Kondenswasser an den Scheiben sieht nicht nur unschön aus, sondern ist auch ein Warnsignal.
Kondenswasser an den Scheiben sieht nicht nur unschön aus, sondern ist auch ein Warnsignal. imago/Frank Sorge

Beschlagen Ihre Scheiben auch ständig, und so lange Sie auch lüften, die Feuchtigkeit trocknet nicht? Ein Energieexperte erklärt, warum das passiert – und was Sie dagegen tun können. Denn auch ein paar Hausmittel können schnell und einfach gegen das unschöne Kondenswasser helfen.

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Warum bildet sich Kondenswasser am Fenster?

Die Luftfeuchtigkeit ist zu hoch! Das Kondensat entsteht immer, wenn feuchte Raumluft an kalten Flächen abkühlt. Der dünne Wasserfilm bildet sich dann an glatten Oberflächen wie dem Fenster. Direkt an dem Punkt, wo Kondenswasser entsteht, beträgt die Luftfeuchtigkeit 100 Prozent. Und das auch dann, wenn ein Hygrometer an einer anderen Stelle im Zimmer eine viel geringere Luftfeuchtigkeit misst.

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Beschlagene Fenster sind ein Warnsignal! Das Kondenswasser sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auch Schimmel zur Folge haben. Denn die feuchtwarmen Regionen bilden optimale Nährböden für giftige Sporen. Deshalb sollte man das Wasser möglichst zügig entfernen und das Fenster oder die Oberfläche trocken wischen.

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Denn das Trügerische: An einer Wand sieht man dann unter Umständen noch kein Kondenswasser. Sie fühlt sich nicht mal feucht an, da ihre Struktur laut Arian Freytag von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern ein gewisses Maß an Feuchtigkeit aufnehmen kann. An Fenstern ist dies nicht der Fall, daher wird hier die Feuchtigkeit für uns auch eher sichtbar.

Das können Sie gegen das Kondenswasser an den Scheiben tun!

Wenn hohe Luftfeuchtigkeit im Wohnraum auf kalte Scheiben trifft, kondensiert sie daran.
Wenn hohe Luftfeuchtigkeit im Wohnraum auf kalte Scheiben trifft, kondensiert sie daran. dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Tipp 1 gegen Kondenswasser: Lüften

Sicher vor einem Befall ist man in der Regel bei einer Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent in den Räumen. Diese erreicht man durch zwei- bis dreimaliges Stoßlüften pro Tag, jeweils für maximal drei bis fünf Minuten, so der Rat von Arian Freytag. Außerdem sollte man feuchte Fensterscheiben regelmäßig mit einem Tuch trocken wischen. Wer beschlagene Fenster von Anfang an vermeiden möchte, sollte auf eine konstante Raumtemperatur achten. Ideal sind etwa 20 Grad.

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Auch die Schränke in der Nähe des Herdes trocknen nach dem Kochen nicht langsam von selbst, sondern werden trocken gerieben. Denn die Bauteile sind in der Regel aus Holzwerkstoffen, die sensibel auf Feuchtigkeit reagieren. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) in Mannheim hin. Die warmen Dämpfe aus dem Kochtopf kondensieren an den kalten Möbeloberflächen.

Grundsätzlich sollte daher die Dunstabzugshaube nicht nur während des Kochens, sondern auch noch danach für eine kurze Zeit weiterlaufen. Außerdem dürfen auch Toaster, Kaffeemaschine oder Wasserkocher in Betrieb nicht direkt unter Hängeschränken stehen. Der austretende Dampf schädigt die Möbel auf Dauer.

Tipp 2 gegen Kondenswasser: Türen schließen

Beim Kochen und Duschen sollten die Türen geschlossen werden, damit sich die Feuchtigkeit nicht in anderen Räumen verteilt. Danach öffnet man das Fenster zum Lüften.

Ein Paradies für Schimmelpilze: Bildet sich am Fenster Kondenswasser, beträgt die Luftfeuchtigkeit in dem Mikroklima dort schon 100 Prozent.
Ein Paradies für Schimmelpilze: Bildet sich am Fenster Kondenswasser, beträgt die Luftfeuchtigkeit in dem Mikroklima dort schon 100 Prozent. dpa-tmn/Catherine Waibel

Tipp 3 gegen Kondenswasser: 

Um die Luftfeuchtigkeit nicht zusätzlich zu erhöhen, trocknet man die Wäsche nach Möglichkeit nicht in den Wohn- oder Schlafräumen. Auch bei klirrender Kälte kann man die Wäsche im Garten oder auf dem Balkon trocknen.

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Tipp 4 gegen Kondenswasser: Fenster kontrollieren

Sie lüften an Wintertagen ausgiebig. Trotzdem bildet sich immer wieder Kondenswasser an den Fensterscheiben? Dann kann das Fenster undicht sein. Das lässt sich testen: Man hält ein angezündetes Teelicht dicht unter den Fensterrahmen. Flackert die Flamme stärker auf als vorher, wo sie weiter weg vom Rahmen waren, ist das ein Anzeichen für eine Lücke. Darauf weist die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern hin. Auch ein angezündetes Räucherstäbchen eignet sich für den Test.

Oft reicht es bei so undichten Fenstern schon, die porös gewordenen Dichtungsgummis auszutauschen oder das Fenster nachzujustieren, so die Verbraucherzentrale. Bildet sich regelmäßig Kondenswasser an den Scheiben, sollte man das ernst nehmen. Das kann im schlimmsten Fall zur Bildung von Schimmel führen.

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Tipp 5 gegen Kondenswasser: Hausmittel gegen beschlagene Fenster

Was hilft gegen beschlagene Fenster – außer regelmäßig zu lüften, sich ordentliche Fenster zuzulegen oder seinen Wasserkocher nicht zu benutzen? Manchmal lässt sich das Problem tatsächlich mit ganz einfachen Hausmitteln lösen.

Katzenstreu 

Katzenstreu saugt die Feuchtigkeit auf. Am besten nimmt man eine alte Strumpfhose oder dünne Socke und befüllt diese mit Katzenstreu. Nun hängen Sie diese ans Fenster. Die saugfähige Streu sollten Sie erst dann wechseln, wenn sie sich hart anfühlt und einen festen Klumpen gebildet hat.

Kann gegen beschlagene Scheiben helfen: Katzenstreu
Kann gegen beschlagene Scheiben helfen: Katzenstreu dpa-tmn/Ina Fassbender

Rasierschaum

Wollen Sie das Problem schnell lösen, greifen Sie am besten zu Rasierschaum. Einfach herkömmlichen Rasierschaum auf die Innenseite der Fenster auftragen und die Scheiben damit einreiben. Die hydrophoben (wasserabweisenden) Chemikalien im Schaum sorgen nämlich dafür, dass sich kein (oder weniger) Wasser auf der Glasoberfläche absetzen kann, raten die Fenster-Experten von Marapon.

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Teelichter oder Kerzen

Teelichter eignen sich nicht nur, um festzustellen, ob die Fenster undicht sind. Vor allem im Badezimmer sorgen Kerzen (z. B. beim Baden) für eine gemütliche Atmosphäre. Stellt man sie nah ans Fenster, helfen sie zusätzlich gegen das Beschlagen.

Salz

Geben Sie normales Speisesalz in ein Schälchen oder eine größere Schüssel und positionieren Sie es so nah wie möglich am Fenster. Das Salz saugt die überschüssige Feuchtigkeit auf und die Fenster beschlagen nicht.