Ersthelfer sollten sich im Fall eines Herzstillstands auf die Herzdruckmassage konzentrieren, raten Experten.  Armin Weigel/dpa-tmn

30-mal Herzdruckmassage, 2-mal beatmen - oder wie war das gleich?, fragten sich gestern Abend viele Fernsehzuschauer, die nach dem Kollaps von Dänen-Spieler Christian Eriksen, dessen Wiederbelebung verfolgten. Wie fest darf ich drücken und kann ich bei der Reanimation generell etwas falsch machen? Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand ist schnelles Handeln gefragt.

Angst, etwas falsch zu machen, ist groß

Doch die Angst, etwas falsch zu machen oder die betroffene Person noch mehr zu schädigen, ist bei vielen groß. Im schlimmsten Fall wird als Folge komplett auf Erste Hilfe verzichtet. Allein in Deutschland könnten jährlich 10.000 Leben gerettet werden, wenn mehr Menschen die einfachen Handgriffe einer Herz-Lungen-Wiederbelebung und die Anwendung eines Defibrillators beherrschen würden.

Die dänischen Spieler stellten sich um Eriksen herum auf, schirmten die Behandlung ab.  Imago Images/Tomi Hänninen

Ist das Opfer bewusstlos, gehört die Herzdruckmassage zu den wichtigsten Schritten der Ersthilfe. Dabei legt man den Patienten auf eine harte Unterlage und macht die Brust frei. Bei der Herzdruckmassage liegen beide Hände übereinander auf dem Brustkorb (das untere Drittel des Brustbeins), der ca. 100-mal pro Minute mit ausgestreckten Armen kräftig gedrückt wird, so dass er sich vier bis fünf Zentimeter senkt. Nach jedem Druckstoß muss der Brustkorb wieder vollständig entlastet werden. Die Druckmassage sollte regelmäßig und deutlich schneller als im Sekundentakt erfolgen.

Eine Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung ist optional – die Herzdruckmassage ist entscheidend und darf nicht unterbrochen werden. Nach 30 Druckmassagen können zwei Atemspenden folgen. Dafür überstreckt man den Kopf des Betroffenen nach hinten und legt den geöffneten Mund über den des Patienten und beatmet diesen, bis sich dessen Brustkorb hebt. Das macht man solange, bis der Betroffene wieder selbständig atmet oder bis der Rettungsdienst kommt.

Wer in einem Notfall erfolgreich helfen können möchte, sollte sein Wissen etwa alle fünf Jahre in einem Erste-Hilfe-Kurs auffrischen und auf den neuesten Stand bringen. Notfallmediziner der Universität Würzburg stellten fest, dass Kursteilnehmer nach zwei Jahren schon im Schnitt 50 Prozent des Kursinhalts vergessen hatten, berichtet die "Apotheken Umschau"