Wasser und Kaffeebohnen rein, ein Knopfdruck und schon fließt der leckerste Espresso oder Cappuccino in die Tasse. Und mit ihm Keime.
Wasser und Kaffeebohnen rein, ein Knopfdruck und schon fließt der leckerste Espresso oder Cappuccino in die Tasse. Und mit ihm Keime. Imago Images/photothek

Für seine Masterarbeit hatte Jan Schages Getränke und Wassertanks von Kaffee-Vollautomaten untersucht. Die sind aus vielen Büros, Cafés und Privathaushalten nicht mehr wegzudenken. Wasser und Kaffeebohnen rein, ein Knopfdruck und schon fließt der leckerste Espresso oder Cappuccino in die Tasse. Und mit ihm Keime, die, wie Schages rausgefunden hat, im Inneren der Maschine lauern. „Die Bakterien sitzen vor allem in den Bauteilen, durch die Wasser fließt, wie zum Beispiel dem Wassertank“, erklärt Schages. Dort kann sich ein schleimiger Biofilm bilden, der aus diversen Bakterienkolonien besteht. „Die entdeckten Keime, die diese Biofilme bilden, sind die, die man auch im Biofilm in den meisten Abflüssen findet.

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Für Schages, der jetzt als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Rhein-Waal in Kleve arbeitet, sind Kaffeemaschinen ein perfektes Zuhause für Bakterien und Keime. In 50 Prozent der Proben landeten die Keime aus einer verunreinigten Maschine auch im Kaffee. „Es gibt aber bislang keine Hinweise auf eine gesundheitliche Gefährdung“, betont Schages, der selbst zwei bis drei Tassen Kaffee am Tag trinkt.

Kaffeemaschinen regelmäßig reinigen

Was man dagegen tun kann? „Am besten die Kaffeemaschinen häufig gründlich reinigen.“ Besonders der Wasserbehälter sollte nicht nur täglich mit frischem Wasser gefüllt, sondern auch regelmäßig geputzt werden. Dies gilt auch für Kaffeebehälter und Brüheinheit. Und öfter entkalken, als die Maschine anzeigt, rät Schages

Außerdem stellten er und seine Kollegen im Labor fest: Wenn die Ausgabetemperatur an der Kaffeemaschine geändert werden kann, unbedingt höher einstellen. „In der Regel fließt ein Kaffee mit 60 bis 63 Grad in die Tasse“, erklärt Schages. Erhöht man diese Temperatur nur leicht auf 68 Grad Celsius, werde ein Großteil der Keime abgetötet. „Die Hitze, die beim Erwärmen bzw. Aufkochen in der Maschine entsteht, tötet die allermeisten Keime ab“, informiert das Testmagazin Oekotest.de.

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Nach etwa 40-50 Tassenbezügen oder 10-14 Tagen, kann auch eine Automatenreinigung mittels Reinigungstablette oder Entkalker erfolgen. Meist werden vom Hersteller hier automatisierte Programme auf der Maschine angezeigt.

Für die Reinigung der Brüheinheit oder der Milchschläuche des Kaffeevollautomaten kann Essig verwendet werden. Jedoch kann Essig auf Dauer oder in zu starker Konzentration die Dichtungen angreifen. Zitronensäure in der richtigen Dosis lässt sich gut als Entkalkungsmittel einsetzen.

Wie oft sollte man das Wasser wechseln?

Selbst Experten sind sich uneinig, wie oft das Wasser der Kaffeemaschine gewechselt werden sollte. Der italienische Kaffeemaschinen-Hersteller DeLonghi rät dazu, das Wasser täglich zu wechseln. Andere geben gar keine Empfehlung. Die gute Nachricht: Leitungswasser kann nicht verderben. Dafür fehlen Stoffe, die gären oder verschimmeln könnten (wie etwa Zucker oder Eiweiße). In stehendem Wasser bilden sich aber sehr wohl Bakterien.