Ein Ohrwurm kann nervig sein - doch es gibt simple Tricks, wie man ihn wieder loswird. Foto: Imago/Shotshop

Achtung, jetzt haben wir hier eine kleine Gemeinheit für Sie: „Hast du etwas Zeit für mich? Dann singe ich ein Lied für dich von neunundneunzig Luftballons auf ihrem Weg zum Horizont!“ Na, reichen diese Zeilen schon, damit sich in Ihren Gehirnwindungen ein kleiner Ohrwurm festsetzt? Es ist ein Problem, das einfach jeder kennt: Plötzlich will ein bestimmter Song nicht mehr verschwinden, hängt Stunden, Tage, manchmal Wochen im Kopf fest. KURIER hat einige Tipps, was am besten gegen hartnäckige Ohrwürmer hilft.

Gleich zu Beginn allerdings die schlechte Nachricht: Zwar gibt es reichlich Tipps gegen Ohrwürmer, aber keines der Experimente, die zum Vergessen des jeweiligen Liedes führen sollen, ist tatsächlich wissenschaftlich belegt. Und: Es ist auch gar nicht richtig klar, wie und warum Ohrwürmer eigentlich entstehen. Forscher vermuten, dass sich Lieder dann im Kopf festsetzen, wenn das Gehirn auf Leerlauf läuft. Also etwa in langweiligen Situationen. So untersuchte etwa Jan Hemming von der Universität Kassel das Phänomen. Sein Ergebnis: In 70 Prozent der Fälle kommen Ohrwürmer in Alltagssituationen, etwa beim Abwaschen.

Leichte Sudoku-Rätsel helfen dabei, den Ohrwurm zu bezwingen

An sich ist ein Ohrwurm nicht schlimm – bleibt das Lied über längere Zeit im Kopf, kann es aber schon nervig werden. Was tun? Ablenkung soll helfen. So will eine Studie etwa herausgefunden haben, dass leichte Sudoku-Rätsel dabei helfen, das nervige Phänomen loszuwerden. Eine andere Möglichkeit: Betroffene können von 100 bis 0 zählen oder im Kopf leichte Additions- und Multiplikationsausgaben lösen. Wichtig dabei: Die geistigen Tätigkeiten dürfen nicht zu anstrengend sein. Bei schwierigen Aufgaben, für die kräftiges Nachdenken erforderlich ist, kann der Ohrwurm sogar unterstützt werden.

Atemlos durch die Nacht... Hit wie dieser spuken bei vielen Menschen durch den Kopf. Foto: Imago/Jan Huebner

Ebenfalls hilfreich soll es sein, Kaugummi zu kauen. Denn: Durch die Steuerung der Kaumuskulatur wird das Gehirn ebenfalls mit einer leichten Aufgabe konfrontiert, die es zu erfüllen hat. Oft genügt das schon, um vom Lied im Kopf abzulenken. Grund für diese Erkenntnis ist eine Studie britischer Wissenschaftler. Sie spielten ihren Probanden mehrere Ohrwurm-Hits vor. Danach sollten die Teilnehmer drei Minuten nicht an das gehörte Lied denken. Jedes Mal, wenn sich das Lied dennoch in ihren Kopf schlich, sollten sie einen Knopf drücken. Das Ergebnis: Die Probanden, die während des Experiments Kaugummi kauten, wurden weniger von dem Ohrwurm belästigt.

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Andere Theorien gehen davon aus, dass ein Ohrwurm funktioniert wie ein Sprung in einer Schallplatte – und dass damit ein Gedanke verbunden ist, den das Gehirn nicht vollenden kann. Manchmal geschieht genau das, wenn der vom Ohrwurm geplagte einen Texthänger hat, wenn das Lied im Kopf an einer Stelle einfach nicht weitergehen will. Dann wird das Lied bis zu diesem Punkt immer und immer wieder abgespielt. Hilfreich hier: Text aus dem Netz suchen, durchlesen – manchmal kann schon das helfen, die Blockade zu lösen.

Und, auch darauf schwören einige: Manchmal hilft es, aktiv gegenzusteuern. Und zwar mit Musik! Anderen Titel anschalten, hören, in Gedanken oder sogar laut mitsingen. Diese Taktik kann den Ohrwurm bekämpfen. Aber Vorsicht, dass Sie sich nicht gleich den nächsten Nerv-Hit einfangen!