Im Zuge der Corona-Maßnahmen fühlen sich viele Menschen von der Außenwelt isoliert (Symbolbild). Foto: Imago/Andrey Popov

Die Coronakrise belastet junge Menschen zwischen 20 und 35 Jahren besonders. Wer glaubt, mit dieser Situation nicht gut klarzukommen, sollte nach Hilfsangeboten suchen.

Vielen jüngeren Erwachsenen breche in der Pandemie „das meiste weg: Partys, Sport, Vereinsleben, Kino oder der Austausch mit Gleichaltrigen in Ausbildung und Studium“, sagt Christa Wenzelburger vom Arbeitskreis Leben - Hilfe in Lebenskrisen und bei Selbsttötungsgefahr in Stuttgart.

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Insbesondere jungen Frauen mache die Situation schwer zu schaffen. Bei telefonischen Beratungen und persönlichen Gesprächen stehe das Leiden an der pandemiebedingten Isolation im Vordergrund, hat Wenzelburger bemerkt. Das gelte auch für allein lebende Senioren und psychisch Kranke, denen Angebote für Struktur im Alltag fehlten. Die Ungewissheit über die Dauer der Krise zermürbe die Menschen überdies.

Corona wirkt sich nach Worten der Sozialarbeiterin besonders dann verheerend aus, wenn die Lage von Menschen schon vor der Pandemie schwierig war, zum Beispiel aufgrund von Geldsorgen, Arbeitslosigkeit, Beziehungsproblemen oder Krankheit. „Durch Corona sind den Menschen die Kompensationsmöglichkeiten für ihre angespannte Lage genommen worden, etwa Sport, Singen, Tanzen. Das belastet sehr.“

Hilfsangebote rechtzeitig wahrnehmen

In Deutschland gibt es etliche Hilfsangebote für Menschen mit Suizidgedanken und ihre Angehörigen. Dazu zählt die Telefonseelsorge, die unter den Rufnummern 0800/111 0 111, 0800/111 0 222 und 116 123 rund um die Uhr kostenfrei und anonym erreichbar ist. Die Telefonseelsorge bietet darüber hinaus Unterstützung per E-Mail und Chat sowie im persönlichen Gespräch über Beratungsstellen vor Ort.

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In jeder Stadt und Gemeinde können sich Hilfesuchende auch an einen Sozialpsychiatrischen Dienst wenden. Dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten und vermitteln bei Bedarf weitere Hilfe. Die Dienste sind meist den Gesundheitsämtern zugeordnet. Kontaktdaten wie Adresse und Telefonnummer erhält man über das kommunale Amt.

Wichtig ist: Akute Suizidgedanken sind ein Fall für den Notruf 112. Oder man wendet sich an eine psychiatrische Einrichtung in der Nähe, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention auf ihrer Website Suizidprophylaxe.de. Über die Website der Deutschen Depressionshilfe kann man zudem über eine Postleitzahlsuche nach Krisendiensten und Beratungsstellen in der Nähe suchen.