Bleigießen ist seit 2018 in ganz Europa verboten.  imago stock&people

Für viele Menschen gehört Bleigießen zu Silvester wie das Glas Sekt oder das Feuerwerk. Dabei wird etwas Blei langsam über der Kerze geschmolzen und dann ruckartig in kaltes Wasser gegossen. Dort erstarrt das Metall in bizarren Formen und gemeinsam darf man dann rätseln, wonach diese Figur aussieht. Das Netz ist voll von Interpretationen, welche Vorhersage für das neue Jahr damit verbunden sein könnte. 

Silvester: Muss Bleigießen auch ausfallen?

Wenn also schon die Knallerei in diesem Jahr ausfallen muss, wollen wir doch zumindest das lustige Orakel für das kommende Jahr behalten. Dürfen wir aber nicht. Zumindest nicht so, wie wir es lange gewöhnt waren. Denn Bleigießen (und der Verkauf entsprechender Sets) ist seit drei Jahren in der EU verboten.

Hintergrund sind die Gefahren, die mit dem Material und damit mit dem Spiel verbunden sind. Blei ist ein Schwermetall. Es kann unseren Körper massiv schädigen. Beim Erhitzen von Blei entstehen giftige Gase, die eingeatmet in die Lunge gelangen. Schon beim  Berühren des Materials kann giftiges Blei über die Haut in den Körper gelangen. Davor sollen vor allem Kinder geschützt werden.

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Das Bleigießen birgt ernsthafte Gesundheitsgefahren.  imago stock&people

Zudem müsste Blei eigentlich als Sondermüll entsorgt werden. Es landete zum Jahreswechsel aber regelmäßig in großen Mengen im normalen Hausmüll. Auch deshalb verschwanden die Bleigießen-Sets aus den Supermarkt-Regalen. 

Wer weiterhin zu Silvester eine amüsante Prognose für das neue Jahr erspielen möchte, braucht also Alternativen. Und davon gibt es einige: 

Silvester-Alternative zu Bleigießen: Wachsgießen!

Sets für Wachsgießen haben die Blei-Variante in den Supermärkten abgelöst. Es funktioniert ganz ähnlich wie Bleigießen. Und eigentlich braucht man dafür noch nicht einmal einen extra Einkauf. Sie können einfach alte Kerzenreste oder Wachsmalstifte benutzen. Wenn Sie dann noch einen (dünnen) Löffel haben, sind Sie bereits perfekt ausgestattet.

Wer es perfekt vorbereiten möchte, schmilzt das Wachs vorher und gießt es in Eiswürfelformen – fertig sind portionierte Wachsrohlinge für das Silvester-Orakel.

Wie üblich legen Sie einen Rohling dann auf einen Löffel und halten den über eine Kerzenflamme. Ist das Wachs flüssig, gießen Sie es schnell und direkt in eine Schale mit kaltem Wasser. Wieder können Sie die Orakelform jetzt deuten. Anregungen gibt es im Netz

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Wachsgießen funktioniert genauso wie die Variante mit Blei. imago/Eckhard Stengel

Da beim Wachsgießen weniger dreidimensionale Figuren entstehen als mit Blei, sondern eher flache Formen, gibt es einen guten Tipp: Halten Sie Ihre Figur ins Licht und betrachten Sie den Schatten. Das hilft beim Interpretieren. Und noch ein Hinweis: Geben Sie ein bisschen Spülmittel mit ins kalte Wasser, dann werden die Figuren nämlich etwas kompakter. 

Noch mehr Alternativen zum Bleigießen: Glückskekse und Gummibärchen-Orakel!

Sie können aber auch ganz anders orakeln. Und das macht vielen sogar mehr Spaß. Viele kennen bereits die chinesischen Glückskekse, die auf einem kleinen eingebackenen Zettel die Vorhersage für das neue Jahr enthüllen. Ebenso essbar und vielleicht sogar noch vergnüglicher ist das sogenannte Gummibärchen-Orakel. Dafür brauchen Sie lediglich Gummibären in fünf verschiedenen Farben.

Neuer Spaß für Silvester: das Gummibärchen-Orakel.  imago/Petra Schneider

Und so geht's: Jeder Gast der Silvesterparty zieht mit verschlossenen Augen fünf Gummibärchen. Die Farbkombination sagt dann die Zukunft voraus. Die lässt sich entweder auf der Website des Gummibärchen-Orakels entschlüsseln – oder man nutzt das Buch des Erfinders Dietmar Bittrich. Er ist der Vater des Gummibärchen-Orakels. 

Die essbare Orakel-Alternative: Teiggießen!

Wenn Sie es zwar essbar, aber doch etwas näher am traditionellen Bleigießen mögen, können wir Teiggießen empfehlen: Denn neben Blei und Wachs verwandelt sich auch Teigflüssigkeit in bizarre Formen, wenn es in die richtige Flüssigkeit gegossen wird.

Hier sind die Temperaturen aber umgekehrt. Statt etwa das heiße Wachs in kaltes Wasser zu gießen, kommt der kalte Teig in heißes Öl. Dieses wird zuvor in einem (Fondue-)Topf erhitzt.

Ehe Sie starten, prüfen Sie einfach mit einem Holzstab, ob das Öl heiß genug ist. Es müssen kleine Bläschen aufsteigen. Dann einfach mit einem Löffel einen kleinen Schuss Teig in den Topf geben. Nach nur wenigen Sekunden ist der Teigling fertig gebacken. Und jeder davon hat eine individuelle Form. Wieder geht es ans Deuten - und danach einfach essen. Süße Soße dazu – ein leckeres Orakel!