Beim Geocachen wird spielerisch nach versteckten Schätzen gesucht. Foto: Imago/agefotostock

Die Ostertage stehen bevor, doch wie seit Beginn der Pandemie schweigen die Veranstaltungskalender. Was tun? Wer nicht auf der Couch herumgammeln will, sollte sich selbst eine Beschäftigung suchen. Wir wäre es mit trendigen Outdoor-Spielen? Die Berlinerin Josephine Wendland arbeitet als Spielwarenfachverkäuferin im Spielzeugland Messedat in den Schönhauser Allee Arcaden (Infos unter www.spielzeugland-messedat.de), kennt die aktuellen Outdoor-Trends.

„Immer mehr Leute verlagern ihre Spiel-Runden in die Natur – bei tollem Sommer-Wetter ist das eine gute Alternative zum Halma-Abend“, sagt sie. Der Vorteil von Spielen wie Cross-Golf und Cross-Boccia: Sie sind überall spielbar, die benötigten Werkzeuge sind leicht zu beschaffen. Und die abenteuerliche Trend-Schatzsuche Geocaching funktioniert per Handy-App für jeden. Außerdem: Wer in der freien Natur spielt, kommt anderen nicht zu nah.

Cross-Boccia: Mit Kugeln über Stock und Stein

Jeder kennt das Spiel „Boccia“, das auch unter dem Namen „Boule“ bekannt ist. Die Regeln sind einfach: Jeder Spieler bekommt mehrere farbige Kugeln und muss sie aus der Entfernung möglichst nah an eine kleine Zielkugel befördern. Wer dem Ziel mit seiner Kugel am nächsten kommt, gewinnt. Für Ausflüge in die Natur ist „Cross-Boccia“ ein Trend – bei dieser Variante wird das Spiel nicht auf einer geraden Fläche, sondern auch mal im unwegsamen Gelände gespielt.

Lesen Sie dazu auch: Ausgangsbeschränkungen, Zoos, Ausflüge: Diese Corona-Regeln gelten während der Oster-Feiertage >>

Im Wald können so querliegende Äste, Baumstümpfe und Hügel als Hindernisse eingebaut werden. Ein einfaches, preisgünstiges Spiel – Boccia-Sets gibt es schon für unter zehn Euro. Das Fazit der Spiele-Fachfrau: „Die Idee ist cool, denn es macht Spaß, das unwegsame Gelände zu nutzen. Man muss die Unebenheiten beim Wurf mit einkalkulieren“, sagt sie. „Wir verkaufen im Laden auch spezielle Cross-Boule-Sets. Bei diesen sind die Kugeln aus Stoff und mit körnigem Material gefüllt, damit sie am Hang liegenbleiben und nicht wegkullern.“

Geocaching: Schnitzeljagd im dichten Unterholz

Es ist eines der Trend-Spiele der letzten Jahre: Geocaching. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein Navigations-Sport, der gern mit „moderne Schnitzeljagd“ umschrieben wird. Das Ziel: Geocacher suchen an besonderen Plätzen, vor allem in der Natur, nach kleinen, versteckten Behältern, den „Schätzen“. Registriert sind die Verstecke in Datenbanken, z.B. unter www.geocaching.com.Wer auf großen Reichtum hofft, ist hier allerdings falsch. In den „Geocaches“ befindet sich in vielen Fällen ein „Logbuch“, in dem je[1]der Geocacher seinen Fund dokumentiert. Auch Tauschgegenstände können enthalten sein. Wer etwas herausnimmt, sollte etwas gleichwertiges im Cache zurücklassen. Vor Jahren brauchte man für dieses Spiel ein GPS-Gerät – heute klappt es schon per Handy-App.

„Das Spiel ist wunderbar“, bilanziert Wendland. „Man muss konzentriert auf ein Ziel hinarbeiten, stöbern und suchen. Und man entdeckt Dinge, die man unter normalen Umständen nicht entdecken würde“. Beim Cachen ist für jeden etwas dabei – bei einigen Schätzen müssen vorher Rätsel gelöst werden, bei anderen muss der Suchende über mehrere Stationen durch den Wald.

Beim Crossgolf geht es fernab vom Golfplatz über Stock und Stein. Foto: Imago/HochZwei

Cross-Golf: Bälle, die durch Bäume fliegen

Bei diesem Spiel fällt aller Anfang schwer: Wer beim Cross-Golfen punkten will, muss vor allem in der Lage sein, mit dem Golfschläger den kleinen Ball zu treffen. Im Gegensatz zum normalen Golf wird dieses Spiel aber nicht auf dem Platz gespielt – sondern beispielsweise im Wald. Und: Ziel ist es nicht, ein Loch zu treffen, sondern ein vorher bestimmtes Hindernis wie einen Baumstumpf. Die Regeln werden auf verschiedenen Internetseiten erklärt, denn inzwischen gibt es eine sehr große Cross-Golf-Gemeinschaft. Witzig wird es, wenn der Ball in einen hohlen, toten Baum fliegt – so passierte es Josephine Wendland einmal.

Ihr Fazit: „Das Spiel ist etwas spezieller, weil man den Ball treffen muss. Das ist abhängig vom Talent des Spielers, mir gelang es am Anfang nicht so gut“, sagt sie. „Als Golf-Amateur hat es mir deshalb nicht so viel Spaß gemacht, weil beim ersten Mal das richtige Erfolgserlebnis fehlte, das kommt aber mit der Zeit.“ Ein Tipp für den Anfang: Leichte Ziele auswählen – nicht den Mini-Baumstumpf mitten im Wald, sondern lieber einen dicken Baum am Wegesrand.