struktur in der Aderhaut des Auges, die das einfallende Licht wie ein Spiegel reflektiert. Das wiederum verstärkt die Erregung der Stäbchen. Ist es allerdings vollkommen dunkel, sind auch Katzenaugen überfordert – und die Mieze muss sich anders orientieren.