Ehepaar und Berufskollegen als Schauspieler Rita Feldmeier (67) und Achim Wolf (79) Sabeth Stickforth

Liebe Leserinnen und liebe Leser! 

Ganz bestimmt geht es Weihnachten zu Hause beim Schauspieler-Paar Rita Feldmeier (67) und Achim Wolff (79) nicht so zu wie im Komödienklassiker „Schöne Bescherungen“! Das Stück läuft im Schiller-Theater noch bis zum 28.12. Am schönsten Fest des Jahres sind hier alle auf der Bühne in innerfamiliäre Streitigkeiten verwickelt. Und jeder denkt dabei eigentlich nur an sich selbst.

Gemeinsam älter werden: So feiern Achim Wolff und Rita Feldmeier Weihnachten

In Wirklichkeit ist es ganz anders. Achim Wolff erzählt mir mit leuchtenden Augen von dem Familienkalender (eine Collage), die er seit 20 Jahren immer in der Adventszeit mit Fotos bastelt. Von dem großen Bild werden dann persönliche Postkarten für die Familie und Freunde gemacht, und jedes Jahr 55 Karten zu Weihnachten verschickt. Das ist gewiss viel Arbeit, aber mit reichlich Freude und Hingebung verbunden. Im Theater hingegen spielt er den Opa der Familie, der vor allem vorm Fernseher sitzt und einen alten Film lauthals kommentiert.

Schöne Bescherungen mit Timothy Peach, Katja Weitzenböck, Marion Kracht, Achim Wolff, Oliver Dupont, Sabine Fürst, Alexis Kara, Julia Kathinka Philippi und Tommaso Cacciapuoti  bis 28. Dezember Komödie am Kurfürstendamm (jetzt Schillertheater) Franziska Strauss

Nicht nur an Weihnachten hält Rita die Familie zusammen. Ihr 96-jähriger Vater aus Warnemünde, sowie Achims Schwester und natürlich alle Kinder, deren Partner und die Enkelkinder sitzen bei Raclette am festlichen Familientisch. Ihren Familiensinn schätzt Achim ganz besonders an seiner Frau. „Sie ist ein sehr emotionaler Familienmensch“.

Als die Kinder (jeweils aus den ersten Ehen der beiden) noch Kinder waren, ging es in den großen Ferien mit dem Wohnmobil nach Norwegen. „Wir lieben beide gleichermaßen die Wanderungen in Natur, diese Landschaft und Weite, die frische Luft.“ Abends wurde mit den Kindern unterm gemütlichen Vorzelt Karten gespielt. Die fanden diese Ferien so nachhaltig toll, dass sie heute mit ihren eigenen Kindern auch Campingurlaub machen.

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Das neuste Familienprojekt im Hause Feldmeier/Wolff ist ein Grundstück bei Plau am See. Hier haben alle eine Ecke mit Wohnwagen für sich, wo jeder kommen und machen kann wann und was er möchte. Aber am schönsten ist es, wenn der ganze Familienkreis mit den Enkeln beisammen ist. Rita verwöhnt sie  besonders gern mit ihrer Backkunst. Zu Weihnachten die Plätzchen und unter dem Jahr leckerer Kuchen, von denen selbst die Kollegen im Theater schwärmen.

„Die Familie erdet uns und gibt uns Kraft“ sagt Rita mit weicher Stimme und man spürt dabei das große Lebensglück. „Man nimmt sich selber nicht so wichtig. Und ich möchte später gern eine süße Omi sein.“ Für Achim ist die Harmonie in der Ehe und Familie die Grundlage seiner Produktivität. Beide achten sich und nehmen Rücksicht aufeinander. „Alles läuft wie von selbst, wir haben die gleichen Schwingungen“. Das besondere Ritual der Beiden ist der tägliche 5 Uhr-Tee. „Wir genießen diese Zusammensein-Zeit.“

Gemeinsam glücklich älter werden, will gelernt sein

Gemeinsam glücklich älter werden will gelernt sein. Und dieses Schauspieler-Paar tut es. Immer noch sind Beide beruflich sehr agil und auf verschiedenen Bühnen präsent. Sogar am 26. und 27. Dezember tritt Rita in Brandenburg am Theater mit ihrem Marlene-Dietrich-Abend auf. Der Beruf gibt jedem Erfüllung. Nach einem großen Familien-Gelage sagt Rita dann manchmal scherzhaft: „Ich gehe in Urlaub“, wenn sie ins Theater geht.

Fit hält sich das Paar durch wöchentliche Saunagänge und ein morgendliches Bad im Pool, egal wie kalt es ist. Rita liebt außerdem eine Runde Walking morgens oder Yoga. Eine sportliche und zierliche immer noch sehr junge attraktive Frau.

In der jetzigen von Pandemie geprägter schweren Zeit ist es ein sehr schöner Moment, auf diese  beiden friedvoll glücklichen Menschen zu treffen, die sich und auch anderen Gutes tun.

Das wünsche ich Ihnen auch, liebe Leser! Verschenken Sie jetzt in der Adventszeit selbstgebackene Plätzchen, ein Lächeln, ein Kompliment oder ein bisschen Herzenswärme.

Ihre Sabine Stickforth

Sabine Stickforth schreibt jeden Dienstag im KURIER über das Leben über 50 in Berlin.
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