Die Willi Villa liegt direkt am Wasser im Wilhelmsburger Inselpark. dpa

Von Berlin aus ist Hamburg mit dem Zug nur einen Katzensprung entfernt. Die Reise an die Elbe lohnt auch für ein Wochenende. Jetzt, im Frühling bietet die Stadt jede Menge Draußen-Vergnügen. Fünf Orte, die Sie entdecken sollten.

Hamburg im Frühling – perfekt für ein Wochenende

Hamburg, meine Perle. So besang Lotto King Karl die Hansestadt. Wenn der Frühling die Stadt wach küsst, ist das genau die richtige Zeit für einen Trip in die Elbmetropole. Die „Perle“ zeigt sich dann von ihrer besonders glänzenden Seite.

Und wer von Michel, Landungsbrücken, Elbphilharmonie und Großer Freiheit genug hat und eine Sightseeing-Pause braucht, findet hier fünf Orte für Genuss und eine kleine Auszeit abseits des Trubels:

Fischhalle Harburg - Kunst und Kuchen im Binnenhafen

Dörthe Norden/dpa
Die Fischhalle am Harburger Binnenhafen ist inzwischen ein Kulturzentrum samt Café.

Werner Pfeifer gehört zu den Menschen, die das erkundenswerte maritime Areal des Harburger Binnenhafens ihr zu Hause nennen dürfen. Er lebt hier in einer ausgemusterten und eigens ausgebauten Fähre.

Neben seinem Ankerplatz widmete sich der Musiker der 1906 erbauten, zuletzt als Autowerkstatt genutzten Fischhalle und rettete sie vor dem Abriss. Gemeinsam mit Lavinia Nagel, Betreiberin des Café-Bistros, verwandelte er das geschichtsträchtige Gebäude in ein Kulturzentrum.

Den Rohdiamanten am Kanalplatz zu schleifen, lohnte: Zutage kam die original erhaltene, hölzerne Decke samt Gebälk, die dem großen, lichtdurchfluteten Raum eine gemütliche Atmosphäre verleiht.

An rustikalen Tischen können Gäste nicht nur frühstücken oder nachmittags Kuchen essen. An den Wochenenden finden in der Fischhalle regelmäßig Live-Konzerte statt. Junge Bands und Hamburger Prominenz wie Moderator Reinhold Beckmann spielen hier.

Vom 6. bis 8. Mai wird das fünfjährige Jubiläum der Fischhalle gefeiert - mit Musik, Tango und viel Tamtam. Wer vorbeischaut, findet mit Glück sogar ein Plätzchen im Strandkorb.

Infos: www.fischhalle-harburg.de

Aloha-Spirit am Mühlenkamp – Beach Bar und Poké-Bowls

Marcus Brandt/dpa
Die Außenalster ist perfekt, um ein Bier in der Frühlingssonne zu genießen.

Wenn Christian Kille von seinen Studienjahren auf Hawaii erzählt, leuchtet die Insel-Sehnsucht in seinen Augen. „Aloha, das bedeutet Liebe, Miteinander, Teilen“, sagt er. „Ich habe dieses Lebensgefühl tatsächlich noch an keinem anderen Ort der Welt gefunden und vermisse es in Hamburg sehr.“

Genau jenen Spirit wollte er in den Norden tragen und eröffnete gemeinsam mit Compagnon Patrick Krüger 2017 zunächst das Poké Heaven in der Himmelstraße in Winterhude. Hawaiianische Poké-Bowls gibt es hier, traditionell mit Fisch oder in vegetarischer Variante. Die nach Gusto kombinierbaren, fruchtigen Reis-Bowls mit viel Salat und Gemüse trafen auf so große Resonanz, dass sie am Mühlenkamp am nördlichen Ende der Außenalster ein weiteres Klein-Hawaii eröffneten.

Wellen zieren das gläserne, über dem Alsterkanal schwebende Restaurant, während Gäste in der Monkey Beach Bar auf Wasserhöhe ein kühles Getränk zwischen Palmen und Zitronenbäumchen genießen. Wer mag, kann hier - inselgleich - mit dem Alsterdampfer anlanden.

Infos: www.kailuapoke.de

Honigbier und süßes Summen im Altonaer Volkspark

Dörte Nohrden / dpa
Das Honighaus im Altonaer Volkspark war einmal ein Aufenthaltsraum für die Gärtner. Heute beherbergt es eine Imkerei und es gibt Kaffee, Gebäck und Honigbier.

