Ein Attest vom Arzt müssen Arbeitnehmer spätestens am vierten Tag vorlegen, an dem sie krank sind. Imago Images

Rund 11,2 Tage: So lange fehlten Arbeitnehmer 2020 im Durchschnitt wegen Krankheit im Job. Das ist das Ergebnis einer Statista-Studie. Doch auch, wenn sich an diesen Tagen kaum jemand gut fühlt – an einige Dinge sollte man trotzdem denken.

Ein Attest vom Arzt müssen Arbeitnehmer spätestens am vierten Tag vorlegen, an dem sie krank sind. Wer zum Beispiel ab Montag eine ganze Woche fehlt, muss sicherstellen, dass spätestens am Donnerstag ein Attest in der Firma vorliegt. Ob es per Fax, E-Mail oder Brief kommt, ist egal. Entscheidend ist nur, dass es am vierten Tag dem Arbeitgeber vorliegt.

Und was viele nicht wissen! Das Wochenende zählt dabei mit. Wer am Freitag fehlt, muss am Montag also die Bescheinigung vorlegen. Aber Vorsicht: Der Arbeitgeber darf von der gesetzlichen Regelung abweichen und von Arbeitnehmern schon ab dem ersten Tag eine Bescheinigung verlangen oder im Arbeitsvertrag eine andere Frist festlegen. Hier muss sich der Arbeitnehmer erkundigen, was für ihn gilt.

Und wussten Sie eigentlich, welche Regeln für die Krankmeldung in anderen Ländern gelten?

Frankreich:

Im größten Nachbarland Deutschlands müssen Arbeitnehmer im Krankheitsfall innerhalb von 48 Stunden ein ärztliches Attest vorlegen. Wer dies versäumt, hat keinen Anspruch auf volle Lohnfortzahlung.

Dänemark:

In Dänemark gibt es grundsätzlich überhaupt keine Verpflichtung zu ärztlichen Krankschreibungen. Wenn ein Arbeitgeber diese trotzdem haben will, muss er dafür eine Gebühr von 1500 Kronen (etwa 175 Euro) zahlen. Nach der Übernahme der Lohnfortzahlung durch die staatliche Krankenkasse nach sechs Wochen kann diese eine vertrauensärztliche Untersuchung anordnen.

Schweden:

Kranke müssen acht Tage nach Beginn ihrer Abwesenheit ein ärztliches Attest vorlegen.

Österreich:

In Österreich ist ein Arbeitnehmer dazu verpflichtet, den Arbeitgeber im Krankheitsfall sofort zu verständigen. Eine gesetzliche Regelung zur Vorlage eines ärztlichen Attests gibt es jedoch nicht. Jeder Arbeitgeber entscheidet individuell, ob und wann ein Mitarbeiter eine Krankenstandsbestätigung vorlegen muss. Meist sind entsprechende Vereinbarungen in Verträgen festgehalten.

Schweiz:

In der Schweiz darf der Arbeitgeber vom ersten Tag an ein ärztliches Attest verlangen. Allerdings nur, wenn es dazu im Arbeitsvertrag keine andere Regelung gibt. In vielen Verträgen ist aber festgehalten, dass ein Krankenschein bei einer Abwesenheit von mehr als drei Tagen vorzulegen ist. Damit muss sich der Arbeitgeber dann zufriedengeben.

Großbritannien:

In Großbritannien müssen Arbeitnehmer erst eine ärztliche Bescheinigung beim Arbeitgeber abgeben, wenn sie mehr als sieben Tage fehlen. Vorher können Arbeitgeber verlangen, dass der kranke Mitarbeiter eine Selbstbescheinigung ausstellt, in der er bestätigt, dass er wegen Krankheit vom Arbeitsplatz fernbleibt.

USA:

In den USA kann ein Arbeitgeber ein ärztliches Attest verlangen. Die genauen Regelungen im Krankheitsfall sind allerdings je nach Bundesstaat unterschiedlich. Nicht einmal jeder Angestellte hat überhaupt ein Anrecht auf bezahlte Krankheitstage. Oftmals müssen Beschäftigte ihren Urlaub opfern oder unbezahlt freinehmen. Mit dem „Healthy Families Act“ sollten landesweit bis zu sieben Krankheitstage pro Jahr festgeschrieben werden, es blieb jedoch beim Gesetzentwurf.