Eine Frau putzt ihre Zähne. dpa/Christin Klose

Wir brauchen sie zum Kauen, Beißen und natürlich zum Lächeln: die 32 kleinen Superhelden im Mund, unsere Zähne. Damit sie strahlend weiß und vor allen Dingen gesund bleiben, müssen wir sie regelmäßig putzen. Morgens und abends mindestens, heißt es. Und eigentlich nach jeder Mahlzeit. Doch wie verhält es sich eigentlich mit dem Frühstück? Ist es besser, davor oder danach zu putzen? Immer wieder wird darüber gerätselt. Experten geben jetzt die Antwort.

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Zweimal täglich zwei Minuten lang putzen. Das empfehlen Zahnärzte im Allgemeinen. Und daran halten sich laut einer Umfrage auch acht von zehn Deutschen (80 Prozent) am liebsten „über dem Waschbecken“ (82 Prozent). Es sei denn, der Abend geht mal länger: Nach dem Feiern bzw. einer langen Nacht lassen sechs von zehn Personen (59 Prozent) das Putzen gern mal aus, bevor sie ins Bett gehen. Die meisten Deutschen putzen ihre Zähne im Schnitt zwei bis drei Minuten. Der Großteil (53 Prozent) putzt die Zähne nach dem Frühstück, etwa ein Drittel (39 Prozent) vor dem Frühstück und ein paar wenige sogar davor und danach (8 Prozent).

Saure Lebensmittel greifen den Zahnschmelz an

Grundsätzlich raten Experten, besser nach dem Frühstück die Zähne zu putzen. Allerdings mit einer Einschränkung: Man sollte mindestens eine halbe Stunde warten. Grund dafür ist die Säure der Lebensmittel, die den Zahnschmelz angreift. Putzt man die Zähne direkt nach dem Essen, wird die Zahnoberfläche aufgerieben und der Zahn kann somit beschädigt werden.

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„Die Säuren führen zum Herauslösen von Mineralien aus der Zahnoberfläche. Die Zähne fühlen sich rau an“, erklärt Prof. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer in Berlin. Dann bestehe die Gefahr, dass die Mineralien abgebürstet werden, bevor sie wieder in den Zahn eindringen.

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Besonders bei Kindern muss man auf eine gute Zahnhygiene achten. imago stock&people

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Wer etwa Orangensaft zum Frühstück oder Rotwein zum Abendessen trinkt, sollte mit dem Zähneputzen am besten eine Stunde warten – oder vorher putzen. Denn saure Lebensmittel greifen den Zahnschmelz an, der binnen einer Stunde aber durch Speichel wieder repariert wird.

Wenn Sie morgens allerdings keine Zeit haben, nach dem Frühstück noch eine halbe Stunde zu warten, oder gar nicht frühstücken, dann sollten Sie natürlich trotzdem putzen. Denn das sei immer noch besser als gar nicht zu putzen.

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Die Experten geben den Tipp, nach sehr sauren Lebensmitteln den Mund mit Milch oder einer fluoridhaltigen Mundspülung auszuspülen, um die Belastung etwas zu neutralisieren. Nach kurzem Abwarten könnten dann die Zähne geputzt werden. „Wer aus Zeitmangel das Zähneputzen aus Sorge, man könne seinen Zahnschmelz zerstören, lieber unterlässt und nach dem Frühstück mit Belägen auf den Zähnen ans Fließband, ins Büro oder ins Klassenzimmer geht, schadet den Zähnen“, meint der Berliner Zahnarzt Christian Bolstorff. „Dann nämlich entwickeln sich Zahnbeläge, deren schädlicher Effekt anhaltend ist.“

Von Rot zu Weiß und mit System

Zahnärzte raten zum Putzen von Rot nach Weiß. Zahnarzt Joachim Hüttmann favorisiert die sogenannte Rütteltechnik. Dabei setzen Zähneputzer die Bürste im 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand auf und rütteln sie leicht. „Dadurch lockern sich auch die Zahnbeläge am Zahnfleischsaum“, erklärt Hüttmann. Die Bürste wandert nun bei sanftem Druck vom Zahnfleisch in Richtung Zähne, also von Rot zu Weiß.

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Besonders wichtig ist ein systematisches Vorgehen, unabhängig von der Technik. „Am besten wie bei den Hausaufgaben: Erst die schwierigen Stellen, das sind im Unterkiefer die Innenseiten und im Oberkiefer die Außenseiten. Zum Schluss die Kauflächen“, so Hüttmann.