Das erste Handy fürs Kind sollte gut überlegt sein. Foto: imago images/Westend61

Handys sind nichts für Kinderhände? Diese Vorstellung ist längst überholt. Spätestens seit dem Lockdown wünschen sich sogar Lehrer, dass der Nachwuchs ein Smartphone in die Hand nimmt – und mit Lern-Apps Schulstoff nachholen. Doch wann ist ein Kind wirklich alt genug für ein Handy? Und was sollte man beim Kauf beachten? Der KURIER gibt wertvolle Tipps.

Ab welchem Alter sollten Kinder ein eigenes Handy besitzen?

Laut einer Bitcom-Umfrage besaßen 2019 rund ein Drittel der 8- bis 9-Jährigen und 75 Prozent der 10- bis 11-Jährigen ein Smartphone. Damit haben Handys also längst Einzug gehalten in den Grundschulen der Stadt. Als pädagogische Empfehlung gilt jedoch: Ein Handy nicht vor dem neunten Geburtstag anschaffen. Dabei weisen die Experten der Initiative „Schau hin!“ darauf hin, dass auch der Unterschied zwischen einem „normalen“ Handy und einem Smartphone beachtet werden sollte. Ihr Tipp: Ein Smartphone empfiehlt sich erst dann, wenn Sie sicher sind, dass Ihr Kind die Gefahren des Internets kennt und weiß, wie es sich schützt. Diese Reife erreichen Kinder ungefähr im Alter von 12 Jahren.

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Was sollte man beim Kauf eines Kinder-Handys beachten?

Ein guter Anfang bei der Wahl des allerersten Smartphones für das Kind, ist die Entscheidung für eine bestimmte Handygröße. Das grenzt die enorme Auswahl an Handys schon einmal ein. Das Smartphone sollte – insbesondere bei kleineren Kindern – nicht zu groß sein, da dies die Handhabung erschwert. Ein größerer Bildschirm mag zur besseren Übersicht praktischer scheinen, ist aber für die kleinen Kinderhände meist zu groß. Und: Ein Smartphone, das leicht in die Hand oder Jacken- bzw. Hosentasche passt, wird eher mitgenommen und genutzt.

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Wie teuer sollte das erste Handy sein?

Das erste Handy sollte nicht das teuerste Modell auf dem Markt sein – schon allein deshalb, weil Kinder in den seltensten Fällen besonders achtsam mit dem guten Stück umgehen. Je teurer ein Smartphone in der Anschaffung, desto teurer sind in der Regel auch Reparaturen. Auch Mittelklasse-Smartphones bieten die nötigen, kindergerechten Sicherheitsfunktionen und -anwendungen. Die übliche Preisspanne liegt dabei meist bei 100 bis 300 Euro. Eine gute Idee sind gebrauchte Handys. Die gibt es generalüberholt schon zu rund 50 Prozent des Neupreises.

Welcher Tarif eignet sich für ein Kinder-Handy?

Viele Mobilfunk-Anbieter bieten zu einem Erwachsenen-Tarif einen günstigen Nebenvertrag für den eigenen Nachwuchs an. Doch das ist nicht in jedem Fall die beste Wahl. Besser: eine Prepaid-Karte mit Guthabenkonto. Bei dieser Lösung ist das Telefonieren geringfügig teurer, Sie und Ihr Kind sind aber vor hohen (Zusatz-)Kosten, etwa durch App-Käufe, geschützt. Ist das Guthaben aufgebraucht, kann das Kind zwar nicht mehr selbst telefonieren, allerdings ist es weiterhin erreichbar. So haben Sie die volle Kostenkontrolle.

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Wie verlängert man die Lebensdauer eines Kinder-Handys?

Achten Sie auf passendes Zubehör zum Handy Ihres Kindes. Zum Schutz des sensiblen Smartphone-Displays sollte man eine Schutzfolie aufkleben. Sie schützt das Telefon vor potenziellen Kratzern. Meistens sind diese Folien nur ein paar Millimeter dick und passen ganz genau auf das Display. Dazu braucht es eine robuste Smartphone-Hülle. Für optimalen Schutz ist es wichtig, dass die Schutzhülle passgenau für das jeweilige Smartphone-Modell ist. Praktisch: Hüllen, die auf die Rückseite des Smartphones gesteckt werden – sogenannte Hardcases. Sie umschließen die Außenkanten des Geräts und schützen es so.