Zum 1. Juni sollen die Benzinpreise deutlich sinken. dpa/Matthias Bein

Endlich wird Autofahren zumindest wieder ein bisschen günstiger. Das Entlastungspaket des Bundesregierung sieht vor: Für drei Monate soll in Deutschland ab dem 1. Juni ein Tankrabatt gelten. Durch eine Senkung der Energiesteuer bis einschließlich August könnte Benzin um rund 35 Cent pro Liter und Diesel um etwa 17 Cent pro Liter billiger werden.

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Viele sagen sich jetzt: Dann tanke ich jetzt doch nicht mehr – und rolle lieber mit dem letzten Tropfen am 1. Juni zur Tanke... Das ist keine gute Idee, sagen Experten vom ADAC und Auto Club Europa (ACE).

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Gleich am ersten Tag tanken? Keine gute Idee!

Zum einen wird erwartet, dass es zum Stichtag sehr voll werden könnte und lange Warteschlangen die Folge sind. Manch einer könnte gar ganz leer ausgehen, warnen Experten. Auch die Tankstellenbranche erwartet laut Medienberichten eine hohe Nachfrage und sogar  Engpässe. Im Klartext: Den Tankstellen könnte Anfang Juni das Benzin ausgehen!

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Außerdem ist es durchaus möglich, dass Tankstellen in den ersten Tagen des Monats immer noch Sprit zum alten Preis verkaufen, weil sie ihn im Vormonat zu alten Konditionen eingekauft haben. Die Experten vom ACE glauben, dass es durchaus einige Tage brauchen könnte, bis der Preis spürbar sinkt.

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„Wenn sich die Lage beruhigt und die Preise auf dem günstigeren Niveau eingependelt haben, kann ganz ohne Stress getankt werden“, so der Club. Daher den Tank Ende Mai besser nicht bis zum letzten Tropfen leerfahren.

Sprit bunkern? Besser nicht!

Scheint dann der lang ersehnte günstigere Preis von der Anzeigetafel, bewahrt man besser einen kühlen Kopf und hamstert keinen Sprit. Denn es ist verboten, privat größere Benzinmengen zu lagern.

So sind aufgrund der Explosionsgefahr in Kleingaragen von einer Größe bis zu 100 Quadratmeter lediglich bis zu 20 Liter erlaubt. Und die müssen in verschlossenen, nicht brennbaren und bruchsicheren Kanistern gelagert werden, informiert der ACE. Vom weniger entzündlichen Diesel darf mehr eingelagert werden. Hier sind bis zu 200 Liter in einer Kleingarage erlaubt. Ist das vernünftig?

Nicht immer, denn Diesel hält sich auch bei luftdichter Lagerung nur einige Monate, so der ACE. Daher sei auch hier eine größere Menge nicht sinnvoll. Grund sei die sogenannte Dieselpest. Bakterien aus dem Biodiesel-Anteil zersetzten mit der Zeit den Kohlenstoff im Diesel. So bildet sich eine Art Schlamm, der wiederum die Filter und das Kraftstoffsystem des Fahrzeugs verstopft.

Wer nur zu Miete wohnt, dem ist die Lagerung von Kraftstoff oft ganz verboten. Hier hilft ein Blick in den Mietvertrag. Wenn nicht anderweitiges vermerkt ist, sind laut ACE im Keller als Gesamtmenge 20 Liter Benzin oder Diesel erlaubt. Im gesamten Keller, versteht sich - und nicht pro Kellerverschlag.

Benzin zu bunkern ist keine gute Idee. dpa/Franziska Kraufmann

Autos sind keine Tanklaster - oder doch?

Und für den Transport im Auto sind zwar bis zu 240 Liter erlaubt. Die Menge muss aber verteilt sein auf maximal 60 Liter fassende Reservebehälter – innerhalb Deutschlands.

Woanders gelten andere Regeln. Der entsprechende Kanister muss laut ADAC entweder die sogenannte Reservekraftstoffkanister-Zulassung (RKK) oder eine UN-Zulassung haben. Die entsprechende Kennzeichnung ist am Behälter eingeprägt.

Wichtig: In Deutschland muss laut Dekra ab einer Menge von 20 Litern Kraftstoff im Kanister außerhalb des Tanks das Kennzeichen „Verbot für Fahrzeuge mit wassergefährdender Ladung“ beachtet werden. Zur Sicherheit raten Experten im Auto, nie mehr als fünf oder zehn Liter als Reserve vorzuhalten.