Weihnachtsmärkte sind ein Paradies für Taschendiebe, ihre Opfer sind abgelenkt und oftmals durch Glühwein-Genuss nicht mehr so achtsam. imago/Agentur 54 Grad

Vielerorts wird es ja leider wegen Corona keine Weihnachtsmärkte geben. Aber dort, wo es die Infektionsdynamik zulässt, werden sich Familien, Kolleginnen und Kollegen und Freundeskreise wieder zu einem Glühwein-Umtrunk an den Marktbuden treffen. Ideal für  Taschendiebe. Im dichten Gedränge kann es nur wenige Sekunden dauern, bis Geldbörse, Kreditkarte oder Autoschlüssel weg sind. Darauf sollten Sie achten: 

Mit welchen Tricks arbeiten Taschendiebe?

Oft treten Taschendiebe im Duo oder in kleinen Gruppen auf und agieren nach Angaben der Polizei arbeitsteilig nach dem Motto: ablenken, anrempeln, drücken, ziehen, Beute übergeben. Beim Rempeltrick wird das Opfer im Gedränge angestoßen oder in die Zange genommen. Der Vordermann bückt sich etwa oder bleibt abrupt stehen. Während das Opfer abgelenkt ist, greift ein Komplize in die Tasche.

Beim Fleckentrick wird das Opfer mit Ketchup oder einem Getränk bekleckert und beim wortreichen Reinigungsversuch bestohlen. Oder Fremde bitten um Wechselgeld. Beim Öffnen der Geldbörse wird der Betroffene vom Täter abgelenkt, der zwar seine Münzen in die Börse wirft, aber gleichzeitig Banknoten herauszieht.

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Das ganze Jahr über, aber verstärkt in der Vorweihnachtszeit, zieht der Auskunfttrick. Fremde fragen das Opfer nach dem Weg und halten ihm einen Stadtplan vor oder sprechen Menschen auf vollen Bahnhöfen an. Während der Angesprochene abgelenkt ist, plündern Komplizen die Hand- oder Umhängetasche oder das Gepäck.

Wie beugt man dem Taschendiebstahl vor?

Weihnachtsmarktbesucher sollten generell nur das Notwendigste an Bargeld oder Zahlungskarten dabei haben. Die Beamten empfehlen auch, Geld, Papiere und das Smartphone getrennt voneinander in verschiedenen verschlossenen Innentaschen zu tragen. Handtaschen sollten stets geschlossen und mit dem Verschluss in Richtung Körper getragen werden. Die PIN sollte niemals im Portemonnaie und schon gar nicht auf der Zahlungskarte notiert werden.

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Was tun, wenn man bestohlen wurde?

Die Straftat ist bei der Polizei anzuzeigen, die auf vielen Weihnachtmärkten präsent ist. Um sich bei einem Diebstahl vor Abbuchungen zu schützen, sollten alle Geldkarten sofort gesperrt werden. Das geht am besten über den zentralen Sperrnotruf 116 116. Damit lassen sich alle Girokarten und die meisten Kreditkarten sperren. Die Polizei kann die Girokarte auch für das elektronische Lastschriftverfahren sperren. Opfer sollten in den nächsten Wochen dann sorgfältig ihre Kontobewegungen im Auge behalten und unrechtmäßige Lastschriften zurückbuchen lassen.

Wie groß ist der Schaden durch Taschendiebe im Jahr?

Über das ganze Jahr gesehen wurden 2020 laut polizeilicher Kriminalstatistik in Deutschland etwa 83.700 Taschendiebstähle registriert. Das war ein erneuter deutlicher Rückgang um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr, der mutmaßlich den fehlenden Gelegenheiten wegen der Corona-Einschränkungen zuzuschreiben war. Gleichwohl: Heutige Taschendiebe sind nach Angaben der Polizei weiterhin oft professionelle, international reisende Täter. Die meisten Fälle bleiben unaufgeklärt – die Aufklärungsquote lag im vergangenen Jahr laut Kriminalitätsstatistik bei nur 6,3 Prozent.