Elena Chmielewskis Welt sind die Bienen. Die gebürtige Kielerin ist seit 22 Jahren in Hamburg zuhause und Vollblutimkerin. Ihr Wissen gibt sie vor allem an Schulkinder weiter. Auf ihrer Suche nach Räumlichkeiten stieß sie auf das verlassene, grün-rostbraune Holzhäuschen im Schulgarten des Altonaer Volksparks.

Vor rund hundert Jahren, als dieser Garten für den Naturkundeunterricht entstand, diente es als Aufenthaltsraum für die Gärtner. Jahrelang blieb es ungenutzt.

„Ich fand das Haus ideal und bin direkt ins Altonaer Rathaus spaziert, um eine Nutzung zu erfragen“, erzählt Chmielewski. „Das Ganze hat sich zweieinhalb Jahre hingezogen, doch es hat geklappt.“ Heute ist es ihr „Honighaus“.

Es beherbergt nicht nur ihre Imkerei, sondern bietet Familien und Flaneuren wochenends Kaffee aus einer Hammerbrooker Rösterei sowie Gebäck wie Brownies und Biscotti. „Umbauen durfte ich drinnen leider nichts, weil das Haus denkmalgeschützt ist“, sagt Chmielewski.

Ihre Leckereien gibt es daher aus einem Fenster-Getränkeausschank direkt auf die Hand. Ihre Spezialität ist das Honigbier mit eigenem Stadtteil-Honig. Der Besuch des Honighauses lässt sich mit einem Picknick oder Spaziergang in Hamburgs größtem Park verbinden.

Infos: www.honighaus.info

Willi Villa – Café-Oase im Wilhelmsburger Inselpark

Willi Villa
Chillen in Hamburg.

Das Kleinod im Wilhelmsburger Inselpark ist leicht zu übersehen, so versteckt liegt der hölzerne Quader am nördlichen Ufer des Kuckucksteichs. Nach der Erkundung der großen Grünanlage bietet die Willi Villa einen schönen Ausklang für den Ausflug. Auf der Terrasse nimmt man unter gelben Sonnenschirmen Platz oder genießt die Sonne auf dem breiten, in großen Stufen angelegten Holzsteg. Wer mag, kann sich ein Kanu ausleihen und paddelnd die Kanäle erobern.

Inhaberin Sofija Mehta setzt auf regionale und nachhaltige Produkte. Bevor sie die Willi Villa vor sechs Jahren eröffnete, betrieb sie bereits den Biergarten Zum Anleger am Vogelhüttendeich. Der ist über Kanäle mit der Willi Villa verbunden. Zwei üppig grüne Orte auf der Elbinsel, um den Frühling zu feiern.

Infos: www.zum-anleger.de

Entenwerder 1 – Schwimmendes Café an der Norderelbe

entenwerder1
Der «Goldene Pavillon» des Entenwerder1 ist nicht zu übersehen.

Wer durch den Elbpark Entenwerder unweit der Hafencity flaniert, erspäht den schimmernden „Goldenen Pavillon“ des Entenwerder1 schon aus der Ferne. Der futuristische Quader thront auf dem Ponton an der Norderelbe und ragt zwölf Meter hinauf. Die von kupfernem Lochblech ummantelte Stahlkonstruktion ist ein Erbe der Münsteraner Skulpturenausstellung 2007.

Dass heute Gäste in ihm Platz nehmen können, ist der Vision des Hamburger Unternehmers Thomas Friese zu verdanken. Er erwarb das Kunstwerk und installierte es auf dem 80 Jahre alten Ponton neben der alten Zollabfertigungsanlage. Mit dem Projekt wollte Friese den historischen Ort vor dem Abriss bewahren und erlebbar machen.

„Über neun Jahre reiften die Ideen, bis wir 2015 eröffnet haben“, erzählt Frieses Tochter Alexandra, heute Geschäftsführerin des Cafés. Hafenflair herrscht auch in der Küche, die regelmäßig wechselnden Speisen - es gibt gehobene Hausmannskost - werden in einem rosa gestrichenen 20-Fuß-Container zubereitet.

Ein weiterer Container ist mit Sitzplätzen bestückt und bietet Ausflüglern auch bei Schietwetter einen kunterbunten Unterschlupf. Schließlich lädt das leise schaukelnde Gesamtkunstwerk an 365 Tagen im Jahr zu Friesentorte, Suppe oder Salaten mit herrlichem Elbblick.

Infos: www.entenwerder.com