Einsatzkräfte von DLRG und Feuerwehr suchen in einem See nach einem vermissten Menschen (Symbolbild).
Einsatzkräfte von DLRG und Feuerwehr suchen in einem See nach einem vermissten Menschen (Symbolbild). Hauke-Christian Dittrich/dpa

Es ist eine schreckliche Tragödie, die sich am Dienstagabend in Wusterhausen/Dosse (Brandenburg) zugetragen hat: Ein fünfjähriges Mädchen verschwindet plötzlich von der Familienfeier. Stunden später wird sie gefunden. Ihr lebloser Körper treibt am Ufer des Wusterhausener Klempowsees. Nahe der Seemühle wird das Kind nur noch tot geborgen.

Die Märkische Allgemeine Zeitung berichtet unter Berufung auf Rettungskräfte, das Kind sei beim Spielen ins Wasser gefallen. Mit einem Großaufgebot – darunter ein Helikopter mit Wärmebildkameras – wurde von den Rettungskräften die Suche eingeleitet. Doch jede Hilfe kommt zu spät. Als das Mädchen um 20.36 Uhr endlich gefunden wird, kann ein Notarzt nur noch den Tod feststellen.

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Immer wieder kommen Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Wasser ums Leben. Der KURIER klärt auf, wie Sie im Notfall richtig handeln und wer und unter welchen Umständen besonders Gefahr läuft, dass das Badevergnügen zur tödlichen Falle wird.

Wo sind die Gefahren für einen Badeunfall am größten?

Flüsse und Seen sind nach wie vor die größten Gefahrenquellen. Nur vergleichsweise wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht. Das Risiko, dort zu ertrinken, ist deshalb um ein Vielfaches höher als an Küsten oder in Schwimmbädern“, erklärt Achim Haag, Präsident der Wasserretter der DLRG.

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Wer ist besonders gefährdet, zu ertrinken?

Kinder und andere Nichtschwimmer ertrinken besonders oft. Ob zu Hause am eigenen Pool im Garten oder beim Urlaub an der Küste: Die Gefahren für Kinder und insbesondere solche ohne jegliche Schwimmfertigkeiten werden leider viel zu oft unterschätzt. Es genügen wenige Sekunden der Unaufmerksamkeit, die verheerende Folgen haben können.

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Im gesamten Jahr 2021 ertranken laut DLRG in Deutschland mindestens 299 Menschen. Bei 139 der Todesfälle durch Ertrinken waren die Opfer älter als 55 Jahre. Laut DLRG  überschätzen ältere Menschen ihre Kraftreserven oder ignorieren ihre Vorerkrankungen wie Herzprobleme oder Diabetes. Fast 80 Prozent der Ertrunkenen waren in den letzten Jahren männlich. Der Grund: Leichtsinn, Übermut und Unterschätzung von Gefahren.

Oft sind auch Menschen mit Migrationshintergrund betroffen. „In den Herkunftsländern der Einwanderer ist Wasser zu kostbar, um darin zu baden. Deshalb können sie oft nicht schwimmen“, erklärt DLRG-Pressesprecher Achim Wiese gegenüber dem MDR. Weil sie trotzdem Teil der Gemeinschaft sein wollen, gehen sie ins Wasser und unterschätzen die Gefahr.

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Im Klempowsee in Brandenburg ist am Dienstagabend ein Mädchen ertrunken.
Im Klempowsee in Brandenburg ist am Dienstagabend ein Mädchen ertrunken. IMAGO/Panthermedia

Woran erkennt man, dass jemand zu ertrinken droht?

Nur sehr selten sieht ein Badeunfall so aus, wie im Film oft dargestellt: Ertrinkende paddeln panisch mit den Armen und schreien nach Hilfe. Ertrinken ist meist ein stiller Tod. Das macht die Sache so gefährlich, weil sie kaum bemerkt wird. Der Kopf eines Ertrinkenden ist in Wirklichkeit meist unter Wasser – schafft man es für einen kurzen Moment an die Wasseroberfläche, wird diese Zeit instinktiv zum Luftholen genutzt. Da bleibt keine Zeit für einen Hilferuf.

Wie reagiert man richtig, wenn jemand im Wasser in Not ist?

Wer einen Ertrinkenden selbst retten will, begibt sich in Gefahr. Weil Menschen in dieser Notfallsituation nach allem greifen, was in der Nähe ist, ist es für potenzielle Retter schwierig, sich aus diesem Griff zu befreien. Die DLRG rät für den Notfall daher: Hilfe holen und der Person im Wasser Schwimmhilfen oder andere Gegenstände zuwerfen, an denen sie sich festhalten kann.

Wer dennoch ins Wasser gehen will, um zu helfen, sollte sich der Person von hinten nähern und sie unter den Armen packen. Wichtig, wenn auch eigentlich selbstverständlich: Der Kopf der zu rettenden Person muss oberhalb der Wasseroberfläche sein.