Traditionell schmücken die Pflanzen mit dem roten Blattwerk zur Weihnachtszeit heimische Wohnzimmer. dpa/Jens Büttner

Rote, pinke oder weiße Weihnachtssterne gehören zur Weihnachtsdeko wie Lichterketten oder Adventskalender. Aber auch wenn die Pflanzen fest zu Weihnachten gehören: Den Winter mögen sie nicht besonders. Sind sie doch eigentlich in Mexiko beheimatet. Eine umsichtige Pflege ist deshalb in der kalten Jahreszeit besonders wichtig. Der KURIER verrät Ihnen, worauf Sie achten sollten, damit Ihr Stern bis weit ins neue Jahr hinein strahlend schön bleibt!

Tipp 1: Wo steht der Weihnachtsstern am besten?

Ob für Fensterbank, Tisch oder Regal gilt – der Weihnachtsstern liebt es warm und hell. Seine Wohlfühltemperatur liegt zwischen 15 und 22 Grad, erklären die Experten von „Stars for Europe“, einem Zusammenschluss von Weihnachtssternzüchtern.

Außerdem mögen die tropischen Pflanzen gern Sonnenlicht – direkte Sonneneinstrahlung macht ihnen nichts aus. Zugluft hingegen ist nichts für die Pflanze, vor dem Lüften sollte man sie daher vom Fenster wegstellen. Zugluft schadet der Pflanze, die nur in ihrer Heimat Mexiko oder in warmen Gefilden wie auf den Kanarischen Inseln im Freien überleben kann.

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Tipp 2: So gießen Sie den Weihnachtsstern richtig

Zu trinken mag der Weihnachtsstern übrigens gern zimmerwarmes Wasser. Wie oft er gegossen werden muss, hängt vom Standort ab. In der Nähe eines Heizkörpers oder bei trockener Zimmerluft kann es mitunter jeden Tag sein, an anderen Plätzen lediglich jeden zweiten oder dritten Tag, so die Experten. Es gilt die Faustregel: Im Zweifelsfall den Weihnachtsstern lieber etwas trockener als zu feucht halten – und häufiger wenig als selten viel gießen.

Wichtige Pflegetipps für den Weihnachtsstern. Stars for Europe

Am idealen Standort ist die Zimmerpflanze pflegeleicht. Ideal ist ein Tauchbad, wenn das Substrat fast trocken ist. Anschließend den Topf gut abtropfen lassen. Denn grundsätzlich sollte Staunässe vermieden werden. Sie führt dazu, dass die Pflanze ihre Blätter und Hochblätter abwirft. 

Wer besonders lang Freude an seinem Weihnachtsstern haben will, sollte ihn rund vier Wochen nach dem Kauf düngen. Und dann regelmäßig einmal pro Woche, zum Beispiel mit einem handelsüblichen Flüssigdünger.

Tipp 3: Warum wirft der Weihnachtsstern die Blätter ab?

Wirft der Weihnachtsstern seine Blätter ab, hat er ein paar Tage zuvor zu stark gefroren. Er hat dabei einen Kälteschock erlitten, erläutert der Bauernverband Landvolk Niedersachsen. Die Experten raten daher, keinen Weihnachtsstern zu kaufen, der im Handel im Eingangs- oder Außenbereich steht. Auch gerollte Blätter und gelbe Flecken sind Hinweise auf schlechte Pflege. 

Für den Transport sollte der Weihnachtsstern gut verpackt sein. Beste Voraussetzungen haben Pflanzen mit kräftigen grünen Blättern, bunten Hochblättern ohne jegliche Beschädigung oder Flecken sowie knospigen gelben Blüten.

Auch auf einen ausgetrockneten Wurzelballen reagiert die Pflanze mit dem Abwerfen ihrer Blätter. Sie erholt sie sich aber meist wieder.

So prachtvoll blüht der Weihnachtsstern auf der Kanaren-Insel Teneriffa. imago

Tipp 4: So blüht Ihr Weihnachtsstern das ganze Jahr!

Weihnachtssterne sind mehrjährige Pflanzen. In freier Natur wachsen sie zu Sträuchern von bis zu vier Meter Höhe. Nach dem Ende der Blütezeit und dem Verlust der farbigen Hochblätter verwandeln sie sich in üppige Grünpflanzen. Damit ein Weihnachtsstern pünktlich zum Fest farbige Blätter entwickelt, muss er zuvor mindestens acht Wochen lang mindestens zwölf Stunden täglich in völliger Dunkelheit stehen. Bereits kleinste Lichtmengen während der täglichen Verdunkelungszeit verhindern erneutes Blühen. Deshalb lohnt es sich meist eher, jedes Jahr eine neue Pflanze zu kaufen.

Ende Februar ist es normalerweise vorbei mit der Blüte. Damit der Weihnachtsstern wieder erblüht, empfehlen Experten, die Pflanze anschließend etwas zurückzuschneiden. Das obere Drittel könne ruhig weg.

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Hier noch mal alle Tipps ganz kompakt:

  • Keine Zugluft!
  • Keine Heizungsluft!
  • Heller Standort!
  • Keine Staunässe!
  • Nicht von oben gießen, sondern ein paar Minuten tauchen!
  • Im Winter alle drei, vier Wochen düngen, im Frühjahr wöchentlich! Dann könnte es klappen mit dem üppig wachsenden Strauch, der seine sattgrünen Blätter das gesamte Jahr über trägt.
  • Die typischen farbigen Hochblätter bilden sich dann, wenn die Pflanze nur noch rund zehn Stunden Tageslicht abbekommt. In den Gärtnereien wird das meist ab September simuliert, damit die Weihnachtssterne pünktlich vor der Adventszeit fertig sind.

Mit einem Marktanteil von zehn bis elf Prozent belegte der Weihnachtsstern im Gesamtranking der blühenden Zimmerpflanzen in den vergangenen Jahren den zweiten Platz. Überflügelt wurde er lediglich von der Orchidee, deren Marktanteil bei etwa 30 Prozent lag. Während die Orchidee jedoch das ganze Jahr über erhältlich ist, umfasst der Verkaufszeitraum des Weihnachtssterns nur wenige Wochen. Im letzten Quartal liegt der schöne Weihnachtsbote in der Verbrauchergunst daher unangefochten vorn.

Übrigens: Die meisten Kunden bevorzugen den roten Weihnachtsstern. Etwa 70 Prozent kaufen am liebsten diese Farbe. Dem Verband der Europäischen Weihnachtssternzüchter zufolge gibt es zurzeit rund 150 Weihnachtssternsorten.