Eier liegen in einem Betrieb mit Eiern aus Freilandhaltung in der Region Hannover.  Bio-Eier enthalten mehr Omega-3-Fettsäuren als konventionelle Eier.
Eier liegen in einem Betrieb mit Eiern aus Freilandhaltung in der Region Hannover.  Bio-Eier enthalten mehr Omega-3-Fettsäuren als konventionelle Eier. dpa/Julian Stratenschulte

Eier stehen rund um das Osterfest hoch im Kurs. Gekochte, einfach gebratene oder als Rührei oder Eierkuchen. Doch was ist dran an den Warnungen, Eier würden den Cholesterinspiegel beim Menschen gefährlich erhöhen. Können Eier Sünde sein? Der Diabetologe und Ernährungsmediziner Matthias Riedl kennt die Antworten.

"Eier liefern uns vor allem hochwertiges Eiweiß, das gut verdaulich ist. Es stecken außerdem Spurenelemente drin, im Eiklar Natrium und Kalium, im Eigelb Kalzium, Phosphor und Eisen und etliche Vitamine, A und D zum Beispiel", erläutert der Mediziner im Interview der Apotheken-Umschau. Bio-Eier enthalten nach seinen Worten zudem mehr Omega-3-Fettsäuren als konventionelle Eier.

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Eier machen satt

Und: Eier machen satt. Wer Eier isst, der „snackt“ nicht, so Ernährungsexperte Riedl. Er empfiehlt: "Wer den Versuch macht und mal zwei Eier zum Frühstück isst, wird merken, dass er danach ungefähr 5 Stunden satt ist." Und wie viele Eier darf man an einem Tag essen? "Ein bis zwei Eier pro Tag sind ok", sagte Matthias Riedl in dem Interview. Wichtig sei aber, sich ausgewogen zu ernähren, nicht einseitig. Wenn man zu viele Eier esse, verdränge man damit viele andere gesunde Lebensmittel vom Speiseplan, sagte der Mediziner.

Proteine, die in Eiern enthalten sin, sättigen grundsätzlich mehr als Fette. Und die Aminosäuren brauchen wir zum Beispiel für den Muskelaufbau, weiß der Experte.  und das Praktische: Sie haben einen nachhaltigen Sättigungseffekt.

Doch was ist dran an dem Vorurteil, dass Diabetiker beim Verzehr von Eiern vorsichtig sein sollten? Der Apotheken-Umschau sagte Experte Riedl, auch Menschen mit Diabetes könnten ebenfalls bedenkenlos 1 - 2 Eier am Tag essen. Denn beim Diabetes sollten konstante Blutzuckerwerte erreicht werden. Was den Glukosespiegel erhöht, seien die Kohlenhydrate und nicht das Eiweiß. Zwar könnten Proteine, wenn sie in großen Mengen verzehrt werden, den Blutzucker ansteigen lassen, aber wenn man Eier in Maßen zu sich nimmt, könnten diese beim Berechnen des Insulins vernachlässigt werden, erläuterte der Mediziner.

Ei statt Marmeladenbrötchen zum Frühstück

Eiweiß hat laut Ernährungsmediziner Riedl zudem einen positiven Effekt auf die Bauchspeicheldrüse. Eiweiß, fördert die Ausschüttung von Inkretin-Hormonen. Diese werden im Magen-Darm-Trakt gebildet und helfen der Bauchspeicheldrüse bei der Arbeit. Eier können den Blutzucker also sogar stabilisieren, wenn man es nicht übertreibt. Zusätzlich wird durch die Inkretine ans Gehirn gemeldet: Du bist satt. Wenn man also mit einem Ei zum Frühstück das Marmeladenbrötchen einspart, hat man hinterher bessere Blutzuckerwerte.

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Der Mediziner sagte der Apotheken-Umschau auch, dass es keine Rolle spiele, ob Eier weich oder hartgekocht, als Rührei oder Spiegelei verzehrt. Wichtig sei gerade zu Ostern lediglich, so scherzte Experte Riedl, dass die Eier nicht aus Schokolade sind.