Barbarazweige werden am 4. Dezember geschnitten und ins Haus geholt. Damit sie bis Heiligabend erblühen, brauchen die Zweige einen Kälteschock.
Barbarazweige werden am 4. Dezember geschnitten und ins Haus geholt. Damit sie bis Heiligabend erblühen, brauchen die Zweige einen Kälteschock. IMAGO/Shotshop

„Wer an Barbara Kirschzweige bricht, erfreut sich an Blüten im Kerzenlicht.“ So lautet eine alte Bauernregel. Und wenn alles gut geht und die Zweige an Heiligabend wirklich blühen, dann ist Glück für die Familie im Folgejahr garantiert. Sie kennen den Weihnachtsbrauch nicht? Dann wird es aber höchste Zeit, diese wunderschöne und dekorative Tradition kennenzulernen.

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Was sind Barbarazweige?

Barbarazweige sind nicht etwa die Zweige einer besonderen Pflanze. Vielmehr geht der Name zurück auf einen Brauch, nämlich das Schneiden von früh blühenden Ästen in der Vorweihnachtszeit.

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Wann und wie schneidet man die Barbarazweige?

Barbarazweige schneidet man traditionell am 4. Dezember, dem Gedenktag für die Heilige Barbara. Ein, zwei Tage früher oder später sind aber auch nicht schlimm. Wichtig ist, dass man die Zweige schräg abschneidet. Ein schräger Anschnitt vergrößert die Schnittfläche und verbessert damit auch die Wasseraufnahme.

Welche Pflanzen eignen sich als Barbarazweige?

Klassischerweise nimmt man für den Barbara-Brauch Kirschzweige. Es eignen sich aber auch Winterjasmin, Kornelkirsche, Zierkirsche, Japanische Quitte, Goldregen, Ginster, Zierjohannisbeere, Zierpflaume, Mandelbaum, Forsythie, Weide und Hasel. Die Gärtnerin Svenja Schwedkte empfiehlt außerdem Zaubernuss und Schlehe.

Wichtig zu wissen: Steinobst eignet sich besser als Kernobst – funktionieren tut es aber mit beidem. Kirschzweige sind wirklich zuverlässig – wer sie richtig pflegt, bringt sie bis Weihnachten zum Blühen.

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Klassischerweise werden Kirschzweige zum Barbarafest am 4. Dezember geschnitten.
Klassischerweise werden Kirschzweige zum Barbarafest am 4. Dezember geschnitten. dpa/Franziska Gabbert

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Wie pflegt man seine Barbarazweige, damit sie an Weihnachten blühen?

Damit die Zweige mitten im Winter – also viel früher als natürlich üblich – erblühen, muss man ihnen einen Schnelldurchlauf durch die Jahreszeiten ermöglichen. Sie brauchen also den Kälteschock des Winters, gefolgt von der ersten Frühlingswärme.

Bleibt Frost aus, ist die Tiefkühltruhe eine gute Alternative. Dadurch wird ein Pflanzenhormon abgebaut, das den Austrieb der Knospen hemmt, damit sie nicht vor Ende des Winters blühen.

Nach dem Schnitt und vielleicht noch einem Aufenthalt im künstlichen Frost kommen die Deko-Zweige über eine Nacht in lauwarmes Wasser, rät Schwedtke. In einem kühlen Raum, zum Beispiel dem Keller, schwellen die Knospen in den kommenden Tagen an.

Ist das passiert, geht es für die Barbarazweige ab ins Warme. Jetzt sind sie im Wohnzimmer gut aufgehoben. Nur Heizung oder Kamin in der Nähe sollte man meiden, da die Zweige sonst vertrocknen.

Was hat es der Legende nach mit den Barbarazweigen auf sich?

Barbarazweige heißen so im Gedenken an die Heilige Barbara. Ihre Legende besagt, dass die Kaufmannstochter wegen ihres Glaubens ins Gefängnis musste. Auf dem Weg dorthin verfing sich ein Kirschzweig in ihrem Kleid. Diesen stellte Barbara in ihrer Zelle ins Wasser. Am Tag ihrer Hinrichtung öffneten sich die Blüten, so die Überlieferung.

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Warum und wem bringen Barbarazweige Glück?

Dass Barbarazweige Glück bringen, ist ein wirklich alter Glaube. Der Brauch hat symbolischen Charakter: Im tiefsten Winter, wenn die Tage am kürzesten sind, sprießt neues Leben!

In manchen Regionen gelten die Zweige sogar als Orakel: So soll man etwa in Niederösterreich Zettelchen mit Namen darauf an Kirschzweige hängen. Die Person, deren Name an dem Zweig hängt, der zuerst erblüht, wird im kommenden Jahr besonders mit Glück rechnen können, so der Brauch.