Die Usambaraveilchen blühen drei- bis viermal im Jahr. Blumenbüro/Erik van Lokven

Das Usambaraveilchen ist ein zuverlässiger Alleskönner. Es blüht drei- bis viermal im Jahr und verträgt sogar dunkle Standort. Beachtet man die einfachen Pflegetipps sind die Usambaraveilchen ganzjährig ein blühender Blickfang am Blumenfenster. Der KURIER verrät die fünf Profi-Tipps der Experten:

Profi-Tipp 1: Der beste Standort für das Usambara-Veilchen

Am besten geht es Pflanzen in unseren Wohnräumen, wenn sie dort ähnliche Bedingungen vorfinden wie in ihrer Heimat. Beim Usambaraveilchen sind das die namensgebenden Usambara-Berge im Nordosten Tansanias. „Saintpaulia ionantha wächst im küstennahen Tieflandregenwald und bevorzugt auf schattigen, feuchten, bemoosten Felsen in der Nähe von Wasserläufen“, erklärt Barbara Ditsch vom Botanischen Garten der TU Dresden. Die Wurzeln liegen flach über dem steinigen Boden, ohne tief in diesen einzudringen. Die oberen Bodenschichten sind stets gut durchlüftet und trocknen nach jedem Regen schnell wieder ab.

Profi-Tipp 2: So müssen Sie das Usambaraveilchen gießen

Damit die Pflanze hier nicht verdurstet, hat sie wasserspeicherndes Gewebe in den Blättern. Außerdem vermindert die hohe Luftfeuchtigkeit in den Bergen die Verdunstung und wirkt dem Welken entgegen. Was heißt das für die Wohnung hierzulande? Die Pflanzen dürfen es auch hier nicht zu feucht haben.

Das ist vor allem im Winter wichtig. Daher empfehlen die Profis unbedingt leicht temperiertes Wasser zu verwenden. Häufig wird gesagt, dass man Usambaraveilchen nicht von oben gießen soll, weil sie sonst Flecken auf den Blättern bekommen. Dabei ist vor allem kaltes Gießwasser die Ursache für die Verfärbungen.

Ditsch rät, lieber zu wenig als zu viel zu gießen. „Wenn die Blätter erste Welkerscheinungen zeigen, sollte man allerdings nicht mehr lange mit dem nächsten Gießen warten.“

Das Usambaraveilche blüht in Schüben. Sobald der erst Flor verwelkt ist, sollten daher die Blüten mit dem Stil komplett entfernt werden. Andrea Warnecke/dpa

Profitipp 3: So verhindern Sie das Fäulnis-Risiko

Einen flachen Topf oder eine Schale nehmen, deren Durchmesser nur etwa ein Drittel des Durchmessers der Rosette beträgt. Die Wurzeln des ursprünglichen Felsbewohners brauchen nicht mehr Platz, erläutert die Botanikerin.

Profi-Tipp 4: So warm haben es die Usambaraveilchen am liebsten

Die Temperaturen in unseren Wohnräumen gefallen der Pflanze: Auch in Tansania herrschen am natürlichen Standort zwischen 18 und 30 Grad. „Den Lichtverhältnissen im natürlichen Lebensraum kommt hierzulande ein Standort am Ostfenster am nächsten“, erklärt Ditsch. Die Morgensonne liefert ausreichend Licht zum Wachsen. Allerdings vertragen die Usambaraveilchen keine direkte Sonneneinstrahlung. Im Sommer deshalb für Schatten zu sorgen, damit die Blätter nicht leiden.

Profi-Tipp 5: Der perfekte Boden für das Usambaraveilchen

Ditsch empfiehlt ein relativ lockeres und grobkörniges Substrat. „Gute Durchlüftung und Drainage des Bodens sind für das Gedeihen von Usambaraveilchen lebensnotwendig.“ Die Pflanzensammlerin hat gute Erfahrungen mit der Zugabe von reichlich Perlite zur handelsüblichen Blumenerde gemacht. Das ist ein Granulat aus Vulkangestein. Auch Torf als Zusatz hilft. „So ist der Salzgehalt geringer“, sagt Kroll. Eine umweltschonende Alternative zum Torf ist ein Substrat aus getrockneten Kokosfasern.

Die Expertin rät auch, den Boden aus mindestens einem Drittel Humusmaterial und zwei Dritteln üblichem Zimmerpflanzen-Substrat zu mischen, bestenfalls sogar aus jeweils einer Hälfte. Als Dünger verwendet sie ein Produkt für Orchideen oder halbiert die empfohlene Menge eines üblichen Düngers.

Lesen Sie auch: Kein Platz am Fenster? DIESE Zimmerpflanzen wachsen auch in dunklen Ecken

Übrigens:

Das Usambaraveilchen stammt wie viele beliebte Zimmerpflanzen ursprünglich nicht aus Deutschland. „Der deutsche Kolonialbeamte Walter von Saint Paul-Illaire (1860-1940) entdeckte die Pflanzen in den ostafrikanischen Bergen“, erklärt Pflanzensammlerin Christiane Kroll aus Rehlingen-Siersburg im Saarland. Er schickte die Samen an den Botanischen Garten in Hannover - wo die Pflanzen von nun an kultiviert wurden.

Trotzdem: Irgendwann gerieten in Deutschland die Usambaraveilchen in Vergessenheit, erläutert Kroll. Doch einige Exemplare gelangten in die USA - dort war und ist die Begeisterung für die kleinen Zimmerpflanzen deutlich größer, so die Expertin. „Es gibt zahlreiche Sammler in den Vereinigten Staaten von Amerika, und die heutigen Saintpaulia-Ionantha-Hybriden werden vor allem in den USA sowie Russland gezüchtet.“