Wer beim Vernichten von Unkraut ein Abflammgerät einsetzt, sollte höllisch aufpassen, dass nicht weitaus mehr beschädigt wird als das ungeliebte Grün in den Fugen. imago/Gottfried Czepluch

Unkraut ist lästig, es zu entfernen ziemlich mühsam. Um den Wildwuchs im Garten und zwischen den Pflastersteinen zu stoppen, greift so mancher zur chemischen Keule – was aber verboten ist! Wer sich nicht die beschwerliche Arbeit mit Ausstecher, Fugenkratzer oder Drahtbesen machen will, nimmt dann vielleicht das Abflammgerät. Ein Unterfangen, das recht häufig die Feuerwehr auf den Plan ruft. Denn beim Unkraut abflammen muss man höllisch aufpassen ...

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Hier ein paar aktuelle Beispiele, wie schnell man mit dem Unkrautverbrenner richtig großen Schaden anrichten kann:

Garage samt Auto in Flammen

Ein Hausbesitzer in Hessen flammte das Unkraut auf seinem Hof und seiner Garagenzufahrt ab. Zwei Stunden später alarmierte sein Nachbar die Feuerwehr. Seine Garage hatte Feuer gefangen, diese und das Auto darin wurden durch das Feuer stark beschädigt. Ebenso das Wohnhaus durch das Löschwasser. Schaden: 50.000 Euro. Verursacht hatten den Brand der Einsatz des Abflammgeräts.

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Feuer auf Nachbargrundstück

Bei Gütersloh war eine Frau mit einem Unkrautbrenner auf ihrem Grundstück zugange. Die Flammen des Brenners griffen auf die Nachbarhecke über und entzündeten auch ein Kinderspielgerüst, einen Zaun, ein Trampolin und weitere Spielgeräte im Garten. Die Feuerwehr konnte das Feuer löschen, bevor es auf die umliegenden Gebäude übergreifen konnte. Aufgrund der Rauchentwicklung kamen  sechs Personen vorsorglich ins Krankenhaus, darunter zwei Kinder.

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Gartenlaube des Nachbars niedergebrannt

Bei Stuttgart flammte ein Mann neben dem Unkraut in seinem Garten auch gleich die Gartenlaube seines Nachbarn ab, die sich direkt an der Grundstücksgrenze befand. Schaden: 20.000 Euro.

In Rheinland-Pfalz flammte ein Mann um eine Scheune herum Unkraut ab. Nach getaner Arbeit legte er sich aufs Ohr. Kurze Zeit später wurde er durch die Nachbarschaft aus dem Schlaf gerissen, da das Hoftor der Scheune brannte. Es hatte durch den Abflammer Feuer gefangen.

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Wie arbeitet man richtig und sicher mit dem Abflammgerät?

Um solchen Brandgefahren zu begegnen, ist der richtige Umgang mit Abflammgeräten absolut wichtig. Die Polizei gibt Tipps:

- Lesen Sie die Bedienungsanleitung und halten Sie sich an die Vorgaben des Herstellers.

- Setzen Sie den Unkrautverbrenner nur ein, wenn es windstill ist, um Funkenflug zu vermeiden und die Kontrolle über das Gerät zu behalten.

- Verzichten Sie bei langanhaltender Trockenheit auf den Einsatz eines Abflammgerätes, die Gefahr der Ausdehnung auf ungewünschte Flächen ist zu groß.

- Säubern Sie Oberflächen vor dem Abflammen von Unrat, trockenen Blättern und Zweigen.

- Bringen Sie Kinder und Haustiere in sichere Entfernung, um ein plötzliches Laufen in den Gefahrenbereich zu verhindern.

- Tragen Sie geeignete Arbeitskleidung, mit der Sie selbst bestmöglich geschützt sind.

- Verzichten Sie beim Betrieb der Gasflasche auf das Rauchen und andere offene Feuerquellen.

- Legen Sie einen Wasserschlauch, einen gefüllten Wassereimer, eine Gießkanne oder einen Feuerlöscher bereit.

- Bewahren Sie die Gasflaschen unzugänglich für Kinder auf und achten Sie darauf, dass kein Gas austreten kann. Die Flaschen sollten in gut durchlüfteten Räumen lagern und vor Sonneneinstrahlung geschützt sein.

Die Polizei informiert weiterhin, dass für Verursacher von Bränden durch Abflammgeräte neben der Schadensregulierung und einer möglichen Zahlung der Einsatzkosten auch die Verwirklichung einer Straftat in Betracht kommt. So seien in den §§ 306 bis 306f des Strafgesetzbuches die Tatbestände rund um die Brandstiftung geregelt – diese können von Geldbuße bis zu einer erheblichen Freiheitsstrafe reichen.