Johannisbeeren gelten als wahre Vitamin-C-Bomben.
Johannisbeeren gelten als wahre Vitamin-C-Bomben. Imago Images/CHROMORANGE

Egal ob Schwarz, Rot oder Weiß: Johannisbeeren schmecken einfach köstlich und sind dazu noch sehr gesund. Gerade hat die Erntezeit begonnen. Doch damit man auch viel von dem köstlichen Obst naschen kann, sollte man einiges beachten:

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Johannisbeeren nach der Ernte schneiden

Unabhängig von der Farbe: Zwischen Ende Juni und August reifen die Früchte der Johannisbeeren aus. Ist der Strauch abgeerntet, sollte der Hobbygärtner Triebe, die älter sind als vier oder fünf Jahre, herausschneiden. Dazu rät der Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn. Alternativ geht das im Herbst. Diese älteren Triebe erkennen Hobbygärtner am dunkleren Holz. Außerdem werden neue Triebe entfernt. Allerdings nicht alle: Drei bis vier der kräftigsten bleiben stehen und bilden den Ersatz für die herausgeschnittenen älteren Triebe.

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Insgesamt sollten am Strauch etwa acht bis zwölf Triebe verbleiben, lässt man die Johannisbeere als Busch wachsen. Bei Hecken reichen drei Triebe je Pflanze. Die abgeschnittenen Zweige lassen sich als Stecklinge zur Aufzucht von Nachwuchs nutzen.

Achten Sie auf die richtige Schnitttechnik

Ein glatter Schnitt ist auch bei den Johannisbeeren wichtig: Die Zweige sollten nicht gequetscht werden, die Schnittfläche möglichst klein sein, raten die Experten von „Mein schöner Garten“. Da die bevorzugt entnommenen Triebe schon ganz schön kräftig und starr sein können, bedient man sich am besten einer Astschere oder greift zu einer kleinen Baumsäge. Unbedingt vermeiden sollte man kurze Stummel, die nach dem Schnitt zurückbleiben: Sie sind optimale Angriffspunkte für verschiedene Krankheiten, die auf diesem Wege in den Strauch eindringen können.

Unabhängig von der Farbe: Zwischen Ende Juni und August reifen die Früchte der Johannisbeeren aus und können gepflückt werden.
Unabhängig von der Farbe: Zwischen Ende Juni und August reifen die Früchte der Johannisbeeren aus und können gepflückt werden. imago/Niehoff

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Blasen auf Blättern der Johannisbeere sind meist unproblematisch

Blasen auf den Blättern der Roten Johannisbeere sind kein Problem. Meist stört das nur das Auge, das Wachstum der Sträucher sei aber nicht eingeschränkt, erläutert die Bayerische Gartenakademie. Lediglich bei einem wirklich starken Befall können die Blätter abfallen.

Die Blasen stammen von den Johannisbeerblasenläusen, die an den Blättern saugen. Sie selbst findet man auch an den Blattunterseiten. Hobbygärtner, die ein Ausbreiten vermeiden wollen, können die Läuse einfach zerdrücken oder von den Blättern wischen.

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Milbe befällt Johannisbeere: Knospen schwellen an

Johannisbeeren bilden ihre Knospen für das nächste Jahr schon im Herbst. Das macht sie anfällig – und im Winter können sich Schädlinge daran zu schaffen machen. Schwellen die Knospen im Winter etwa an, vor allem an Schwarzen Johannisbeeren, handelt es sich um einen Befall mit Johannisbeergallmilben, erklärt der Verbraucherinformationsdienst aid. Die kleinen Tiere überwintern darin. Die Knospen werden dann später nicht oder verzögert austreiben. Hobbygärtner sollten die befallenen Knospen im Winter ausbrechen. Bei starkem Befall raten die Experten zu einem starken Rückschnitt des Strauchs.

Egal ob Schwarz, Rot oder Weiß: Johannisbeeren schmecken einfach köstlich und sind dazu noch sehr gesund.
Egal ob Schwarz, Rot oder Weiß: Johannisbeeren schmecken einfach köstlich und sind dazu noch sehr gesund. Sabine Gudath

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Pilz an der Johannisbeere: Bekämpfung erst im Winter möglich

Ein weißer und mehliger Belag auf den Triebspitzen von Stachelbeeren und Schwarzen Johannisbeeren ist ein Symptom eines Pilzbefalls. Der Amerikanische Stachelbeermehltau wird später auch die Früchte befallen und diese ungenießbar machen. Darauf weist die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hin. Für die Behandlung ist es allerdings zu spät.

Im kommenden Winter müssen Hobbygärtner dann aber reagieren: Die Triebe werden um rund ein Drittel gekürzt, wodurch die neuen erkrankten Triebspitzen entfernt werden. Auch kurz vor dem neuen Austrieb kann die neue Ernte durch einen leichten Rückschnitt noch gerettet werden.

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Außerdem können Gartenbesitzer bei häufigerem Auftreten des Pilzbefalls die Pflanze mit Netzschwefel-Präparaten behandeln, um eine Infektion zu verhindern. Sie werden ebenfalls vor dem Austrieb versprüht.

Aus Johannisbeeren frischen Saft machen

Johannisbeeren enthalten viel Saft. Wer mag, kann aus den Beeren deshalb ganz einfach frischen Saft machen: Dafür ein Kilogramm Rote und 250 Gramm Schwarze Johannisbeeren waschen, abtropfen lassen und mit circa 150 Gramm braunem Zucker und 350 Milliliter Wasser unter Rühren aufkochen, bis die Beeren aufplatzen, rät die Vereinigung Slow Food.

Das Ganze lässt man in einem Sieb abtropfen und fängt den Saft dabei auf. Die Fruchtreste streicht man dann mit einem Spatel durch das Sieb, sodass keine Kernreste in den Saft gelangen. Nun füllt man den Saft in saubere Flaschen ab, lässt ihn abkühlen und kann ihn verschlossen im Kühlschrank aufbewahren. Dort hält er ein bis zwei Wochen. Wem der Saft pur zu langweilig ist, der macht sich daraus einen erfrischenden Sommerdrink: Dazu einfach den roten Saft mit gekühltem Mineralwasser oder Sekt aufgießen und genießen.