Vielen Menschen ist im Homeoffice prinzipiell kalt. Eine Decke hilft da nur bedingt. IMAGO/Westend61

Kennen Sie das auch? Kaum sitzt man zu Hause am Schreibtisch, beginnt das große Zittern. Vor allem Hände und Füße kühlen aus. Dabei ist es objektiv betrachtet gar nicht kalt in der Wohnung. Warum ist das so? Und was hilft gegen das Dauerfrieren im Homeoffice?

Warum wird uns im Homeoffice so schnell kalt?

Die Wege sind kurz, wir bewegen uns nicht und sitzen den ganzen Tag. „Das Herz pumpt bei mangelnder Bewegung weniger Blut in Arme und Beine“, weiß Physiologe Prof. Ralf Brandes. „Dort kommt weniger warmes Blut an, wir kühlen langsam aus.“

Deshalb frieren Hände und Füße besonders schnell. Denn der Körper versucht bei sinkender Kerntemperatur zunächst einmal das Zentrum des Körpers mit den lebenswichtigen Organen warmzuhalten, die Extremitäten sind da nicht so entscheidend.

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Sich die Hände warm zu reiben, hat keinen langfristigen Effekt, wenn sie erst mal kalt sind. Besser ist es, sie an einer heißen Tasse Tee oder Kaffee zu wärmen. Christin Klose/dpa

Was hilft gegen das Frieren im Homeoffice?

Das Problem: Wenn Hände und Füße erst einmal kalt sind, ist es schwer, sie wieder aufzuwärmen. Besser ist es also, darauf zu achten, dass sie gar nicht erst auskühlen. „Den Kreislauf in Schwung bringen, das Herz einmal auf über 100 Schläge pro Minute beschleunigen. Das geht zum Beispiel durch Hüpfen. Die Muskeln anstrengen, schwitzen. Das wärmt“, rät Ralf Brandes.

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Wie warm sollte das Homeoffice überhaupt sein?

Wer einfach die Heizung aufdreht, weil er im Homeoffice so schnell friert, tut sich keinen Gefallen – in mehrfacher Hinsicht. Bei derzeit explodierenden Energiekosten arbeitet man dann zum einen schnell nur noch fürs Heizen. Zum anderen nimmt die Arbeitsleistung ab. „Damit Frieren ausgeschlossen ist, müsste die 29 bis 30 Grad betragen“, weiß Ralf Brandes und sagt: „Damit ist aber nicht geholfen, denn von derart hohen Temperaturen werden wir müde. 21 Grad Raumtemperatur sind in der Regel ausreichend, über 25 Grad setzt die Müdigkeit ein.“

Auch wichtig: Vermeiden Sie einen zugigen Arbeitsplatz. Am Fenster herrscht immer ein Luftzug – egal, wie dicht es ist. Wer zum Beispiel im Keller arbeitet, muss wissen, dass die höhere Luftfeuchtigkeit dort uns auch eher frieren lässt.

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Zwischendurch mal ins Schwitzen kommen sorgt für Wärme im Körper – und tut auch dem Rücken nach dem langen Sitzen gut. Christin Klose/dpa

Ist eine Decke eine Alternative, um im Homeoffice Energiekosten zu sparen?

Viele Menschen legen sich eine dicke Decke um, um besser gewärmt zu sein. Doch das bringt gar nicht viel – genauso wenig wie dicke Socken, meint der Experte. Eher geeignet um sich wieder aufzuwärmen ist zum Beispiel eine heißes Bad (z. B. in der Pause) oder immer wieder ein heißer Tee.

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Wie kann man vermeiden, dass man im Homeoffice friert?

Das Zauberwort lautet Bewegung! „Stehen Sie grundsätzlich einmal pro Stunde auf und gehen Sie zwei bis drei Minuten herum. Hüpfen Sie“, rät Rolf Brandes. Er empfiehlt auch: „Trinken Sie gelegentlich einen warmen Tee oder nehmen Sie ein warmes Fußbad.“