2G gilt bereits in vielen Restaurants.  imago/Bihlmayerfotografie

Auf Vorschlag des Regierenden Bürgermeisters diskutiert Berlin angesichts der hohen Corona-Zahlen gerade über eine „2G-Plus-Regel“.  Aber was bedeutet das überhaupt? Und was ist der Unterscheid zu 3G? Der KURIER bringt Licht ins Regel-Dunkel. 

Zutritt nur für Geimpfte und Genesene? Das heißt 2G – oder? Auch für Getestete, dann ist es 3G. Und wenn sich auch Geimpfte testen lassen müssen? Ist das dann 3G-Plus? Viele diskutieren gerade über Corona-Regeln, die sie gar nicht mehr verstehen. Es ist dringend Zeit für einen Überblick.

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2G- oder 3G-Regeln kennen wir schon seit einiger Zeit für Restaurants und Veranstaltungen. Jetzt sollen diese Vorschriften aber verschärft werden. Und es wird immer komplizierter und unübersichtlicher. Der KURIER fasst für Sie zusammen, was mit den  Vorschlägen und Abkürzungen gemeint ist. Aber der Reihe nach: 

1G-Regel

Die 1G-Regel war in Deutschland bisher sehr selten. Ein Berliner Wirt machte sogar bundesweit Schlagzeilen, weil er eine Oktoberfest-Veranstaltung nach der 1G-Regel durchführen wollte. Das heißt: Es haben nur Geimpfte, aber keine Genesenen und Getesteten Zutritt. Das eine G steht also im Normalfall für Geimpfte. Alle anderen sind ausgeschlossen. 

Dummerweise gibt es aber eine zweite Interpretation der 1G-Regel: Danach müssen alle  Besucher einen Test vorweisen, auch wenn sie  geimpft oder genesen sind.

Bei 1G müssen Sie also in jedem Fall nachfragen, was denn gemeint ist. 

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Den Imfnachweis haben viele inzwischen auf dem Handy.  imago/Christian Ohde

2G-Regel

„2G“ steht für geimpft oder genesen. Bei dieser Regel haben also nur Geimpfte oder Genesene Zutritt. Das gilt bereits in vielen Clubs, Kultureinrichtungen, Restaurants, Kinos, Fitnessstudios oder auch Krankenhäusern. Zum Nachweis müssen sie eine gültige Impfbescheinigung oder ein Genesenenzertifikat vorzeigen.

2G ist bisher keine Pflicht. Regional gibt es aber unterschiedliche Regelungen, die es Wirten oder Veranstaltern erlaubt, mehr Publikum einzulassen, wenn sie sich auf 2G verpflichten. Gastwirte und Betreiber können das aber (noch) selbst entscheiden. 

2G-Plus-Regel

Auch bei „2G-Plus“ bekommen nur Geimpfte und Genesene Einlass. Dafür gilt die Nachweispflicht wie bei 2G.

ZUSÄTZLICH aber müssen ALLE Teilnehmer auch noch einen aktuellen Test vorlegen. Bei diesem Modell unterliegen also auch Geimpfte einer Testpflicht.

Genau diese Regelung wird gerade für Berlin debattiert. Befürworter sprechen von einer höheren Sicherheit. Kritiker mahnen an, dass  dann in jedem Fall die Tests wieder kostenlos werden müssten. Davon ist bisher aber nicht die Rede. 

3G-Regel

„3G“ wiederum steht für Geimpfte, Genesene und Getestete. Wo diese Regel gilt, kann also grundsätzlich jeder teilnehmen. Impfung oder Genesung müssen lediglich nachgewiesen werden, alternativ kann ein aktueller Corona-Test vorgelegt werden. Der ist inzwischen kostenpflichtig (meist um 15 Euro, wenn ein Antigen-Schnelltest ausreicht, 70 bis 80 Euro, wenn ein PCR-Test gefordert wird).

Diese Regel gilt bisher für viele  Veranstaltungen, den Besuch beim Friseur oder im Krankenhaus oder Pflegeheim.

3G-Plus-Regel

3G-Plus ergänzt die Regel, dass Geimpfte, Genesene und negativ Getestete Zutritt bekommen durch die Pflicht, dass nur ein PCR-Test akzeptiert wird. Das bedingt zum einen deutlichen preislichen Unterschied (siehe oben). Zum anderen kann man als Ungeimpfter nicht mehr so spontan sein: Während nämlich das Antigen-Schnelltest-Ergebnis im Normalfall nach etwa 15 Minuten vorliegt, braucht die Auswertung eines PCR-Tests im Labor mindestens fünf Stunden.

Zuletzt hat unter anderen das Bundesland Bayern die Einführung von 3G-Plus für einige Bereiche angekündigt.