Zwei Kinder mit Schultüte auf Schulweg. Foto:  BK

Nach Spielen, Baden und langem Aufbleiben stehen ab heute wieder Mathe, Deutsch und andere Fächer auf dem Stundenplan. Das neue Schuljahr beginnt! Wie aber gelingt nach den Ferien der Übergang in den neuen Rhythmus? Prof. Dr. med. Volker Stephan ist Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Sana-Klinikum in Lichtenberg – und weiß, wie wichtig vor allem Rituale sein können. „Festgelegte Abläufe unterstützen, gerade bei Kindern, den Einstieg in den Alltag nach den Ferien“, sagt er dem KURIER. Hier gibt er fünf Gesundheitstipps:

Richtige Schlafhygiene. „Kinder müssen jetzt, nach den Ferien, wieder in den Schul-Rhythmus kommen“, sagt der Mediziner. „Das bedeutet auch: Sie müssen wieder früher ins Bett gehen, denn gut aufstehen kann am Morgen nur, wer rechtzeitig schläft.“ Ein „Jetzt geht es ins Bett“ sei aber der falsche Weg. „Für das Kind muss das Einschlafritual klar definiert sein. Vielleicht beginnt es mit dem Abendessen, danach wird geduscht und es geht ans Zähneputzen. Im Bett wird eine Geschichte vorgelesen. Kinder brauchen Rituale, müssen sich darauf vorbereiten können.“

Prof. Dr. med. Volker Stephan ist Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Sana-Klinikum in Lichtenberg. Foto: zVg/Sana-Klinikum

Frühstück und Brotbüchse. Der Tag beginnt am besten mit einem gemeinsamen Frühstück in der Familie – ein Ritual, das auch für die Kommunikation wichtig sein kann. An der Frage, was in die Brotbüchse gehört, scheiden sich die Geister. „Hier ist es wichtig, Kompromisse zu finden. Es bringt nichts, ein supergesundes Frühstück einzupacken, das dann nicht gegessen wird“, sagt Stephan. „Besser ist es, wenn das Kind beim gesunden Teil des Frühstücks mitbestimmen kann – und sich zusätzlich etwas wünschen darf.“ Tabu sollte es sein, dem Nachwuchs nur Schoko- oder Müsliriegel einzupacken. Und wenn es um Getränke geht, bleibt Wasser die erste Wahl.

Gutes für den Rücken. Viele Kids haben am Schulranzen schwer zu tragen. Wichtig sei es hier, dass Eltern darauf achten, dass nicht unnötig viel eingepackt wird. „An einem Tag, an dem nur Mathe und Deutsch auf dem Stundenplan steht, muss das Geografie-Buch nicht mitgenommen werden“, sagt der Mediziner. Am Hausaufgaben-Schreibtisch daheim muss auf die richtige Höhe von Tisch und Stuhl geachtet werden. Und: Bewegung ist essenziell. „Das ist ein Thema, das oft vernachlässigt wird. Es sollten regelmäßig gemeinsame Ausflüge in der Familie geplant werden. Das hilft auch den Eltern – denn auch sie leiden oft unter Bewegungsmangel.“

Richtiger Medienkonsum. Statt einem Buch greifen auch die Kinder heute immer wieder zum Smartphone – für den richtigen Medienkonsum gibt es kein Standart-Rezept. Prof. Dr. med. Volker Stephan rät aber, zu bestimmten Zeiten darauf zu verzichten. „Vor der Schule sollte der Fernseher ausgeschaltet bleiben, denn gemeinsame Morgenrituale helfen der Kommunikation in der Familie. Und vor dem Schlafengehen müssen die Kinder nicht auf dem Handy spielen. Besser ist es, wenn die Eltern eine Geschichte vorlesen oder die Kids selbst zu einem Buch greifen.“

Sicherheit in Corona-Zeiten. Durch die Pandemie gibt es auch in den Schulen völlig neue Regeln. Eltern sollten ihre Kinder dafür sensibilisieren – und ihnen beispielsweise beibringen, sich zum eigenen Schutz an die Maskenpflicht zu halten. „Lehrer leiden oft unter einem gewissen Autoritätsverlust – es ist wichtig, dass die Eltern da unterstützend eingreifen.“ Davon, den Nachwuchs mit Desinfektionsmitteln auszustatten, rät der Arzt allerdings ab. „Besser ist es, die Kinder für das regelmäßige Händewaschen zu sensibilisieren, vor allem vor dem Essen.“