Wer Trockenrasen neu anlegt, muss ihn nur im ersten Monat gut wässern.
Wer Trockenrasen neu anlegt, muss ihn nur im ersten Monat gut wässern. imago images/Gottfried Czepluch

Es ist der trockenste Sommer seit 1881. Flüsse trocknen aus. Wälder brennen. Und auch direkt vor der Haustür spüren wir die Folgen der Dürre deutlich: So manch ein Garten hat sich schon in eine Wüste verwandelt. Was tun, wenn das Wasser knapp ist, das die Pflanzen dringend brauchen? Der KURIER gibt Tipps, wie Sie den Wasserverbrauch senken und Ihren Garten retten können – langfristig.

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Trockenrasen säen, Wasser im Garten sparen

„Ein Trockenrasen ist eine Rasenmischung, die Gräser enthält, die sparsamer mit Wasser umgehen beziehungsweise toleranter gegenüber Trockenheit und Hitze sind“, erklärt Harald Nonn, Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft. Mit einer solchen Mischung kann man auch Lücken oder ausgedünnte Partien in bestehenden Rasenflächen wieder aufstocken.

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Trockenrasen anlegen – so geht’s: Wer einen Trockenrasen anlegen will, macht das am besten im Herbst. Auch das Frühjahr ist geeignet. Wichtig ist, dass die Temperaturen auch nachts nicht unter zwölf Grad fallen, damit die Saat gut aufgeht und sich entwickelt. Nach der Bodenlockerung und dem Düngen folgen die Aussaat, das Andrücken und das ausgiebige Wässern.

Denn obwohl der Rasen später auch mit Trockenheit gut zurechtkommt, braucht er in der Anwachsphase ausreichend Wasser – für gut einen Monat. Erst dann hat er ausreichend tiefe Wurzeln gebildet und es zeigen sich die besonderen Fähigkeiten der Pflanzen.

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Dank Sandbeet kommen Pflanzen im Garten mit weniger Wasser klar

Die einfachste Lösung, um Ihre Pflanzen in Beeten widerstandsfähiger gegen Trockenheit zu machen, ist das Anlegen von Sandbeeten. Der Grund: Sand ist arm an Nährstoffen und kann nur wenig bis kaum Wasser speichern. Die Pflanzen müssen also längere Wurzeln bilden, um damit an tiefere, fruchtbarere Erdschichten zu gelangen.

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Im Sand gedeiht wenig? Nicht in diesem Beet: Hier liegt nur eine Schicht Sand über fruchtbarerem Boden.
Im Sand gedeiht wenig? Nicht in diesem Beet: Hier liegt nur eine Schicht Sand über fruchtbarerem Boden. GMH/dpa/Till Hofmann

Sandbeet anlegen – so geht’s: Am besten legt man das Beet im Frühherbst an – dann muss man auch in der Anwachsphase die Pflanzen wenig gießen. Vorausgesetzt, ab September regnet es ausreichend. Wer Pflanzen in ein Sandbeet setzen will, sollte über dem Gartenboden eine 15 bis 20 Zentimeter starke Sandschicht aufschütten, rät Till Hofmann, Mitglied im Bund deutscher Staudengärtner. Am besten eignet sich rundkörniger Estrichsand mit einer Körnung von null bis acht Millimetern.

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Sobald die Stauden richtig eingewurzelt sind, sind sie extrem wüchsig und robust, so Hofmann. Mit dem Vorteil, dass man die Pflanzen nur noch in der Anwuchsphase gießen muss. Danach entfällt das Wässern.

Allerdings müssen Staudenreste im Winter zurückgeschnitten und gefallenes Laub von der Fläche entfernt werden. Grünabfälle sollten dort nicht verrotten, damit sich auf dem Sand keine fruchtbare Humusschicht bilden kann.

Ein Kraterbeet reguliert Wetterextreme besonders gut

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) rät dazu, Kraterbeete anzulegen. Sie regulieren Wetterextreme besonders gut – etwa lange Trockenperioden im Sommer und viel Regen im Winter.

Ein Kraterbeet kennen Sie nicht? Man legt es kreisrund an – drumherum gibt es einen Wall, und zur Mitte ragt das Beet tiefer in den Boden. Die Höhenunterschiede und der Wall bieten einen Schutz. Bei Wärme ist es im Krater kühler als draußen, und an heißen Tagen entsteht im Inneren sogar ein Verdunstungseffekt.

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Ein Kraterbeet mindert Wetterextreme – etwa lange Trockenperioden im Sommer und viel Regen im Winter.
Ein Kraterbeet mindert Wetterextreme – etwa lange Trockenperioden im Sommer und viel Regen im Winter. dpa-infografik GmbH

Kraterbeet anlegen – so gehts: Die Mitte ist etwa 20 Zentimeter tief. Die Seiten der Grube steigen nach außen hin an. Die ausgehobene Erde mischt man mit Humus und schüttet damit den Wall auf. Der sollte etwa 30 Zentimeter über dem Bodenniveau liegen, rät der Nabu. Der Wall kann in Richtung Norden ruhig höher sein als im Süden – so kann man die Sonneneinstrahlung optimal auszunutzen.

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Im Beet gibt es verschiedene Pflanzzonen – der Feuchtegrad im Boden und die Stärke der Sonneneinstrahlungen unterscheiden sich je nach Zone. In der Mitte gedeihen frostempfindliche, wärmeliebende Pflanzen, die höhere Luftfeuchtigkeit vertragen – etwa Tomaten und Paprika.

Der Kraterhang ist eher trocken. Hier wachsen gut Gemüsearten mit durchschnittlichen Ansprüchen – etwa Radieschen, Petersilie, Erdbeeren, Feldsalat, Zwiebeln und Möhren. Beim Bepflanzen sollte man aber aufpassen, welche Pflanze schattigere und welche sonnigere Standorte braucht. Auf dem Wall, dem trockensten Bereich, wachsen gut Kräuter, etwa Salbei, Thymian, Oregano und Lavendel.