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Eltern war Baby egal: Frühchen bekommt nie Besuch, das ist letztlich sein großes Glück

Fruehchen_Krankenhaus_Symbolbild

Ein Baby auf der Frühchenstation im Krankenhaus. (Symbolbild)

Foto:

picture alliance / Guido Kirchne

Brighton/Massachusetts -

Was lange währt, wird endlich gut: Über Jahre verzweifelte die US-Amerikanerin Liz Smith (45) aufgrund von Unfruchtbarkeit an ihrem unerfüllten Kinderwunsch, doch ein glücklicher Zufall verschaffte der Krankenschwester aus dem Staat Massachusetts doch noch ihr unverhofftes Babyglück.

Eltern lassen Baby im Krankenhaus allein

Die rührende Geschichte, über die „CNN" und die „Washington Post" in den USA berichten, ereignete sich im Franciscan Children's Hospital, dem Arbeitsplatz von Liz Smith. Dort lag die drei Monate alte Gisele – die zu früh geborene Tochter einer Drogenabhängigen. Das Mädchen kam bereits mit starken gesundheitlichen Problemen und einem Gewicht von weniger als einem Kilo zur Welt.

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Die suchtkranken Eltern ließ das Schicksal ihrer Tochter jedoch kalt. Das Baby, das sich in der Obhut von Ärzten und Krankenschwestern langsam stabilisierte, erhielt über Monate keine Besuche und blieb komplett allein. Erst dadurch ergab sich das große Glück für Liz Smith und letztlich auch für Gisele.

Krankenschwester Liz Smith adoptiert Baby

Kolleginnen machten sie mit dem Baby vertraut und regten eine Adoption an: „Sie braucht eine Pflegefamilie und ihr beide wärt das perfekte Paar.“

Nach reiflicher Überlegung stimmte sie zu – zunächst mit der Absicht, das Kind zu pflegen und später wieder an die leiblichen Eltern zu übergeben.

„Es war eine emotionale Achterbahnfahrt“, berichtet die 45-Jährige rückblickend. Das anfängliche Interesse der leiblichen Eltern klang schnell wieder ab, die Justiz zweifelte an deren Eignung und entzog ihnen letztlich endgültig das Sorgerecht.

Für Liz Smith ging mit der Adoption an diesem Tag ein Traum in Erfüllung. „Es war wirklich bittersüß. Ich habe diesen großartigen Gewinn und diese Freude in meinem Leben erfahren, während andere genau das Gegenteil durchmachen mussten.“

Gisele ist trotz Spätfolgen gesund

Die Folgen der Verwahrlosung während der Schwangerschaft und des passiven Drogenkonsums sind bei Gisele auch knapp drei Jahre später noch zu spüren. So muss sie noch immer den Großteil ihrer Nahrung durch eine Magensonde zu sich nehmen.

Dennoch entwickelt sich die inzwischen Zweijährige deutlich besser, als in den ersten Monaten ihres Lebens prognostiziert. „Die Leute können nicht glauben, was für Fortschritte sie gemacht hat, wie gesund und stark sie ist“, freut sich Liz Smith.

Und während sie dem Zufall das größte Glück ihres Lebens verdankt, bedeutete die Adoption für Gisele die Rettung und den Start in ein glückliches Leben.

(bc)