Kaffee ist gesund? Von wegen! Ab sechs Tassen pro Tag wird es kritisch. IMAGO/Westend61

Ohne Kaffee geht hier gar nichts! So denken die allermeisten Erwachsenen und trinken meist schon vor dem eigentlichen Frühstück die erste Tasse. Doch eine großangelegte Studie aus Australien beweist jetzt: Zu viel Kaffee schadet der Gesundheit. Das Gehirn schrumpft, das Risiko für Schlaganfälle und Demenz steigt. Und das in keinem geringen Ausmaß!

Kaffee gehört weltweit zu den beliebtesten Getränken. Allein in Deutschland lag der Pro-Kopf-Konsum im vergangenen Jahr bei 168 Liter. Der To-go-Becher ist aus dem Lebensumfeld nicht mehr wegzudenken. Kaffee ist fast immer und überall verfügbar. Und immer wieder wird in wissenschaftlichen Untersuchungen der Frage nachgegangen, wie gesund oder auch ungesund das beliebte Getränk ist.

In der größten Studie ihrer Art haben Forscher herausgefunden, dass ein hoher Kaffeekonsum mit einem geringeren Gesamthirnvolumen verbunden ist. Die Studie, die am Australian Centre for Precision Health mithilfe eines Teams internationaler Forscher durchgeführt wurde, untersuchte die Auswirkungen von Kaffee auf das Gehirn von 17.702 Teilnehmern (im Alter von 37 bis 73 Jahren). Sie stellte fest, dass diejenigen, die mehr als sechs Tassen Kaffee pro Tag tranken, ein um 53 Prozent erhöhtes Demenzrisiko hatten.

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Zu viel Kaffee: ein bitteres Gebräu für die Gesundheit des Gehirns

„Kaffee gehört zu den beliebtesten Getränken der Welt. Da der weltweite Verbrauch jedoch mehr als neun Milliarden Kilogramm pro Jahr beträgt, ist es wichtig, dass wir mögliche gesundheitliche Auswirkungen verstehen“, erklärt die leitende Forscherin Kitty Pham.

Wer mehr als sechs Tassen Kaffee am Tag trinkt, sollte seinen Konsum überdenken. IMAGO/Westend61

„Wir fanden heraus, dass ein höherer Kaffeekonsum signifikant mit einem reduzierten Gehirnvolumen verbunden war. Das Trinken von mehr als sechs Tassen Kaffee pro Tag kann zudem das Risiko von Hirnerkrankungen wie Demenz oder Schlaganfall erhöhen.“

Demenz, eine unheilbare, neurodegenerative Erkrankung, ist in Deutschland immer häufiger auch Todesursache. Prof. Andreas Reif, Leiter der Klinik für Psychiatrie am Uni-Klinikum Frankfurt weiß: „Demenz ist eine potenziell tödliche Krankheit.“ Im fortgeschrittenen Stadium könnten die Patienten nicht mehr essen und trinken – das führe zu Unterernährung und Austrocknung.

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Forscher geben Tipps bei hohem Kaffeekonsum

An Schlaganfällen sterben schon jetzt jährlich rund 5,5 Millionen Menschen. Weltweit erleidet jeder vierte Erwachsene über 25 im Laufe seines Lebens einen Schlaganfall, bei dem die Blutversorgung des Gehirns gestört ist, was zu Sauerstoffmangel, Hirnschäden und Funktionsverlust führt.

Für Professor Elina Hyppönen, die ebenfalls an der Studie beteiligt war, ist wie bei so vielem das Maß der entscheidende Schlüssel. Zwei bis vier Tassen der schwarzen Brühe können durchaus auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Nur übertreiben sollte man es eben nicht. Die eineinhalb empfohlenen Liter, die ein Erwachsener am Tag trinken sollte, sollten keinesfalls mit Kaffee gedeckt werden.

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Und noch einen Tipp hat sie für alle Kaffee-Liebhaber. „Was man tun sollte, wenn man gern Kaffee trinkt, ist nicht zu vergessen dazu ein bisschen Wasser zu trinken“, sagt sie. Und: „Wenn Sie jedoch feststellen, dass Ihr Kaffeekonsum auf mehr als sechs Tassen pro Tag zugeht, ist es an der Zeit, Ihr nächstes Getränk zu überdenken.“