Die Stempelkanne, auch French Press genannt, wird für die Zubereitung von frischem Kaffee immer beliebter. Doch wohin mit dem Kaffeesatz? imago/agefotostock

Fürs Kaffeezubereiten gibt es ja einige Techniken, und jeder hat da so seine Vorlieben: Aufbrühen mit der Filtertüte, fix die Fertig-Kapsel in die Maschine oder man drückt das Kaffeepulver in die Siebstempelkanne, auch French Press genannt. Gerade bei der letzteren Methode stellt sich die Frage: Wohin mit dem Kaffeesatz, der in der Kanne bleibt? Darf man den einfach in die Spüle kippen?

French Press, also Kaffee aufbrühen mit der Pressstempelkanne, wird immer beliebter. Zum einen ist es unkompliziert, man spart sich die Filtertüte und der Kaffee schmeckt intensiver und voller. Wichtig ist hier, dass das Kaffeepulver gröber gemahlen ist. Zu feiner Kaffee bleibt nicht im Metallsieb des Stempels hängen und man hat beim Trinken Kaffeekrümelchen im Mund.

Doch was macht man nun mit dem Kaffeesatz aus der French Press? Der nächste Weg ist, ihn einfach in den Abfluss der Küchenspüle zu gießen. Das allerdings ist keine gute Idee! Denn das Kaffeepulver verbindet sich zu gerne mit den Fetten, die sich in den Küchenabwasserrohren sonst so ablagern. Und dann ist die Verstopfung nicht weit.

Lesen Sie auch: Maden im Biomüll! Das hilft gegen die weißen Würmchen im Küchen-Abfall und in der Biotonne >>

Wie entsorgt man Kaffeesatz richtig?

Also den Kaffeesatz nicht in den Küchenabfluss kippen. Dann aber ins Klo, oder? Nein, auch in die Toilette soll Kaffeesatz nicht entsorgt werden. Wie überhaupt Essensreste nicht in den Abfluss gehören. Entsorgen Sie den Kaffeesatz im Müll, am besten im Biomüll. Auch auf den Kompost kann der Kaffeesatz, da ist er sogar hilfreich, denn er beschleunigt die Verrottung. Und immer wieder mal können Sie das ausgediente Kaffeepulver auch als Pflanzendünger verwenden. Dazu gleich mehr.

Aber erst mal räumen wir hier noch mal deutlich mit einem Mythos auf: Es ist öfter mal zu lesen, dass Kaffeesatz nicht nur in den Abfluss kann, sondern sogar als Abflussreiniger taugen soll. Nein, machen Sie das nicht! Sie erreichen damit nur, dass die Verstopfung noch schlimmer wird.

Lesen Sie auch: Wann darf ich meine Hecke schneiden? Warum Sie Hecken und Sträucher erst Ende Juli in Form bringen sollten >>

Wie gut ist Kaffeesatz als Pflanzen-Dünger?

Wenn Kaffeesatz als Dünger eingesetzt wird, sollte er zuvor getrocknet werden. imago/penofoto

Und nun zu der Frage: Ist Kaffeesatz wirklich ein guter Dünger? Das stimmt, allerdings nur bedingt. Kaffeesatz enthält Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium sowie nützliche Antioxidantien. Das haben Forscher nachgewiesen. Gartenexperten empfehlen deshalb oft, das ausgelaugte Pulver als Pflanzennahrung zu nutzen.

Man muss dabei aber einiges beachten: Nimmt man Kaffeesatz als Dünger, sollte der Satz getrocknet werden, damit sich keine Schimmelsporen bilden. Frühlingsblüher wie Krokusse, Narzissen oder Tulpen bevorzugen zudem einen kalkhaltigen Boden – da droht beim Einsatz von zu viel Kaffeesatz eine Übersäuerung des Bodens. Auch viele Gemüsesorten, etwa Kohl oder Zwiebeln, reagieren empfindlich. Setzlinge vertragen das Koffein grundsätzlich nicht gut.

Für welche Pflanzen ist Kaffeesatz gut als Dünger?

Kaffeesatz hat einen niedrigen pH-Wert und eignet sich deshalb besonders zum Düngen von Pflanzen, die einen sauren Gartenboden benötigen. Zu den Zierpflanzen zählen beispielsweise Hortensien, Rhododendren und Kamelien. Kaffeesatz-Dünger eignet sich auch für Nutzpflanzen wie Gurke, Tomate, Zucchini oder Heidelbeeren und Erdbeeren.

Zum Düngen den Kaffeesatz einfach mit der Harke in den Boden einarbeiten. Und übrigens, Kaffeesatz kann auch Schnecken abschrecken.