Wer selbst zur Schere greift, sollte darauf achten, dass es die schärfste ist, die der Haushalt hergibt.
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Der Pony versperrt die Sicht, der Facon-Schnitt ist aus der Form, die Ansätze wachsen raus – und der Friseur hat zu! Was tun, wenn in Corona-Zeiten die Haar-Profis ausfallen? Was man zu Hause selbst machen kann, verrät ein Experte.

Der wichtigste Tipp aus Sicht von Jens Dagné von der Friseurvereinigung Intercoiffeure Mondial: eine sehr gute Schere verwenden. Wer selbst nachschneiden möchte oder den Partner darum bittet, sollte nicht zur stumpfen Haushalts- oder Bastelschere greifen. „Schon eine semi-professionelle Schere quetscht die Haare und verursacht nach weiteren ein bis zwei Wochen Spliss.“

Bevor man selbst schneidet, rät der Profi deshalb, es erst mal mit Styling zum Überbrücken zu versuchen. „Damit kann man wirklich schon viel machen.“ Also Locken formen, Haare zusammenbinden oder mit einem Tuch dekorativ wegstecken.

Nagelschere benutzen? In jedem Fall zur schärfsten Schere greifen

Bei einem kürzeren Haarschnitt reicht vielleicht schon das Styling mit Wachs und Gel. Für kräftige Ansätze und Stand auf den ersten fünf Zentimetern rät Dagné zu „Ansatzboostern“. Diese Pflegeprodukte werden in den Ansatz gegeben und polstern diesen auf. Dadurch wirkt die gesamte Frisur voluminöser.

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Bei vielen Kurzhaarfrisuren machen aber ein paar Zentimeter längere Haare durchaus einen Unterschied, den auch kein Styling überbrücken kann. Gleiches gilt für den Pony. Dann sollte man zur schärfsten Schere greifen, die man zu Hause finden kann, sagt Dagné. Die Nagelschere könne das sein, da sie ja auch in der Lage ist, Horn und Haut zu schneiden. Um Spliss vorzubeugen, rät er: Im Anschluss die Schnittkanten mit einer Spitzenpflege ohne Silikone behandeln. Das versorgt die Haare mit Feuchtigkeit und verhindert so eher einen Bruch.

Bei sehr kurzen Männerfrisuren kann man die Nackenlinie vorsichtig mit einem Rasierapparat angleichen. „Am meisten stören die Männer aber vereinzelt hochstehende kurze Haare“, sagt Dagné. Die sollte man mit einer Nagelschere oder einem Haartrimm-Aufsatz für den Rasierapparat vorsichtig entfernen.

Friseure raten von anderen Färbeprodukten ab

Und was ist mit dem nachwachsenden Ansatz bei gefärbten Haaren? Wovon viele Friseure abraten: andere Färbeprodukte zu verwenden als sonst. Das kann zu unvorhergesehenen Reaktionen wie Verfärbungen oder Haarbruch führen – wenn nicht direkt, dann beim nächsten Friseurtermin. Daher bietet so mancher Laden nun seinen Bedarf zum Abverkauf an – ein Anruf beim Friseur kann also sinnvoll sein.

Ist das nicht möglich, rät Dagné vom Griff zu chemischen Färbemitteln ab. Stattdessen sollte man Direktzieher ausprobieren: Das sind etwa Haarkuren, die speziell für braunes oder blondes Haar ausgezeichnet sind und entsprechende Farbpigmente zur Auffrischung bei der üblichen Pflege enthalten. Der Friseur empfiehlt, diese nicht wie üblich zu nutzen, sondern für eine halbe Stunde auf das trockene Haar zu geben. „Das hat einen Rieseneffekt.“