In Garage, Keller oder Dachboden lagert auch bei Ihnen sich noch mancher Schatz. imago/Shotshop

Auch bei Ihnen werden sich in Schubladen, im Keller oder auf dem Dachboden sicher einige kleine Schätze finden. Zumindest werden Sie  Bücher, DVDs und alte Elektrogeräte eingelagert haben, oder? Warum trennen Sie sich nicht von den alten Sachen? Man muss es nur angehen.  Entrümpeln tut der Seele gut, sagen Psychologen. Und Geld bringt es auch noch. Hier die wichtigsten Tipps, damit Sie Ihren alten Kram mit Gewinn loswerden.

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Welche Internet-Verkaufsplattformen gibt es?

Potenziell das meiste Geld können Sie auf Verkaufsplattformen im Internet verdienen. Dort suchen einfach die meisten potenziellen Kunden nach Produkten. Nirgendwo sonst bekommen Sie also mehr Kontakte zum Markt.

Und es geht ja ganz einfach: Nach dem Verkauf im Netz senden Sie den Artikel per Paketdienst an den Käufer. Das bekannteste Forum  für derlei Geschäfte von Privatleuten ist wohl die Auktionsplattform Ebay. Aber auch beim Online-Riesen Amazon können  Sie als Privatpersonen ihre gebrauchten Ware anbieten.

Versteigerungen sind bei Ebay der übliche Verkaufsweg. Sie legen als Verkäufer die Dauer der Auktion fest. Nur in dem Fall, dass gar keine Gebote eingehen, bleibst Sie auf Ihrer Ware sitzen. Ansonsten, klar, erhält der Meistbietende den Zuschlag. 

Man sollte einige Tricks kenne, um erfolgreich bei Ebay zu verkaufen.  imago/Christian Ohde

Vorteil für den Verkäufer: Bietergefechte treiben den Preis nach oben. Wem das zu unsicher ist, der kann bei Ebay auch einfach einen  Festpreis verlangen - verbunden mit einer Sofortkauf-Option.

Ein Festpreis gilt bei Amazon immer. Sie können den Preis aber senken, wenn sich kein Käufer findet – auch in mehreren Schritten. So entsteht quasi eine Rückwärtsauktion. Der Verkäufer hat den Vorteil, dass Interessenten immer damit rechnen müssen, dass Ihnen jemand zuvorkommt – und deshalb früher zuschlagen. Gut für Sie.

Der Nachteil für den Verkäufer: Sie wissen nicht, wann die Versteigerung endet. 

Deshalb empfiehlt sich Ebay vor allem dann, wenn Sie Ihre Ware schnell loswerden wollen. Möglicherweise müssen sie dort aber Abstriche beim Verkaufspreis hinnehmen. Amazon braucht mehr Geduld. Aber gerade bei begehrten Produkten wie Smartphones oder Tablet-Computer empfiehlt etwa Finanztest eher Amazon. Rückwärtsauktionen sind dann nämlich auch schnell beendet. 

Wie bekomme ich den besten Preis?

Um den einen guten Preis zu erzielen, sollten Sie auf ein paar Details achten: 

Artikeltext: Beschreib Sie den Artikel möglichst genau – und ehrlich. Wenn Sie etwa große Kratzer verschweigen, handelt Ihnen das nur schlechte Bewertungen ein und Sie sind als Verkäufer schnell „verbrannt“. Erwähnen Sie ausdrücklich, dass Ihre Ware bzw. Ihr Gerät noch ohne Probleme funktioniert. Und vergessen Sie nie diesen einen Satz zu Ihrem Schutz: „Ich schließe Gewährleistung beziehungsweise Sachmängelhaftung aus.“ Steht das dort nicht, müssen Sie nämlich auch als Privatverkäufer für zwölf Monate haften.

Bilder: Wichtig sind Fotos – und zwar möglichst gute.  Darauf sollten Sie also ein bisschen Mühe verwenden. Schöne Bilder sorgen  viel eher dafür, dass ein potenzieller Kunde aufmerksam wird als jeder Text. Vor allem kommt dabei die emotionale Komponente ins Spiel. Kunden „verlieben“ sich gerne in den Anblick einer Ware.   

Die Fotos mache Sie am besten bei Tageslicht. Auf keinen Fall den Kamerablitz nutzen. Und zeigen Sie auf den Bildern auch die Mängel. Das schafft Vertrauen. Niemals sollten Sie Bilder aus dem Internet verwenden. Das kann eine teure Abmahnung zur Folge haben. 

Angebotsdauer (Ebay): Viele Kunden wollen einen Artikel beobachten und brauchen Zeit für Ihre Entscheidung. Deshalb ist grundsätzlich eine längere Laufzeit hilfreich. Wichtig: Denken Sie daran, dass potenzielle Käufer gerne Fragen stellen. Lassen Sie sie nicht zu lange auf Antworten warten. Bei Amazon führt Trödelei bei der Kundenbetreuung sogar zur Abwertung deiner sichtbaren Verkäuferqualität. 

Auktionsende (Ebay):  Ohne korrigierte Angaben startet die Auktion sofort und endet zur gleichen Uhrzeit.  Schlauer ist es, Anfang und  Ende genau zu planen. Das kostet zwar 10 Cent extra, kann sich aber auszahlen. Gerade der Zeitpunkt des Auktionsendes ist extrem wichtig. Wählen Sie die Uhrzeit so, dass viele Menschen Zeit haben. Gut ist die Mittagszeit, noch besser der frühe Abend. 

Verkaufszeitpunkt:  Warten Sie nicht mit dem Verkauf. Fast immer gilt: Je älter die Ware wird, desto mehr sinkt ihr Wert. Ganz besonders gilt das für Elektrogeräte. Ein iPhone verkauft man zum Beispiel deutlich besser, BEVOR das Nachfolgemodell auf den Markt kommt. Schon die Vorstellung des neuen Geräts senkt den Preis ungemein. 

Auf Verkäufer bei Amazon warten einige Gebühren.  imago/photothek

Wie hoch sind die Gebühren bei Amazon und Ebay?

Ebay und Amazon sind zwar die Verkaufsplattformen mit den meisten Kunden, aber das hat auch seinen Preis. Amazon berechnet gleich mehrere Gebühren. Zunächst sind 99 Cent für jeden Verkauf fällig. Dann kommen aber noch Verkaufsgebühren dazu. Die liegen zwischen 7 und 45 Prozent (meist 15 Prozent) auf den Verkaufspreis (ohne Versandkosten). Bei Medienartikeln wird dann noch zusätzlich eine Abschlussgebühr fällig: ca. 1 Euro für Bücher sowie ca. 80 Cent für Musik, DVDs, Videos, Videospiele und Software. Die Mehrwertsteuer für die Gebühren kommt noch dazu. Die Versandkosten werden dafür von Amazon in Höhe von 2 bis 4 Euro erstattet.

Bei Ebay ist das einfacher. Sie zahlen als Verkäufer 10 Prozent auf den Verkaufspreis inklusive Versandkosten. Der Betrag ist bei 199 Euro gedeckelt. Bis zu 300 Artikel im Monat dürfen Sie einstellen, ohne dafür eine fixe Gebühr bezahlen zu müssen. 

Kann ich auch ohne Kosten verkaufen? 

Ja, das geht. Kleinanzeigenportale wie Ebay-Kleinanzeigen und Quoka verlangen keine Gebühren. Das Prinzip sieht hier aber vor, dass Waren nicht verschickt sondern abgeholt werden sollen. Das schränkt den Markt natürlich deutlich ein.

Natürlich können Sie trotzdem ein Versandgeschäft daraus machen. Dann tragen Sie aber ganz allein das Risiko. Die Portale warnen ausdrücklich davor, einem fremden Menschen Geld zu überweisen und darauf zu vertrauen, dass die Ware auch versendet wird. Vor allem Käufer werden von diesem Problem natürlich abgeschreckt. Deshalb erzielen Sie hier tendenziell auch einen geringeren Preis.

Für Verkäufer gilt: Erklären Sie sich nur zu einem Versandgeschäft bereit, wenn der Käufer bereit ist, den Preis inklusive  Versandkosten in voller Höhe vorab zu überweisen. Nur so gehen Sie kein Risiko ein. 

Gut geeignet sind Kleinanzeigen-Portale, wenn die Ware weniger gefragt ist. Hier können Sie auch einen längeren Zeitraum kostenlos inserieren.

Was mache ich, wenn ich schnell und unkompliziert verkaufen will?

Sie haben gerade ausgemistet und wollen meherere Gebrauchtwaren einfach schnell verkaufen? Dann können Sie sich an einen Ankäufer wenden. Entsprechende Portale im Netz nehmen vor allem Bücher, CDs, DVDs und Elektrogeräte an und überweisen dafür einen Festbetrag an den Besitzer. Den Weiterverkauf übernehmen dann die Dienstleister, die daran natürlich verdienen wollen. 

Deshalb werden Sie hier nie den gleichen Preis bekommen wie bei einem Einzelverkauf bei Ebay oder Amazon. Dafür geht es einfach und schnell.  

Wo Sie den besten Preis für Ihre Ware bekommen, können und sollten Sie über Vergleichsportale ermitteln – etwa recyclingmonster.de. So lassen sich auf einen Klick die meistbietenden Händler für Handys, Tablets, Spielkonsolen, iPods, Macbooks, Bücher, Musik, Filme und Computerspiele finden. 

Auf dem Flohmarkt – hier im Mauerpark – können Sie nicht mir großen Gewinnen rechnen.  Sabine Gudath

Und was bringt der Flohmarkt? 

Natürlich gibt es auch noch den guten alten Flohmarkt. Hier werden manchmal Raritäten angeboten, meistens aber viel Plunder. Aber: Flohmarkt macht Spaß. Für Käufer und Verkäufer. Und da ist auch sein größter Vorteil. 

Denn: Einen großen Gewinn können Sie nicht erwarten. Dafür ist die Zahl der potenziellen Kunden einfach zu klein. Und die Standgebühren sind meist auch nicht unerheblich. 

Der Erlös hängt dann vor allem von Ihrem Verhandlungsgeschick ab. In jedem Fall sollten Sie ihre schönsten Stücke gut sichtbar platzieren. Ähnlich funktioniert es auch bei einem Garagen-Verkauf, wie Sie ihn vielleicht aus amerikanischen Filmen kennen. Der kann vor allem bei Wohnungsauflösungen sinnvoll sein. 

Muss ich den Gewinn versteuern?

Im Regelfall nicht. Wenn Sie nur gelegentlich etwas verkaufen, ist der Überschuss steuerfrei. Nur wenn Sie häufiger und organisiert Waren mit Gewinn verkaufen, ist das anders. Klar abgegrenzt ist das nicht. Und Gerichte urteilen da sehr unterschiedlich. Als Anhaltspunkt: Eine Berlinerin, die in einem Monat 80 Kleidungsstücke ihrer vier Kinder verkaufte, wurde als gewerblich eingestuft und musste den Gewinn nachträglich versteuern. Andere Richter waren da großzügiger.